Drying the Onions

Duft gegen Mücken: Was schützt und was nur gut riecht

Kurzantwort: Mücken finden uns vor allem über ausgeatmetes Kohlendioxid und Körperdüfte. Zuverlässigen Schutz bieten geprüfte Repellentien mit DEET, Icaridin, IR3535 oder PMD aus Zitroneneukalyptus — sie halten je nach Formulierung mehrere Stunden. Ätherische Öle wirken deutlich kürzer: Produkte mit Geraniol schützten je nach Mückenart ein bis drei Stunden, viele andere Öle unter einer Stunde.

Der Abend auf dem Balkon ist schön, bis das erste Sirren am Ohr vorbeizieht. Danach ist es vorbei mit der Ruhe.

Citronella-Kerze anzünden, Lavendel auf die Fensterbank, fertig? Die Praxis sieht anders aus.

Hier steht, wonach Mücken suchen, welche Wirkstoffe geprüft sind und was Duft tatsächlich ausrichtet.

Wie Mücken uns finden

Nur die Weibchen stechen. Sie brauchen Blut für die Produktion ihrer Eier.

Zur Wirtssuche nutzen sie vor allem ausgeatmetes Kohlenstoffdioxid und Körperdüfte, darunter verschiedene Fettsäuren und Ammoniak.

Bei der Gelbfiebermücke gilt Milchsäure auf der menschlichen Haut als zentraler Reiz. Die Tiere folgen der Duftfahne ihres Wirts bis zur Quelle.

Im Nahbereich kommen weitere Reize dazu: sichtbare Hinweise und Körperwärme. Für Aedes aegypti wurde außerdem gezeigt, dass sie die Infrarotstrahlung menschlicher Körperwärme wahrnehmen kann.

Ein Duft muss also gegen mehrere Sinneskanäle gleichzeitig arbeiten. Das erklärt, warum eine einzelne Kerze wenig ausrichtet.

Was Repellentien machen

Ein Repellent wird über den Geruchssinn wahrgenommen und schreckt ab, ohne zu töten. Es legt sich als Schutzschicht auf die Haut.

Die Wirkung endet, sobald der Stoff verdunstet oder abgewischt ist. Schwitzen, Baden und Abtrocknen verkürzen die Schutzzeit.

Wirkstoff und Konzentration bestimmen die Dauer. Höhere Konzentration bedeutet in der Regel längeren Schutz, kein stärkeres Abwehrsignal.

Sonnencreme kommt zuerst auf die Haut, das Repellent danach. In umgekehrter Reihenfolge verdünnt die Creme den Schutz.

Kleidung schützt zusätzlich. Lange, weit geschnittene und hell gefärbte Sachen erschweren Stiche und lassen sich imprägnieren.

Die geprüften Wirkstoffe

Als wirksamste synthetische Wirkstoffe gegen Gliederfüßer gelten DEET und Icaridin. Beide erreichen je nach Formulierung Schutzzeiten von mehreren Stunden gegen Stechmücken.

IR3535, chemisch Ethylbutylacetylaminopropionat, liegt in einer ähnlichen Größenordnung. Es gilt als gut verträglich.

Ein Vergleich der Stiftung Warentest von 2014 kam zum Ergebnis, dass Produkte mit DEET und Icaridin gegen alle geprüften Mückenarten am besten schützen.

Auf pflanzlicher Seite ist PMD die stärkste Option. Der Stoff p-Menthan-3,8-diol, auch als Citriodiol bezeichnet, stammt aus Zitroneneukalyptus und erreicht ebenfalls Schutzzeiten von mehreren Stunden.

Icaridin greift im Gegensatz zu DEET Kunststoffe und Leder nicht an. Das ist praktisch für Brillen, Uhrenarmbänder und Ausrüstung.

Ätherische Öle und ihre kurze Dauer

Ätherische Öle aus Kräutern schneiden bei der Haltbarkeit schlecht ab. Produkte mit Geraniol schützten je nach Mückenart ein bis drei Stunden.

Mischungen ätherischer Öle kamen auf ein bis knapp zweieinhalb Stunden. Die meisten übrigen Öl-Produkte wirkten gar nicht oder unter einer Stunde.

Das macht sie nicht nutzlos, aber schwer planbar. Für einen Abend im Garten kann eine Stunde reichen, für eine Nacht im Zelt nicht.

Dazu kommt die Verträglichkeit. Unverdünnte Öle reizen die Haut, gerade bei Kindern und auf sonnenbelasteter Haut.

Wer Öle nutzt, plant Nachlegen ein. Alle 45 bis 60 Minuten erneut auftragen ist der realistische Rhythmus.

Kerzen, Duftlampen und Gadgets

Citronella-Kerzen sind der Klassiker im Freien. Ihr Wirkbereich ist klein, und schon leichter Wind trägt den Duft weg.

Räucherspiralen erzeugen mehr Rauch und decken eine größere Fläche ab. Der Rauch ist allerdings für Atemwege belastend, gerade auf engem Balkon.

Duftlampen in Innenräumen erreichen Mücken kaum. Die Tiere sitzen tagsüber an Wänden und Decken und werden erst nachts aktiv.

Von Ultraschall-Apps und Steckern halten Fachleute wenig. Ein belastbarer Nachweis für einen Effekt gegen Stechmücken fehlt.

Ein Ventilator wirkt dagegen mechanisch. Mücken fliegen schlecht gegen Luftströmung und meiden den Bereich davor.

Auch UV-Insektenfallen bringen wenig gegen Stechmücken. Sie locken vor allem nachtaktive Falter an, während die Weibchen auf Kohlendioxid reagieren.

Fallen mit CO2-Köder gibt es, sie sind aber teuer und für große Flächen gedacht. Auf einem Balkon lohnt sich der Aufwand selten.

Was ohne Duft am besten hilft

Fliegengitter am Fenster sind die zuverlässigste Maßnahme im Haus. Sie wirken jede Nacht gleich gut und kosten nur einmal Geld.

Ein Moskitonetz über dem Bett ergänzt das auf Reisen. Achte darauf, dass es rundum unter die Matratze reicht.

Draußen entscheidet stehendes Wasser. Regentonnen abdecken, Untersetzer leeren, Gießkannen umdrehen — dort entwickeln sich die Larven.

Schon kleine Wassermengen genügen den Tieren. Eine vergessene Blumenuntertasse reicht für eine ganze Generation.

Und ganz banal: Duschen vor dem Abend im Garten. Weniger Schweiß auf der Haut bedeutet weniger Milchsäure und weniger Signal.

Regentonnen lassen sich zusätzlich mit einem Bti-Präparat behandeln. Der Wirkstoff aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis tötet gezielt Mückenlarven.

Achte auf die Dosierung auf der Packung. Zu wenig wirkt nicht, und nach starkem Regen ist eine Wiederholung fällig.

Häufige Fragen

Welcher Duft hält Mücken zuverlässig fern?

Zuverlässig wirken geprüfte Repellentien mit DEET, Icaridin, IR3535 oder PMD. Reine Duftstoffe erreichen diese Schutzzeiten nicht.

Wie lange schützt Citronella?

Produkte mit ätherischen Ölen schützten im Test meist unter einer Stunde bis gut zweieinhalb Stunden, je nach Zusammensetzung und Mückenart.

Warum werde ich häufiger gestochen als andere?

Ausgeatmetes Kohlendioxid, Körperdüfte wie Fettsäuren und Ammoniak sowie Milchsäure auf der Haut unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.

Was kommt zuerst: Sonnencreme oder Mückenschutz?

Zuerst die Sonnencreme, danach das Repellent. Umgekehrt verdünnt die Creme den Schutzfilm.

Helfen Ultraschall-Apps gegen Mücken?

Ein belastbarer Wirksamkeitsnachweis fehlt. Ein Ventilator wirkt mechanisch deutlich besser.

Was hilft ohne Chemie am meisten?

Fliegengitter, Moskitonetz und das Beseitigen von stehendem Wasser, in dem sich die Larven entwickeln.

Quellen

Geschrieben von Lena, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reisen, Düfte und Entspannung.

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