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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Naturschutzgebiet Pfaffenstein liegt bei Königstein in der Sächsischen Schweiz und ist mit rund 37 Hektar das einzige linkselbische Naturschutzgebiet der Region. Der 434,6 Meter hohe Tafelberg lockt mit Felsnadeln, Aussichtspunkten und einem Turm. Wer wandern will, wählt einen von drei Aufstiegen und bleibt auf den Wegen.
Kurzantwort: Der Pfaffenstein ist ein geschützter Sandsteinberg bei Königstein. Aufstiege führen über den Bequemen Weg, den Klammweg oder das Nadelöhr, oben warten Aussichtsturm, Berggasthof und die Felsnadel Barbarine.
Das Wichtigste in Kürze
- Höhe: 434,6 Meter über Normalhöhennull
- Schutzgebiet: etwa 37 Hektar, geschützt seit 1990 und in heutiger Form seit 1997
- Aufstiege: Bequemer Weg, Klammweg und Nadelöhr
- Wahrzeichen: die 43 Meter hohe Barbarine
Lage und Charakter des Pfaffensteins
Der Pfaffenstein erhebt sich links der Elbe zwischen Königstein und Pfaffendorf. Wikipedia nennt ihn wegen seiner vielgestaltigen Struktur die „Sächsische Schweiz im Kleinen“. Das Gipfelplateau misst in Nord-Süd-Richtung etwa einen Kilometer. In West-Ost-Richtung reicht es bis zu 400 Meter weit und bedeckt rund zwölf Hektar.
Der Rand besteht aus schroffen Sandsteinfelsen. Davor stehen zahlreiche einzelne Türme, darunter die Königspitze, der Förster, der Bundesfels und die Peterskirche. Nachbarberg im Nordwesten ist der 349,6 Meter hohe Quirl.
Naturschutzgebiet Pfaffenstein: Schutzzweck und Fläche
Die erste Unterschutzstellung erfolgte im März 1990. Seit dem 26. Juni 1997 gilt das Gebiet in seiner jetzigen Ausdehnung. Es umfasst etwa 37,02 Hektar mit Plateau und Hängen. Das Areal rund um den Gasthof steht nicht unter Schutz.
Der Schutzzweck ist klar umrissen. Wald und Lebensgemeinschaften sollen sich entwickeln können. Dazu kommt das geologische Denkmal mit Erosionsformen, die in Mitteleuropa einzigartig sind. Außerdem gehört das Gebiet zum europäischen Schutzgebietsnetz. Es ist Teil des Fauna-Flora-Habitats „Tafelberge und Felsreviere der linkselbischen Sächsischen Schweiz“ und des Vogelschutzgebiets „Linkselbische Fels- und Waldgebiete“. Dort steht unter anderem die Brut des Wanderfalken im Mittelpunkt.
Die drei Aufstiege im Vergleich
Drei Wege führen aufs Plateau. Sie unterscheiden sich stark in Charakter und Anspruch.
| Aufstieg | Merkmale |
|---|---|
| Bequemer Weg | Wohl ältester Zugang, an der Westseite durch eine feuchte, bewachsene Schlucht mit einigen Stufen |
| Klammweg | Seit 1913 erschlossen, nutzt Felsspalten und einen Steg, der 2022 erneuert wurde |
| Nadelöhr | Schnellster Weg von Norden, rund 570 Stufen, oben steil mit Eisenleitern |
Der Klammweg endet direkt gegenüber von Berggasthof und Aussichtsturm. Sein Steg mit Stahlträgern aus den 1960er Jahren wurde 2022 komplett ersetzt. Die Kosten lagen laut Wikipedia bei etwa 40.000 Euro. Am Nadelöhr ist der Pfad im oberen Abschnitt so eng, dass keine zwei Personen nebeneinander passen. Der Nationalpark Sächsische Schweiz berichtet auf seiner Website über eine Instandsetzung des Nadelöhrs.
Kurzantwort: Familien mit Kindern wählen meist den Bequemen Weg. Das Nadelöhr verlangt Trittsicherheit und etwas Kondition, der Klammweg braucht Schwindelfreiheit an den Felsspalten.
Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten auf dem Plateau
Oben angekommen, reihen sich mehrere Aussichtspunkte an der Plateaukante. Die Barbarinen-Aussicht zeigt die berühmte Felsnadel und dahinter Gohrisch, Papststein und Zschirnsteine. Bei guter Sicht erscheint sogar der Hohe Schneeberg. Die Südaussicht bietet eine große Terrasse zum Ausruhen.
Der 29 Meter hohe Aussichtsturm aus Sandstein wurde 1904 geweiht. Er bietet einen Rundumblick, der nach Osten und Westen am besten ist. In anderen Richtungen stören Bäume. Die Goldschmidthöhle ist die einzige Höhle, die sich bequem ohne Kletterausrüstung betreten lässt. Im Berggasthof zeigt eine Ausstellung seit 2007 Geologie und Fossilien der Sächsischen Schweiz.
Barbarine: das Wahrzeichen des Berges
Die Barbarine ist eine 43 Meter hohe Felsnadel an der Südspitze des Pfaffensteins. Nach einer Sage schickte eine Mutter ihre Tochter sonntags zur Kirche. Die Tochter sammelte stattdessen Heidelbeeren, und die Mutter verfluchte sie zu Stein. Daher stammt auch der ältere Name Jungfernstein.
Der Blitzeinschlag von 1944 und die anschließende Erosion beschädigten den Kopf der Felsnadel. Er musste mehrfach gesichert werden. Seit 1975 gilt ein Kletterverbot, um den Fels zu retten. Die Erstbesteigung gelang 1905 Rudolf Fehrmann und Oliver Perry-Smith. Heute genießen Besucher den Anblick von der Barbarinen-Aussicht.
Pflanzen und Tiere im Schutzgebiet
Die Vegetation entspricht der des Elbsandsteingebirges. Auf trockenen Felsen wachsen Flechten und Moose. In feuchten Schluchten gedeiht eine deutlich vielfältigere Pflanzenwelt. An der Nord- und Westseite stehen noch natürliche Bestände aus Eichen und Buchen. Auf dem Felsen wachsen Birken und Eichen, am Boden Heidekraut, Heidelbeere und Preiselbeere.
Vor dem Zweiten Weltkrieg galt der Pfaffenstein als bekanntestes Brutrevier des Wanderfalken im Elbsandstein. Nach der Wiederansiedlung ab 1989 brütete der Vogel 1993 erstmals wieder in den Felswänden. Seither horstet jedes Jahr mindestens ein Paar. Seit 1990 brüten auch Kolkraben am Berg, und 2015 fand sich erstmals ein Uhu-Horst. Deshalb gilt es, Lärm zu vermeiden und die Wege nicht zu verlassen.
Klettern am Pfaffenstein
Der Berg zählt 32 offiziell anerkannte Klettergipfel mit über 850 Kletterwegen und Varianten. Damit gehört er zu den bedeutendsten Teilgebieten des Klettergebiets Sächsische Schweiz. Der Nordturm wurde 1900 als erster markanter Gipfel bestiegen. Die Königspitze folgte 1929 als letzter schwerer Gipfel. Einige Stellen wie der Dom oder die Nasse Schlucht dürfen seit der Ausweitung des Schutzgebiets nur noch beim Klettern betreten werden.
Tipps für den Besuch und Wandern mit Hund
Für den Besuch empfehlen sich feste Schuhe, denn Stufen und Schluchten sind oft feucht. Wer Tiere und Pflanzen schützen will, bleibt auf den markierten Wegen und nimmt seinen Abfall wieder mit. Vierbeiner gehören in Schutzgebieten meist an die Leine. Tipps dazu liefert der Ratgeber Wandern in der Sächsischen Schweiz mit Hund. Allgemeine Hinweise für Touren mit Vierbeinern stehen im Beitrag Wandern mit Hund.
Wer mehrere Tage bleibt, kombiniert den Pfaffenstein mit weiteren Touren der Region. Ideen für Aktivreisen bündelt der Artikel Wandern im Urlaub. Der Berggasthof dient als Bildungsstätte für Erlebnisgeologie und Waldpädagogik.
Fazit
Das Naturschutzgebiet Pfaffenstein verbindet Geologie, Geschichte und Aussicht auf kleinem Raum. Die Kombination aus Tafelberg, Barbarine und Aussichtsturm macht den Berg zu einem der lohnendsten Ziele bei Königstein. Wer die Wege respektiert, hilft Wanderfalke, Uhu und Felsflora.
FAQ – Häufige Fragen
Wo liegt das Naturschutzgebiet Pfaffenstein?
Es liegt in Sachsen bei Königstein, links der Elbe. Der Berg gehört zur Sächsischen Schweiz und erhebt sich rund 100 Meter über das Umland.
Wie hoch ist der Pfaffenstein?
Der Tafelberg misst 434,6 Meter über Normalhöhennull. Das Gipfelplateau liegt im Schnitt etwa 100 Meter über der Umgebung.
Wie groß ist das Naturschutzgebiet?
Das Gebiet umfasst etwa 37 Hektar. Es schließt Plateau und Hänge ein, nur das Areal um den Gasthof gehört nicht dazu.
Seit wann steht der Pfaffenstein unter Naturschutz?
Eine erste Unterschutzstellung erfolgte im März 1990. Im jetzigen Umfang gilt der Schutz seit dem 26. Juni 1997.
Welche Aufstiege gibt es?
Drei Wege führen aufs Plateau: der Bequeme Weg, der Klammweg und das Nadelöhr. Weitere Zugänge sind gesperrt oder dienen nur Kletterern.
Wie viele Stufen hat das Nadelöhr?
Der Pfad zählt rund 570 ungleichmäßig hohe Stufen. Im oberen Teil führen feste Eisenleitern durch ein enges Felsloch.
Darf man die Barbarine besteigen?
Nein. Seit 1975 gilt ein Kletterverbot, weil die Erosion den Felskopf stark beschädigt hat. Von der Barbarinen-Aussicht lässt sie sich gut betrachten.
Kann man auf dem Pfaffenstein einkehren?
Ja, auf dem Plateau steht ein Berggasthof. Öffnungszeiten ändern sich, deshalb lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die aktuellen Angaben.
Welche Tiere leben am Pfaffenstein?
Brutvögel prägen das Bild, darunter Wanderfalke, Turmfalke, Kolkrabe und Uhu. Auch Spechte und mehrere Eulenarten sind hier zu Hause.
Sind Hunde erlaubt?
Für Naturschutzgebiete gelten meist Leinen- und Wegegebote. Die genauen Regeln stehen vor Ort und bei den Betreibern des Berggasthofs.
Quellen

Isabel packt seit Jahren mit leichtem Gepäck und schreibt über Reiseziele, Strände und die beste Reisezeit. Ihre Lieblingsfrage: Wann lohnt sich ein Ort wirklich?






