Sauna Hotel Arthurissa / Sauna at Hotel Arthur

Duft gegen Wespen: Was hilft und was rechtlich gilt

Kurzantwort: Von rund einem Dutzend heimischer Faltenwespen interessieren sich nur zwei Arten für Kuchen und Grillgut: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Der NABU nennt ätherische Öle wie Nelkenöl auf Taschentüchern und Räucherstäbchen mit Zitronen- oder Lavendelduft. Wirksamer ist eine Ablenkfütterung fünf bis zehn Meter entfernt. Wespen stehen unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes.

Kaffee und Kuchen auf der Terrasse, und ab August wird daraus ein Wettlauf. Die Wespen sind schneller als die Gabel.

Duftmittel sind der erste Griff. Sie helfen ein Stück weit, tragen die Sache aber nicht allein.

Hier steht, welche Arten überhaupt kommen, was der NABU empfiehlt und was du besser unterlässt.

Nur zwei Arten kommen an den Tisch

Von den heimischen Arten interessieren sich laut NABU nur die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe für Süßspeisen und Fleisch.

Alle anderen Arten jagen Insekten und lassen deinen Kuchen in Ruhe. Sie sind auf der Terrasse kaum zu bemerken.

Der Andrang steigt im Spätsommer. Dann ist die Brutpflege weitgehend abgeschlossen, und die Arbeiterinnen suchen für sich selbst Zucker.

Ein Volk der Gemeinen Wespe löst sich im Herbst auf. Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern und gründen im Frühjahr neue Staaten.

Das heißt: Das Problem ist saisonal und endet mit dem ersten Frost. Gegen ein Nest im August vorzugehen, lohnt sich selten.

Welche Gerüche Wespen stören

Der NABU nennt ätherische Öle, konkret Nelkenöl auf Taschentücher geträufelt. Auch Räucherstäbchen mit Zitronen- oder Lavendelduft können helfen.

Weitere häufig genannte Gerüche sind Citronella, Teebaumöl und Basilikum. Ihr Effekt reicht meist nicht aus, um die Tiere zuverlässig fernzuhalten.

Der Grund ist der Zucker auf dem Tisch. Das Signal ist stark, und ein Geruch daneben kann es kaum überdecken.

Wenn du Duft einsetzt, dann rund um den Tisch verteilt. Ein einzelnes Schälchen in der Mitte wirkt kaum über die eigene Tischkante hinaus.

Rechne mit Nachlegen alle ein bis zwei Stunden. Ätherische Öle verfliegen im Freien besonders schnell.

Kaffeepulver, das in einem feuerfesten Gefäß glimmt, ist eine weitere verbreitete Empfehlung. Ein belastbarer Wirksamkeitsnachweis dafür fehlt.

Dasselbe gilt für halbierte Zitronen mit Nelken. Sie duften angenehm, halten hungrige Arbeiterinnen aber kaum vom Kuchen ab.

Ablenkfütterung: der wirksamste Trick

Der NABU empfiehlt, fünf bis zehn Meter entfernt Marmelade oder reife Weintrauben aufzustellen. Die Tiere bedienen sich dort und lassen den Tisch in Ruhe.

Beim Grillen funktioniert dasselbe mit einem Stück Wurst. Es lenkt die eiweißsuchenden Arbeiterinnen ab.

Wichtig ist der Abstand. Zu nah aufgestellt, wird die Ablenkung zur Einladung und zieht zusätzliche Tiere an.

Speisen auf dem Tisch abdecken und Reste zügig wegräumen bleibt Pflicht. Auch offene Getränkedosen gehören dazu.

Ein Strohhalm ist bei Kindern die sicherste Lösung. Er verhindert Stiche im Mundraum, die medizinisch ernst zu nehmen sind.

Was du auf keinen Fall tun solltest

Nicht pusten. Kohlendioxid im Atem wirkt für Wespen als Alarmsignal und macht sie aggressiv.

Keine hektischen Bewegungen. Ruhiges Sitzenbleiben und behutsames Wegwedeln ist der bessere Weg.

Der NABU lehnt Wespenfallen mit Saft oder Bier ab. Sie töten viele Tiere, ohne das Problem am Tisch zu lösen.

Wenn eine Wespe stört, hilft laut NABU vorsichtiges Bespritzen mit Wasser. Die Tiere deuten das als Regen und ziehen sich zurück.

Bei einem Stich gibt es einfache Hilfen. Der NABU nennt eine halbierte Zwiebel oder einen batteriebetriebenen Stichheiler.

Wespen stehen unter Schutz

Wespen sind wild lebende Tiere und damit vom Bundesnaturschutzgesetz erfasst. Nach § 39 dürfen sie ohne vernünftigen Grund weder gefangen noch verletzt oder getötet werden.

Das gilt auch für die Nester. Ihre Zerstörung ohne vernünftigen Grund ist nicht zulässig.

Bei einzelnen Arten geht der Schutz weiter. Die Hornisse zählt zu den besonders geschützten Arten nach der Bundesartenschutzverordnung und § 44 Bundesnaturschutzgesetz.

Verstöße können teuer werden. Die Bußgeldrahmen der Bundesländer reichen bei geschützten Arten in fünfstellige Höhen.

Sitzt ein Nest ungünstig, ist die Untere Naturschutzbehörde der richtige Ansprechpartner. Sie erteilt Ausnahmen und vermittelt Fachleute für eine Umsiedlung.

Vorbeugen am Haus

Fliegengitter halten Wespen aus der Wohnung. Sie sind die einfachste Maßnahme mit dem größten Effekt.

Fallobst regelmäßig aufsammeln. Gärende Früchte unter dem Baum sind im Spätsommer die stärkste Lockquelle im Garten.

Mülltonnen geschlossen halten und den Rand sauber wischen. Süße Reste am Deckel ziehen die Tiere zuverlässig an.

Nistplätze lassen sich im Frühjahr vermeiden. Rollladenkästen abdichten und Hohlräume schließen, bevor eine Königin einzieht.

Und wenn ein Nest an einer harmlosen Stelle sitzt, lass es hängen. Ein Volk vertilgt über den Sommer erhebliche Mengen an Insekten.

Nach der Auflösung im Herbst kannst du ein verlassenes Nest abnehmen. Es wird im Folgejahr nicht wieder bezogen.

Häufige Fragen

Welche Gerüche mögen Wespen nicht?

Der NABU nennt ätherische Öle wie Nelkenöl auf Taschentüchern sowie Räucherstäbchen mit Zitronen- oder Lavendelduft.

Warum kommen im August plötzlich so viele?

Im Spätsommer ist die Brutpflege weitgehend abgeschlossen. Die Arbeiterinnen suchen dann Zucker für sich selbst.

Wie funktioniert eine Ablenkfütterung?

Marmelade oder reife Weintrauben fünf bis zehn Meter vom Tisch entfernt aufstellen. Beim Grillen funktioniert ein Stück Wurst.

Darf ich ein Wespennest entfernen?

Ohne vernünftigen Grund nicht. Wespen sind vom Bundesnaturschutzgesetz erfasst, für eine Entfernung ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig.

Warum soll ich Wespen nicht wegpusten?

Das Kohlendioxid im Atem wirkt als Alarmsignal und macht die Tiere aggressiv.

Sind Wespenfallen sinnvoll?

Der NABU lehnt Fallen mit Saft oder Bier ab. Sie töten viele Tiere, lösen das Problem am Tisch aber nicht.

Quellen

Geschrieben von Lena, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reisen, Düfte und Entspannung.

Nach oben scrollen