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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Die Sieben Churfirsten bei Sipplingen sind sieben pfeilerartige Sandsteinfelsen am Rotweilerberg über dem Überlinger See. Sie stehen im Naturschutzgebiet Sipplinger Dreieck und lassen sich in kurzer Wanderung erreichen. Vom Parkplatz Süßenmühle sind es 0,4 Kilometer, von der Ortsmitte 1,8 Kilometer.
Kurzantwort: Die Sieben Churfirsten in Sipplingen sind fünf bis sieben Meter hohe Sandsteinfelsen mit „Mützen“ aus härterem Gestein. Sie liegen im Naturschutzgebiet Sipplinger Dreieck und sind zu Fuß leicht erreichbar.
Das Wichtigste in Kürze
- Lage: Rotweilerberg im Naturschutzgebiet Sipplinger Dreieck
- Felsen: fünf bis sieben Meter hoch, aus Sandstein
- Anfahrt: 0,4 km ab Parkplatz Süßenmühle, 1,8 km ab Ortsmitte
- Verwechslung: Die Schweizer Churfirsten sind ein Gebirge im Kanton St. Gallen
Sieben Churfirsten bei Sipplingen: Was ist das?
Die Felsgruppe gilt als geologische Besonderheit innerhalb des Naturschutzgebiets. Es handelt sich um schmale Sandsteinsäulen. Sie entstanden in der Nacheiszeit, als Regen und Wind das weiche Gestein abtrugen. Oben auf jedem Pfeiler sitzt eine Kappe aus härterem Material. Diese Kappe schützte den Sandstein darunter vor der Abtragung.
Der Name geht auf die Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches zurück. Mit ihren Mützen sollen die Felsen den Kurfürsten ähnlich sehen. So beschreibt es die Wikipedia. Wer die Formen aus der Nähe betrachtet, versteht die Idee schnell. Die Säulen stehen dicht beieinander und tragen ihre Kappen wie Hüte.
Lage: Sipplinger Dreieck am Überlinger See
Sipplingen liegt im Bodenseekreis, etwa sechs Kilometer nordwestlich von Überlingen. Der Ort zieht sich am Steilufer des Überlinger Sees entlang. Der See misst hier etwa 395 Meter über dem Meer, der Oberhang steigt bis rund 470 Meter an. Der Überlinger See ist der nordwestliche Teil des Obersees und gehört vollständig zu Deutschland.
Das Naturschutzgebiet Sipplinger Dreieck umfasst rund 15 Hektar. Es besteht aus vier Teilgebieten: Rotweilerberg, Absberg, Burghalde und dem Bereich Geigenberg mit Löchenberg. Das Regierungspräsidium Tübingen wies es am 16. Februar 1989 aus. Die Höhen reichen von 400 bis 528 Metern. Die Sieben Churfirsten stehen am Rotweilerberg.
Anfahrt und Wanderung zu den Churfirsten
Die Felsen lassen sich auf zwei Wegen erreichen. Wer mit dem Auto kommt, parkt am Parkplatz Süßenmühle. Von dort geht es 0,4 Kilometer zu Fuß. Wer im Dorf übernachtet, startet an der Ortsmitte und läuft 1,8 Kilometer.
| Startpunkt | Entfernung zu den Felsen |
|---|---|
| Parkplatz Süßenmühle | 0,4 km |
| Ortsmitte Sipplingen | 1,8 km |
Der Ort hat einen Bahnhof an der Strecke Stahringen–Friedrichshafen. Er gehört zum Verkehrsverbund bodo. Damit klappt die Anreise ohne Auto. Durch Sipplingen führt außerdem der Bodensee-Radweg. Radler können den Abstecher zu den Felsen also mit der Tour um den See verbinden.
Wer mehr Zeit mitbringt, plant eine größere Runde. Ideen dafür liefern die Artikel zu Wanderungen in Süddeutschland und zum Wanderurlaub.
Geologie: Wie Sandstein zu „Kurfürsten“ wird
Das Sipplinger Dreieck liegt in den Molassehängen der Überlinger Steiluferlandschaft. Molasse bezeichnet Ablagerungen, die beim Abtragen der Alpen entstanden. Im deutschen Alpenvorland und im Schweizer Mittelland sind sie weit verbreitet. Am Bodensee bilden sie die Steilhänge.
Die Erosion arbeitet an solchen Hängen dauerhaft. Weiches Gestein verliert Körnchen für Körnchen. Härtere Schichten bleiben länger stehen. So entstehen Türme mit Kappen, wie sie bei den Churfirsten zu sehen sind. Die Felsen verändern sich weiter. Deshalb bleibt Abstand sinnvoll, und Klettern ist keine gute Idee.
Naturschutzgebiet: Pflanzen und Tiere
Der Schutzzweck des Gebiets ist der Erhalt naturnaher Vegetationseinheiten. Sie bieten Lebensraum für gefährdete und besonders geschützte Arten. Zur Flora zählen laut Wikipedia unter anderem Buchen, Geißklee, Kiefern und Seggen. Dazu kommen die Pfingstnelke, die Rispige Graslilie und das Nickende Leimkraut.
Bei den Tieren nennt die Quelle Amphibien, Reptilien, Schmetterlinge und Bienen. Von den Vögeln sind Berglaubsänger, Neuntöter und Wendehals aufgeführt. Wer leise unterwegs ist, hat gute Chancen auf Beobachtungen. Ein Fernglas gehört in den Rucksack.
Kurzantwort: Im Naturschutzgebiet gelten Schutzregeln. Auf den Wegen bleiben, nichts pflücken, keinen Müll hinterlassen und Hinweisschilder beachten.
Sieben Churfirsten und Schweizer Churfirsten: Der Unterschied
Der Begriff führt oft in die Irre. Die bekannten Churfirsten liegen im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Sie gehören zu den Appenzeller Alpen und liegen zwischen dem oberen Toggenburg und dem Walensee. Je nach Zählweise sind es sechs bis dreizehn Berge.
In der Tourismuswerbung heißen sie „sieben Churfirsten“. Von Westen nach Osten sind das Selun, Frümsel, Brisi, Zuestoll, Schibenstoll, Hinderrugg und Chäserrugg. Der Hinderrugg ist mit 2306 Metern der höchste Gipfel. Die Wikipedia erwähnt die kleine Felsformation bei Sipplingen sogar im Artikel über das Schweizer Gebirge. Die Verwechslung liegt also nahe.
Wer nach dem Ausflug am See bleiben will, findet Ideen im Beitrag Urlaub am Bodensee: Hotels.
Sipplingen entdecken: Mehr als die Felsen
Das Dorf lohnt einen längeren Halt. Der historische Dorfkern steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Am Haldenhof steht eine über tausend Jahre alte Linde. Die Hildegardlärche über Sipplingen gilt als eine der mächtigsten Lärchen Deutschlands und wird mit 45 Metern Höhe angegeben.
Am Ufer gibt es zwei Yachthäfen und ein öffentliches Strandbad. Rund um Sipplingen wurden zudem etwa 20 Pfahlbausiedlungen nachgewiesen. Die erste stammt laut Jahrringuntersuchungen aus dem Jahr 3919 vor Christus. Für Familien bietet sich ein Blick in Bodensee-Urlaub mit Kindern.
Praktische Tipps für den Besuch
- Festes Schuhwerk anziehen, denn Hänge und Wurzeln sind oft rutschig
- Wasser und Sonnenschutz mitnehmen, Schatten ist begrenzt
- Am Steilhang auf Hangrutschungen und Felsstürze achten
- Bei Nässe die Felsen nicht betreten
- Vor der Fahrt aktuelle Sperrungen prüfen
Zu Sperrungen kommt es in der Region gelegentlich. Wegen Hangrutschungen und Felsstürzen mussten Straße, Radweg und Bahnstrecke bei Sipplingen schon gesperrt werden. Für die kurze Strecke zu den Felsen spielt das selten eine Rolle, für die Anreise aber schon.
Fazit
Die Sieben Churfirsten bei Sipplingen sind ein kleines, aber eindrucksvolles Ziel am Bodensee. Der Weg ist kurz, die Felsen sind ungewöhnlich, und das Umfeld bietet Natur, Geschichte und Seeblick. Wer das Naturschutzgebiet achtet, hat hier einen lohnenden Halbtagsausflug.
FAQ – Häufige Fragen
Wo liegen die Sieben Churfirsten in Sipplingen?
Sie stehen am Rotweilerberg im Naturschutzgebiet Sipplinger Dreieck oberhalb von Sipplingen am Überlinger See.
Wie hoch sind die Felsen?
Die Sandsteinpfeiler sind fünf bis sieben Meter hoch.
Wie weit ist der Fußweg vom Parkplatz?
Vom Parkplatz Süßenmühle sind es 0,4 Kilometer.
Wie weit ist es von der Ortsmitte?
Von der Ortsmitte Sipplingens sind es 1,8 Kilometer.
Woher kommt der Name?
Der Name soll sich von den Kurfürsten herleiten. Die Felsen mit ihren Mützen ähneln ihnen.
Wie sind die Felsen entstanden?
Regen und Wind trugen in der Nacheiszeit weichen Sandstein ab. Härteres Gestein schützte die Spitzen als Kappen.
Sind das die Churfirsten aus der Schweiz?
Nein. Die Schweizer Churfirsten sind ein Gebirge im Kanton St. Gallen. Die Felsgruppe bei Sipplingen teilt nur den Namen.
Kann ich mit der Bahn anreisen?
Ja. Sipplingen hat einen Bahnhof an der Strecke Stahringen–Friedrichshafen.
Führt der Bodensee-Radweg vorbei?
Ja. Der Bodensee-Radweg verläuft durch Sipplingen.
Gibt es weitere Sehenswürdigkeiten im Ort?
Ja. Dazu zählen der denkmalgeschützte Dorfkern, die alte Linde am Haldenhof und die Pfarrkirche St. Martin.
Quellen

Isabel packt seit Jahren mit leichtem Gepäck und schreibt über Reiseziele, Strände und die beste Reisezeit. Ihre Lieblingsfrage: Wann lohnt sich ein Ort wirklich?






