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Kurzantwort: Wenn du im Oktober ein einziges Ziel wählen musst und Sonne und Baden willst, ist Zypern die sicherste Wahl: rund 27 Grad Luft, etwa 25 Grad Wasser, kaum Regen, vier Flugstunden. Für Wanderungen ist Madeira die bessere Antwort, für eine Städtereise Lissabon, für eine Fernreise Japan.
„Bestes Reiseziel“ hängt davon ab, was du vorhast. Trotzdem gibt es für den Oktober eine Antwort, die für die meisten Reisenden funktioniert, weil sie drei Dinge zugleich liefert: verlässliche Wärme, badbares Meer und kurze Anreise.
Unten steht erst die Empfehlung mit der Begründung, danach die Alternativen für die Fälle, in denen sie nicht passt.
Die Empfehlung: Zypern

Zypern liegt im Levantinischen Becken, dem östlichsten und wärmsten Teil des Mittelmeers. Diese Lage sorgt dafür, dass die Wassertemperatur dort später fällt als überall sonst in Europa. Anfang Oktober liegen um die 26 Grad an, Ende des Monats sind es noch etwa 24.
An Land liegen die Tageshöchstwerte bei rund 27 bis 29 Grad, die Nächte bei 17 bis 19. Regen fällt im Oktober nur an wenigen Tagen; die eigentliche Regenzeit beginnt erst im November. Die Flugzeit ab Deutschland beträgt etwa vier Stunden.
Dazu kommt, dass die Insel mehr als Strand ist. Das Troodos-Gebirge steigt auf knapp 2.000 Meter und wird im Oktober zum Wandergebiet. In Paphos liegt eine römische Ausgrabungsstätte mit Mosaiken, die zum Unesco-Welterbe zählt. Und die Preise fallen nach den Herbstferien deutlich.
Praktisch ist außerdem, dass auf Zypern Linksverkehr herrscht und die Insel klein genug ist, um sie in zwei Wochen mit dem Mietwagen zu umrunden. Von Paphos nach Larnaka sind es gut zwei Autostunden, ins Troodos-Gebirge von jeder Küste aus etwa eine. Ein einziger Standort reicht deshalb aus.
Warum das Wasser dort so lange warm bleibt
Meerwasser gibt Wärme viel langsamer ab als Luft. Das Mittelmeer erreicht seinen Höchststand deshalb erst im August und September, nicht im Juli. Je weiter östlich und je geschlossener ein Becken ist, desto stärker wirkt dieser Effekt.
Deshalb hat Zypern im Oktober noch Sommerwasser, während die Adria oder das Ligurische Meer schon spürbar abgekühlt sind. Wer im Oktober baden will, sollte nach Osten und Süden schauen, nicht nach Westen.
Dieselbe Physik erklärt, warum der Atlantik nie mithält. Er ist tiefer, hat mehr Austausch mit kälterem Wasser und wird durch den Kanarenstrom zusätzlich gekühlt. Portugals Küste bleibt deshalb selbst im Hochsommer bei 18 bis 20 Grad, während das östliche Mittelmeer 27 erreicht.
Wenn du wandern willst: Madeira
Madeira hat im Oktober rund 24 Grad, eine der stabilsten Temperaturkurven Europas und ein Wegenetz entlang der historischen Bewässerungskanäle. Die Levadas laufen fast eben, führen aber durch Lorbeerwald, an Steilhängen entlang und in Höhen über 1.500 Meter.
Der Lorbeerwald der Insel, die Laurissilva, gehört zum Unesco-Welterbe. Für Höhenwanderungen brauchst du Windschutz, weil es auf dem Pico do Arieiro auch im Oktober kühl und neblig sein kann.
Wenn du eine Stadt willst: Lissabon
Lissabon liegt im Oktober bei etwa 22 bis 24 Grad. Die Hitze des Sommers ist weg, die Regenzeit beginnt erst im November, und die Stadt ist begehbar, ohne dass die Steigungen zur Qual werden.
Als Alternativen funktionieren Rom, Sevilla und Palermo aus demselben Grund: Sie sind im August zu heiß und im Oktober genau richtig. Weiter nördlich ist Oktober schon Herbst, dort werden Städtereisen zur Regenlotterie.
Ein praktisches Argument kommt dazu: In Südeuropa haben die großen Museen und Ausgrabungsstätten im Oktober noch Sommeröffnungszeiten, aber deutlich kürzere Schlangen. In Rom, Athen und Sevilla ist das der spürbarste Unterschied zum Hochsommer — nicht das Thermometer, sondern die Wartezeit vor dem Eingang.
Wenn du weit fliegen willst: Japan
In Japan endet im Oktober die Taifunsaison. Die Luft wird trocken und klar, die Temperaturen liegen in Tokio und Kyoto bei etwa 22 Grad, und die Herbstfärbung beginnt im Norden und in den Bergen.
Wer die volle Färbung in Kyoto sehen will, muss allerdings bis Ende November warten. Oktober ist der Monat für angenehmes Wetter, nicht für die roten Ahornpostkarten.
Als Alternative auf der Fernstrecke funktioniert Namibia. Dort endet im Oktober die Trockenzeit, das Wild sammelt sich an den verbliebenen Wasserstellen im Etosha-Nationalpark, und die Nächte sind klar genug für den Sternenhimmel der Südhalbkugel. Heiß wird es allerdings: Tagsüber sind 35 Grad im Landesinneren normal.
Wie du in fünf Minuten selbst entscheidest
Beantworte drei Fragen. Erstens: Willst du ins Wasser? Wenn ja, brauchst du mindestens 23 Grad Meerestemperatur, und das schränkt im Oktober auf Zypern, Israel, das Rote Meer und die Kanaren ein.
Zweitens: Wie viele Flugstunden akzeptierst du? Unter fünf bleiben Mittelmeer, Kanaren und Nordafrika. Über acht öffnen sich Japan, Vietnams Norden und das südliche Afrika.
Drittens: Bist du an Ferientermine gebunden? Wenn ja, prüfe die Herbstferien deines Bundeslandes. Die letzten zehn Oktobertage sind fast überall die günstigsten des Monats.
Häufige Fragen
Ist Zypern Ende Oktober noch warm genug?
Ja. Die Luft liegt dann bei etwa 25 Grad, das Wasser bei 24. Am 25. Oktober endet die Sommerzeit, danach wird es früher dunkel.
Griechenland oder Zypern?
Kreta und Rhodos sind im Oktober ebenfalls gut, liegen aber ein bis zwei Grad kühler, und viele Betriebe schließen Ende des Monats. Zypern hat die längere Saison.
Was ist mit den Kanaren?
Die Kanaren sind die Alternative, wenn du Wind magst und Vulkanlandschaft sehen willst. Wasser um 23 Grad, Luft um 27 — eine halbe Flugstunde weiter als Zypern.
Quellen
- Wikipedia: Mittelmeer
- Wikipedia: Paphos — Unesco-Welterbe auf Zypern
- Wikipedia: Laurisilva von Madeira
- Kultusministerkonferenz: Ferientermine der Bundesländer
Isabel schreibt fuer aromohola.de ueber Orte, die sie selbst bereist hat.

Isabel packt seit Jahren mit leichtem Gepäck und schreibt über Reiseziele, Strände und die beste Reisezeit. Ihre Lieblingsfrage: Wann lohnt sich ein Ort wirklich?







