Verschneite Berglandschaft in den Alpen

Urlaubsziele im Januar: Sonne, Schnee und leere Städte

Kurzantwort: Der Januar bietet drei Wege. Erstens Sonne: Kanaren, Ägypten, die Emirate, Thailand, die Malediven und die Karibik liegen in der Trockenzeit. Zweitens Schnee: Die Alpen haben die verlässlichste Schneelage des Winters, Lappland dazu Polarlichter. Drittens Städte: Ab Mitte Januar sind Rom, Wien, Lissabon und Prag so leer und günstig wie sonst nie im Jahr.

Der Januar ist der Monat mit der größten Preisspanne des Jahres. Bis etwa zum 6. Januar gelten überall Feiertagspreise, danach bricht die Nachfrage ein.

Wer die zweite Januarhälfte nutzen kann, findet die günstigsten Wochen zwischen Neujahr und Ostern — an fast allen Zielen gleichzeitig.

Sonne suchen

Die Kanaren sind das nächstgelegene warme Ziel: rund 21 Grad Luft und 19 bis 20 Grad Wasser bei gut vier Flugstunden. Gran Canaria und Fuerteventura sind trockener als der Norden Teneriffas und La Palmas.

Am Roten Meer liegen die Höchstwerte bei 22 bis 23 Grad, das Wasser bei etwa 22 Grad. Abends kühlt es merklich ab. Dubai und Oman kommen auf 24 bis 25 Grad und haben im Januar ihre angenehmste Zeit.

Auf der Langstrecke liegen Thailands Andamanenküste, die Malediven, Sri Lankas Südwesten und die Karibik in der Trockenzeit. Die Wassertemperaturen bewegen sich zwischen 27 und 29 Grad. Für die Karibik ist der Januar der Beginn der besten Monate; die Hurrikansaison endete am 30. November.

Schnee und Berge

In den Alpen ist der Januar der schneesicherste Monat des Winters. Die Temperaturen sind tief genug, dass auch tiefere Lagen halten, und die Beschneiungsanlagen laufen. Nach den Weihnachtsferien fallen die Preise deutlich, bis in den Alpenländern und in den Niederlanden die Semesterferien beginnen.

Skandinavien bietet eine andere Art Winter. In Lappland liegt die Temperatur bei minus 10 bis minus 20 Grad, die Sonne steht tief oder gar nicht über dem Horizont. Hundeschlitten, Schneeschuhtouren und Eishotels gehören dort zum Programm.

Auch die Mittelgebirge tragen im Januar: Schwarzwald, Harz, Erzgebirge und Bayerischer Wald sind für Langlauf und Winterwandern brauchbar, wenn die Schneelage stimmt.

Polarlichter

Polarlicht über einer verschneiten Landschaft
Im Januar sind die Nächte im Norden lang genug für stundenlange Polarlichtbeobachtung. Foto: Stephan Sprinz, CC BY 4.0

Der Januar hat die längsten Nächte des Polarjahres. Nordnorwegen, Nordschweden, Finnisch-Lappland und Island bieten viele Stunden Dunkelheit, in denen Polarlichter sichtbar werden können. Nötig sind zwei Dinge: geomagnetische Aktivität und klarer Himmel.

Die Aktivität lässt sich über die Vorhersagen des amerikanischen Space Weather Prediction Center verfolgen. Eine Garantie gibt es nie — plane mehrere Nächte ein statt einer.

Städte ohne Andrang

Ab Mitte Januar sind europäische Städte so leer wie sonst nie. Rom, Florenz, Wien, Prag, Budapest und Lissabon lassen sich ohne Warteschlangen besichtigen, und Hotelpreise liegen deutlich unter dem Jahresmittel.

Rechne mit kaltem, oft feuchtem Wetter: Wien und Prag um null Grad, Rom bei 12 bis 13, Lissabon bei 15. Museen, Kirchen und Cafés machen den Unterschied — für Innenprogramm ist der Monat gemacht.

Ein Nebeneffekt: Der Winterschlussverkauf läuft, und in vielen Städten fallen Konzert- und Opernsaisons in diese Wochen.

Wärme ohne Langstrecke

Zwischen den Kanaren und der Karibik liegt eine Lücke, die viele übersehen. Die Kapverden kommen mit sechs Flugstunden auf 24 bis 25 Grad Luft und 23 Grad Wasser, Madeira auf 19 Grad ohne Badewetter, und die Kanaren auf 21 Grad. Wer mehr Wärme will, muss über fünf Stunden hinaus.

Ein zweiter Punkt betrifft die Tageslänge. Im Januar ist es auch in den Subtropen früh dunkel: Auf den Kanaren geht die Sonne gegen 18:30 Uhr unter, in Ägypten schon gegen 17:15 Uhr. Wer Sonnenstunden sucht, plant den Tag entsprechend.

Was im Januar nicht funktioniert

Ostafrika ist wechselhaft, Australiens Norden liegt in der Regenzeit mit Zyklonrisiko, und Südostasiens Golfküste um Koh Samui hat noch Ausläufer des Nordostmonsuns. Vietnams Norden ist kühl und dunstig.

In der Südsee läuft von November bis April die Zyklonsaison. Für Französisch-Polynesien, Fidschi und Neukaledonien ist der Januar der feuchteste Abschnitt des Jahres.

Auf der Südhalbkugel ist der Januar Hochsommer. Argentinien, Chile, Südafrika und Australien sind warm, dafür in den eigenen Sommerferien und entsprechend voll. Patagonien hat im Januar seine kurze offene Saison mit langen Tagen und starkem Wind; die Wanderwege im Nationalpark Torres del Paine sind dann durchgehend begehbar.

Preise und Termine

Die Zäsur liegt bei den Heiligen Drei Königen. Vorher gelten Ferienpreise, ab etwa dem 8. Januar fallen sie. Die zweite Januarhälfte ist an vielen Zielen die günstigste Zeit des ganzen Jahres.

Bei Skireisen verschieben die Semester- und Winterferien der Alpenländer das Bild. Wer die Wochen vor diesen Terminen nutzt, zahlt deutlich weniger für dieselben Betten.

Häufige Fragen

Welches Ziel passt bei nur einer Woche Zeit?

Die Kanaren, Ägypten oder ein Skigebiet in den Alpen. Bei Fernzielen wie Thailand oder der Karibik gehen zwei Tage für Hin- und Rückflug drauf, dazu kommt die Zeitumstellung.

Wo ist es im Januar am nächsten warm?

Auf den Kanaren, mit rund 21 Grad und gut vier Flugstunden ab Deutschland.

Sind die Alpen im Januar teuer?

In der ersten Woche ja, danach fallen die Preise deutlich. Teuer wird es erst wieder, wenn in den Alpenländern und in den Niederlanden die Semester- und Winterferien beginnen.

Kann man im Januar in Ägypten baden?

Im Roten Meer ja, bei etwa 22 Grad Wasser. Am Mittelmeer bei Alexandria ist es zu kühl.

Wann fallen die Preise nach Neujahr?

Ab etwa dem 8. Januar. Danach bleiben sie bis zu den Winterferien niedrig, in Skigebieten bis zum Beginn der Semesterferien.

Wie hoch ist die Chance auf Polarlichter?

Sie steigt mit der Zahl der Nächte vor Ort und mit der geomagnetischen Aktivität. Drei bis fünf Nächte gelten als sinnvolle Planungsgröße.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.

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