Herbal bath salts

Duft nach frischer Wäsche: Woher er kommt und wie er bleibt

Kurzantwort: Der Geruch von Wäsche auf der Leine entsteht durch Sonnenlicht. Eine Studie der Universität Kopenhagen von 2020 fand auf draußen getrockneten Handtüchern Aldehyde wie Pentanal, Hexanal, Heptanal, Octanal und Nonanal — bei drinnen getrockneten Tüchern fehlten sie. Nötig sind UV-Licht und flüssiges Wasser auf der Faser. Waschmittelduft ist eine zweite, künstliche Quelle.

Es gibt diesen einen Geruch, den keine Flasche trifft. Wäsche, die einen Sommertag draußen gehangen hat.

Waschmittelhersteller nennen ihn seit Jahrzehnten „frische Wäsche“ und verkaufen ihn in Flaschen. Der echte Geruch entsteht ganz anders.

Hier steht, was Forschende dazu gemessen haben, was Waschmittel beisteuern und woran es liegt, wenn Wäsche muffig riecht.

Der Geruch von der Leine

Eine Arbeitsgruppe der Universität Kopenhagen ist der Sache 2020 nachgegangen. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift Environmental Chemistry.

Der Versuch war schlicht. Baumwollhandtücher wurden mit reinem Wasser gespült und dann in drei Varianten getrocknet: draußen in der Sonne, drinnen und draußen ohne Sonnenlicht.

Danach kamen die Tücher in verschlossene Beutel und wurden per Gaschromatographie und Massenspektrometrie analysiert.

Nur bei den Tüchern aus der Sonne fanden sich oxidierte Kohlenstoffverbindungen mit fünf bis neun Kohlenstoffatomen — Aldehyde wie Pentanal, Hexanal, Heptanal, Octanal und Nonanal.

Für die Bildung braucht es zwei Dinge gleichzeitig: UV-Licht und flüssiges Wasser. Die entstandenen Stoffe binden anschließend stark an die Baumwollfaser, weshalb der Geruch tagelang hält.

Was Waschmittel dazu tun

Duftstoffe werden Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln zugesetzt, um über den Geruch ein Gefühl von Sauberkeit und Frische zu vermitteln.

Der Duft sitzt danach in der Faser und wird beim Tragen nach und nach freigesetzt. Weichspüler und Wäscheparfüm verstärken diesen Effekt.

Die Wahrnehmung ist gelernt. Wer den Duft eines bestimmten Waschmittels aus der Kindheit kennt, empfindet ihn als sauber, unabhängig vom tatsächlichen Reinigungsergebnis.

Kationische Tenside im Weichspüler dringen in die Faser ein und schwächen die Wasserstoffbrücken zwischen den Cellulosefasern. Deshalb fühlt sich die Wäsche weicher an.

Ein Nachteil ist bekannt: Weichgespülte Handtücher nehmen Feuchtigkeit langsamer oder weniger gut auf.

Warum Wäsche muffig riecht

Die häufigste Ursache liegt in der Maschine. Waschmittelreste, Fett und Schmutz bilden einen Belag, auf dem sich Bakterien halten.

Niedrige Waschtemperaturen begünstigen das. Das Umweltbundesamt rät, die Maschine einmal monatlich bei 60 Grad laufen zu lassen, um Keimwachstum zu vermeiden.

Zum Alltagswaschen reichen niedrigere Werte. Moderne Waschmittel waschen bereits bei 30 Grad gut, und der Stromverbrauch je Waschgang sinkt allein durch den Wechsel von 40 auf 30 Grad um über 35 Prozent.

Die zweite Ursache ist Zeit. Wäsche, die nach dem Programmende noch Stunden in der Trommel liegt, riecht auch nach dem Trocknen muffig.

Die dritte ist Restfeuchte. Zu voll beladene Trommeln, zu geringe Schleuderdrehzahl und schlecht gelüftete Räume verlängern die Trocknung und damit das Zeitfenster für Bakterien.

So bleibt der Duft länger

Dosiere das Waschmittel nach Wasserhärte und Verschmutzung, wie es auf der Packung steht. Überdosierung hinterlässt Reste, die selbst wieder riechen.

Nimm die Wäsche direkt nach dem Programmende heraus. Das ist der einfachste Hebel überhaupt.

Lass die Trommeltür und das Waschmittelfach nach jedem Gang offen stehen, damit beides abtrocknet.

Häng die Wäsche mit Abstand auf. Stücke, die aneinanderkleben, brauchen doppelt so lange.

Und räume nur vollständig trockene Wäsche in den Schrank. Restfeuchte überträgt sich auf den ganzen Stapel.

Duftstoffe und Verträglichkeit

Die EU-Detergenzienverordnung schreibt vor, dass 26 häufig eingesetzte allergieauslösende Duftstoffe ab einem Gewichtsanteil von 0,01 Prozent namentlich mit ihrer INCI-Bezeichnung genannt werden.

Dazu gehören unter anderem Citral, Limonen und Linalool. Sie stehen auf der Rückseite der Packung.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass manche Duftstoffe Kontaktallergien oder andere Unverträglichkeiten auslösen können und über ihre Wirkungen vergleichsweise wenig bekannt ist.

Bei Bettwäsche und Handtüchern lohnt daher Zurückhaltung. Beides liegt stundenlang direkt auf der Haut.

Wer empfindlich reagiert, wäscht ohne Duftzusatz. Der Geruch von sauberer, gut getrockneter Wäsche kommt ohnehin ohne Parfüm aus.

Wäscheduft im Raum

Als Duftrichtung ist „frische Wäsche“ fest etabliert. Sie taucht in Raumsprays, Duftkerzen und Autoduftspendern auf.

Nachgebaut wird sie meist mit Aldehyden, hellen Moschusnoten und einem Hauch Zitrus. Die Aldehyde sind chemisch mit den Stoffen verwandt, die auf der Leine entstehen.

Am nächsten kommt dem Original ein Duft mit deutlichem Moschusanteil. Er wirkt weich und ein wenig seifig.

Dosiere sparsam. Der reale Wäscheduft ist zart, und eine überdosierte Kerze kippt schnell ins Waschmittelhafte.

Wer das Original will, hat es günstiger. Ein Wäscheständer auf dem Balkon reicht.

Zum Trocknen im Freien gibt es zwei Einschränkungen. Während der Pollensaison holst du dir Pollen ins Haus, und dunkle Textilien bleichen in der prallen Sonne aus.

Dreh empfindliche Stücke auf links. Dann trifft das UV-Licht die Innenseite, und die Farben halten deutlich länger.

Häufige Fragen

Warum riecht Wäsche von der Leine so gut?

Durch Sonnenlicht entstehen auf der feuchten Faser Aldehyde wie Pentanal, Hexanal und Nonanal. Nötig sind UV-Licht und flüssiges Wasser.

Warum riecht meine Wäsche nach dem Waschen muffig?

Meist wegen Ablagerungen in der Maschine, zu niedriger Waschtemperatur oder weil die Wäsche zu lange in der Trommel lag.

Wie oft sollte ich bei 60 Grad waschen?

Das Umweltbundesamt empfiehlt einmal monatlich einen 60-Grad-Gang, um Keimwachstum in der Maschine zu vermeiden.

Wie viel Strom spart eine niedrigere Temperatur?

Allein der Wechsel von 40 auf 30 Grad senkt den Stromverbrauch je Waschgang um über 35 Prozent.

Warum saugen weichgespülte Handtücher schlechter?

Weichspüler hinterlässt einen Film auf der Faser. Dadurch nehmen Handtücher Feuchtigkeit langsamer oder weniger gut auf.

Welche Duftstoffe müssen deklariert werden?

26 allergieauslösende Duftstoffe ab 0,01 Prozent Gewichtsanteil, mit ihrer INCI-Bezeichnung, etwa Citral, Limonen und Linalool.

Quellen

Geschrieben von Lena, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reisen, Düfte und Entspannung.

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