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Duft-Qigong: Herkunft, die drei Stufen und was belegt ist

Kurzantwort: Duft-Qigong, chinesisch Xiang Gong, ist eine Qigong-Form mit drei Stufen. Der Name geht darauf zurück, dass der Körper bei erfolgreichem Üben duften soll. Tian Ruisheng, geboren 1929 in der Provinz Henan, übte die Reihe nach eigener Darstellung 50 Jahre privat und stellte sie 1988 öffentlich vor. Er starb 1995. Belastbare Wirksamkeitsstudien speziell zum Duft-Qigong gibt es nicht.

Der Name irritiert beim ersten Hören. Eine Bewegungsübung, die nach Duft benannt ist.

Die Erklärung liegt in der Überlieferung. Wer richtig übt, soll nach einiger Zeit selbst zu riechen beginnen.

Hier steht, woher die Form kommt, wie die drei Stufen aufgebaut sind und wo die Grenze zwischen Überlieferung und Beleg verläuft.

Was Duft-Qigong ist

Qigong bezeichnet allgemein Übungen zur Arbeit mit dem Qi. „Qi“ steht in der chinesischen Philosophie für die bewegende Lebenskraft, „Gong“ bedeutet zugleich Arbeit und Fähigkeit.

Duft-Qigong ist eine bestimmte Form davon. Die deutsche Bezeichnung ist die Übersetzung des chinesischen Xiang Gong, also Duft-Übung.

Die Bewegungsabläufe sind einfach gehalten und lassen sich im Stehen oder im Sitzen ausführen. Die Grundstufe eignet sich laut Deutscher Qigong Gesellschaft ausdrücklich auch zum Sitzen.

Damit ist die Form für Menschen zugänglich, die längeres Stehen nicht durchhalten. Das ist ein wesentlicher Grund für ihre Verbreitung.

Wie bei allen Qigong-Formen steht die Regelmäßigkeit im Vordergrund. Eine kurze tägliche Einheit gilt als sinnvoller als eine lange Einheit pro Woche.

Woher der Name kommt

Der Name bezieht sich auf eine Beobachtung aus der Überlieferung. Bei erfolgreichem Üben soll der Körper duften.

Berichte darüber gehören zur Tradition der Form. Eine wissenschaftliche Untersuchung dieses Phänomens ist nicht bekannt.

Manche Übende beschreiben einen wahrgenommenen Geruch während der Praxis. Ob dieser objektiv messbar ist, bleibt offen.

Für die Übung selbst spielt das keine Rolle. Der Name ist eine Bezeichnung, kein Erfolgskriterium.

Wichtiger ist, dass die Reihe ohne komplizierte Vorstellungsarbeit auskommt. Sie ist deshalb auch für Einsteiger geeignet.

Tian Ruisheng und die Verbreitung

Tian Ruisheng wurde 1929 in einem Dorf in der zentralchinesischen Provinz Henan geboren. Der Überlieferung nach war er als Kind häufig krank.

Ein buddhistischer Mönch soll ihm im Alter von zwölf Jahren die Übungen gezeigt haben, verbunden mit der Auflage, sie 50 Jahre lang täglich zu praktizieren, bevor er sie weitergibt.

1988 stellte er Grund- und Mittelstufe in China öffentlich vor. Die Veranstaltung wurde landesweit übertragen.

Tian Ruisheng starb 1995. Die Oberstufe gab er ursprünglich nur an seine Privatschüler weiter.

Nach Europa kam die Form über Meister Zhang Xiao Ping, der sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt machte.

Die drei Stufen

Das System gliedert sich in Grund-, Mittel- und Oberstufe. Sie bauen aufeinander auf.

Die Grundstufe spricht nach Darstellung der Deutschen Qigong Gesellschaft das mittlere Dantian an. Sie soll Herz und Lunge regulieren, die Entschlackung unterstützen und auf Hals-, Brustwirbelsäule und Schultergürtel wirken.

Die Mittelstufe wirkt demnach im Unterleibsbereich auf das untere Dantian. Genannt werden die Regulierung von Nieren- und Blasenfunktion sowie die Unterstützung der Jing-Zirkulation.

Die Oberstufe zielt auf weiter reichende Selbstentwicklung und öffnet das obere Dantian sowie den Zentralkanal. In Deutschland wird sie selten unterrichtet.

Dantian bezeichnet in der chinesischen Vorstellung Energiezentren im Körper. Es handelt sich um ein Modell der traditionellen Lehre, nicht um anatomische Strukturen.

Wie eine Übungseinheit abläuft

Die Reihe besteht aus einer festen Abfolge einfacher Arm- und Handbewegungen. Sie werden ruhig und gleichmäßig ausgeführt.

Kurse dauern in der Regel zwischen 15 und 45 Minuten. Für die tägliche Praxis reichen die Vorlagen mit kurzen Einheiten.

Gelernt wird die Form üblicherweise in einem Kurs. Eine Übungsleitung korrigiert Haltung und Tempo, was aus Büchern schwer zu ersetzen ist.

Kurse bieten Volkshochschulen, Qigong-Schulen und Vereine an. Die Deutsche Qigong Gesellschaft führt Ausbildungsstandards und Listen von Lehrenden.

Bequeme Kleidung und flache Schuhe genügen. Geräte oder Matten brauchst du nicht.

Sinnvoll ist ein fester Platz und eine feste Zeit. Viele Übende legen die Einheit an den Morgen, weil sie dann seltener ausfällt.

Frische Luft hilft, ein zugiger Raum eher nicht. Ein geöffnetes Fenster vor der Einheit und geschlossene Fenster währenddessen sind ein guter Kompromiss.

Was belegt ist und was nicht

Zu Qigong allgemein liegen einzelne Studien vor. Eine randomisierte kontrollierte Studie fand eine verbesserte Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen während der Strahlentherapie.

Weitere Untersuchungen betreffen die Lungenrehabilitation und den Einsatz als nonverbales Begleitverfahren in der stationären Psychiatrie.

Für Duft-Qigong im Speziellen fehlen solche Untersuchungen. Berichte über Heilungen stammen aus der Überlieferung und aus Erfahrungsberichten.

Der Deutschen Qigong Gesellschaft zufolge kann unsachgemäßes Üben auch Beschwerden auslösen. Anleitung ist deshalb sinnvoll.

Qigong ersetzt keine ärztliche Behandlung. Bei bestehenden Erkrankungen klärst du die Praxis mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.

Häufige Fragen

Was bedeutet Duft-Qigong?

Es ist die Übersetzung des chinesischen Xiang Gong, also Duft-Übung. Der Name geht darauf zurück, dass der Körper bei erfolgreichem Üben duften soll.

Wer hat Duft-Qigong bekannt gemacht?

Tian Ruisheng, geboren 1929 in Henan, stellte Grund- und Mittelstufe 1988 in China öffentlich vor. Er starb 1995.

Wie viele Stufen gibt es?

Drei: Grund-, Mittel- und Oberstufe. Die Oberstufe gab Tian Ruisheng ursprünglich nur an seine Privatschüler weiter.

Kann man Duft-Qigong im Sitzen üben?

Ja. Die Grundstufe eignet sich laut Deutscher Qigong Gesellschaft ausdrücklich auch für die sitzende Ausführung.

Ist die Wirkung wissenschaftlich belegt?

Für Duft-Qigong im Speziellen fehlen Studien. Zu Qigong allgemein gibt es einzelne Untersuchungen, etwa zur Lebensqualität während einer Strahlentherapie.

Wo kann ich Duft-Qigong lernen?

In Kursen an Volkshochschulen, in Qigong-Schulen und Vereinen. Die Deutsche Qigong Gesellschaft führt Ausbildungsstandards und Listen von Lehrenden.

Quellen

Geschrieben von Lena, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reisen, Düfte und Entspannung.

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