Hund läuft über eine Wiese vor einem Bauernhof

Bauernhofurlaub mit Hund: Papiere, Regeln und Alltag

Kurzantwort: Für den Bauernhofurlaub im Inland brauchst du keine Papiere, im EU-Ausland dagegen den EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung. Die Erstimpfung ist ab zwölf Wochen möglich und wirkt frühestens 21 Tage später. Auf dem Hof selbst zählen drei Regeln: Leine in der Nähe von Nutztieren, kein Zutritt zu Ställen ohne Absprache, und ein sicherer Rückruf.

Ein Bauernhof ist für einen Hund kein Ferienhaus mit Garten. Er ist ein Arbeitsplatz mit Maschinen, fremden Tieren, offenen Toren und Futtermitteln, die er nicht fressen soll.

Höfe, die Hunde aufnehmen, haben dafür Regeln aufgestellt. Wer sie vor der Buchung erfragt, erspart sich vor Ort die Diskussion — und dem Hund den Stress.

Papiere und Impfungen

Innerhalb Deutschlands verlangt niemand einen Ausweis, sinnvoll ist er trotzdem. Sobald die Reise über die Grenze geht, gelten die Regeln der EU-Verordnung 576/2013: EU-Heimtierausweis, eindeutige Kennzeichnung durch Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung.

Die Reihenfolge ist entscheidend. Aus dem Ausweis muss hervorgehen, dass die Tollwutimpfung nach dem Setzen oder Ablesen des Chips erfolgt ist. Wird zuerst geimpft und danach gechipt, ist die Impfung für die Einreise wertlos und muss wiederholt werden.

Die Erstimpfung ist ab einem Alter von zwölf Wochen zulässig, der Schutz gilt erst 21 Tage später als wirksam. Ein Welpe kann also frühestens mit etwa 15 Wochen mitreisen. Für Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland kommt eine Behandlung gegen den Fuchsbandwurm dazu, die 24 bis 120 Stunden vor der Einreise durch einen Tierarzt eingetragen werden muss.

Nutztiere: die wichtigste Regel

Kühe auf einer eingezäunten Weide
Mutterkühe verteidigen ihre Kälber; ein Hund gilt ihnen als Raubtier. Foto: UuMUfQ, CC BY-SA 4.0

Kühe mit Kälbern reagieren auf Hunde wie auf Raubtiere. Auf Almen und Weiden hat es deshalb wiederholt Angriffe auf Menschen gegeben, die einen Hund dabeihatten. Die Empfehlung der Landwirtschaftskammern und Alpenvereine lautet: Weiden möglichst umgehen, Abstand halten, den Hund kurz an der Leine führen und ihn im Ernstfall ableinen, damit er wegläuft und die Kuh ihm folgt statt dem Menschen.

Schafe und Ziegen lösen bei vielen Hunden den Hüte- oder Jagdreflex aus. Selbst ein Hund, der nie zuvor gehetzt hat, kann bei einer laufenden Herde umschalten. Für Hütehundrassen gilt das besonders.

Hühner, Enten und Kaninchen laufen auf vielen Höfen frei. Ein Hund, der ein Huhn tötet, kostet den Landwirt Geld und dich das Vertrauen. Die Frage nach freilaufendem Geflügel gehört deshalb ins Buchungsgespräch.

Was ein hundefreundlicher Hof mitbringt

Nützlich sind ein eingezäunter Bereich, in dem der Hund ohne Leine sein kann, ein Boden im Quartier, der Schmutz verträgt, und ein Platz zum Abduschen nach dem Feld. Ebenso wichtig: eine klare Auskunft, wo der Hund frei laufen darf und wo nicht.

Frage vor der Buchung nach der Zahl der Hunde, die gleichzeitig aufgenommen werden. Manche Höfe nehmen nur einen, andere haben eigene Hofhunde, die ihr Revier verteidigen. Auch die Gebühr solltest du klären; üblich ist ein Betrag pro Nacht, der Reinigung und Wäsche abdeckt.

Ein Punkt, den viele vergessen: Wohin mit dem Hund, wenn ihr einen Ausflug macht, bei dem er nicht dabei sein kann? Manche Höfe erlauben, ihn in der Wohnung zu lassen, andere nicht. Das lässt sich vorher klären.

Gefahren auf dem Hof

Silage und Kraftfutter sind für Hunde nicht gedacht, Mäuse- und Rattenköder liegen in Wirtschaftsgebäuden oft aus. Güllegruben und Schächte sind je nach Hof nicht immer vollständig gesichert. Landmaschinen fahren auf dem Hofgelände, und der Fahrer sieht einen Hund unter dem Ladewagen nicht.

Im Sommer kommen Zecken dazu. In Süddeutschland und in Teilen Österreichs bestehen FSME-Risikogebiete; für Hunde sind Babesiose und Borreliose die relevanteren Erkrankungen. Ein Zeckenschutz und tägliches Absuchen gehören zur Routine.

An Badeseen können im Sommer Blaualgen auftreten. Für Hunde sind sie gefährlicher als für Menschen, weil sie beim Schwimmen Wasser aufnehmen und danach das Fell ablecken. Grünlich-blaue Schlieren oder Trübungen sind ein Grund, den Hund nicht ins Wasser zu lassen.

Anleinpflicht in der Natur

Die Regeln für Wald und freie Landschaft stehen im Landesrecht und sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Verbreitet ist eine Anleinpflicht während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr, in Naturschutzgebieten gilt sie meist ganzjährig. Wer sich vor der Fahrt die Regel des Zielbundeslandes ansieht, vermeidet ein Bußgeld.

Die ersten Stunden auf dem Hof

Nimm dir für die Ankunft Zeit. Ein Hund, der aus dem Auto steigt und sofort zwanzig neue Gerüche, fremde Tiere und einen Hofhund vorfindet, ist überfordert. Bewährt hat sich, zuerst eine Runde an der Leine über das Gelände zu gehen, dabei die Grenzen zu zeigen und erst danach die Wohnung zu beziehen.

Nimm die gewohnte Decke und den vertrauten Napf mit. Das Futter solltest du in der bekannten Sorte einpacken, weil ein Wechsel zusammen mit dem Ortswechsel häufig auf den Magen schlägt. Eine Schleppleine hilft in den ersten Tagen, solange der Rückruf auf neuem Gelände noch nicht sitzt.

Kläre außerdem, wo der nächste Tierarzt ist und wer im Notfall nachts erreichbar ist. In ländlichen Regionen kann die nächste Klinik dreißig Kilometer entfernt liegen.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann ein Welpe mit ins Ausland?

Frühestens mit etwa 15 Wochen: zwölf Wochen bis zur Tollwutimpfung, danach 21 Tage bis zur Wirksamkeit.

Was kostet ein Hund im Bauernhofurlaub?

Üblich ist eine Pauschale pro Nacht. Die Höhe legt jeder Hof selbst fest, die Spanne reicht von wenigen Euro bis zu einem zweistelligen Betrag.

Darf der Hund mit in den Stall?

Nur nach Absprache. In Bereichen der Lebensmittelerzeugung, etwa bei der Hofkäserei oder im Melkstand, ist der Zutritt für Hunde in der Regel ausgeschlossen.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.

Nach oben scrollen