Hund auf einem Wanderweg im Gebirge

Wandern mit Hund: Regeln, Ausrüstung und Grenzen

Kurzantwort: Gesunde, ausgewachsene Hunde mittlerer Größe schaffen Tagestouren von 10 bis 20 Kilometern, wenn sie daran gewöhnt sind. Welpen, alte Hunde und kurznasige Rassen deutlich weniger. In der freien Landschaft gilt je nach Bundesland zwischen März und Juli eine Anleinpflicht. Wasser, Napf, Zeckenzange und ein Erste-Hilfe-Set gehören in jeden Rucksack.

Ein Hund macht das Wandern besser und die Planung aufwendiger. Er läuft die doppelte Strecke, trinkt mehr als du denkst, kann nicht sagen, dass die Pfoten wehtun, und ist rechtlich gesehen in fast jedem Bundesland anders geregelt.

Diese Übersicht geht der Reihe nach durch: Kondition, Recht, Ausrüstung, Hitze, Weidevieh, Übernachtung und Auslandsreisen.

Was dein Hund wirklich schafft

Hund trinkt Wasser aus einem Napf
Wasser regelmäßig anbieten, nicht erst wenn der Hund stark hechelt. Foto: Slyronit, CC BY-SA 4.0

Kondition ist eine Frage von Training, nicht von Rasse allein. Ein gesunder, trainierter Hund mittlerer Größe bewältigt eine Tagestour von 10 bis 20 Kilometern. Wer bislang nur Runden um den Block gedreht hat, steigert in Wochen, nicht in Tagen.

Welpen sind die große Ausnahme. Solange die Wachstumsfugen nicht geschlossen sind, schadet zu viel Belastung den Gelenken. Als Faustregel gilt in der Hundehaltung etwa fünf Minuten Gassigang pro Lebensmonat und Gang — bei einem viermonatigen Welpen also rund zwanzig Minuten. Für eine Bergtour ist das noch lange nichts.

Kurznasige Rassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Boxer haben durch ihre Anatomie eine eingeschränkte Kühlleistung, weil Hunde Wärme fast ausschließlich über das Hecheln abgeben. Für sie sind lange Touren, Steigungen und Wärme eine ernsthafte Belastung. Auch bei alten Hunden und solchen mit Gelenkproblemen gehört die Planung vorher zur Tierärztin.

Leinenpflicht und Brut- und Setzzeit

Naturschutz ist Ländersache, und deshalb gilt beim Anleinen kein bundesweit einheitliches Datum. Mehrere Bundesländer schreiben in der freien Landschaft und im Wald eine befristete Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit vor. Sachsen-Anhalt regelt sie vom 1. März bis 15. Juli, Niedersachsen vom 1. April bis 15. Juli, Bremen ab dem 15. März, das Saarland bis Ende Juni.

Unabhängig davon gelten in Naturschutzgebieten, Nationalparks und auf Deichen fast überall ganzjährige Leinenpflichten, und einzelne Kommunen erlassen eigene Regelungen. Bußgelder liegen je nach Land im dreistelligen bis vierstelligen Bereich. Vor einer Tour in unbekanntem Gebiet lohnt der Blick auf die Seite der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde.

Der Grund dahinter ist einfach: Zwischen Frühjahr und Hochsommer sitzen Jungtiere im hohen Gras, brüten Bodenbrüter, und Rehkitze fliehen nicht, sondern drücken sich. Ein stöbernder Hund richtet dort Schaden an, auch ohne zu jagen.

Was in den Rucksack gehört

Wasser und ein faltbarer Napf sind Pflicht, auch auf kurzen Touren. Bäche und Pfützen sind keine verlässliche Quelle, weil stehendes Wasser im Sommer Blaualgen enthalten kann, die für Hunde gefährlich sind.

Dazu kommen eine Zeckenzange, ein Verbandpäckchen, selbsthaftende Binde, Pfotenschuh oder Socke für den Notfall, Kotbeutel und eine Reserveleine. Wer im Gebirge unterwegs ist, nimmt ein Geschirr mit Haltegriff mit — damit lässt sich ein Hund über eine Leiter oder eine Felsstufe heben.

Ein Zeckenschutz sollte vor der Saison mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden. In Süddeutschland und Teilen Ostdeutschlands sind Zecken das Jahr über aktiv, sobald es einige Tage über sieben Grad warm ist.

Hitze, Pfoten und Untergrund

Hunde kühlen fast nur über die Atmung. Ab etwa 25 Grad wird eine anstrengende Tour riskant, ab 28 Grad gehört sie abgesagt oder auf den frühen Morgen verlegt. Anzeichen für Überhitzung sind schnelles, flaches Hecheln, Taumeln, ziegelrote Schleimhäute und Erbrechen — das ist ein Notfall.

Für Asphalt gilt eine einfache Probe: Halte den Handrücken fünf Sekunden auf den Boden. Ist es dir zu heiß, ist es für die Pfoten zu heiß. Scharfer Schotter, Geröll und vereiste Wege reiben die Ballen auf; nach der Tour lohnt der Blick zwischen die Zehen.

Weidevieh und Herdenschutzhunde

Rinder und besonders Mutterkühe reagieren auf Hunde als Bedrohung. Der Deutsche Alpenverein rät, Weiden weiträumig zu umgehen, den Hund kurz anzuleinen und ihn bei einem Angriff loszulassen, weil er allein schneller entkommt als du mit ihm an der Leine.

Bei Herdenschutzhunden gilt dasselbe in verschärfter Form: ruhig bleiben, stehen bleiben, nicht rennen, den eigenen Hund dicht bei sich führen und die Herde in großem Abstand umgehen. Diese Hunde verteidigen ein Revier, sie greifen nicht grundlos an.

Hütten, Seilbahnen, Ausland

Nicht jede Berghütte nimmt Hunde auf, und wo es geht, ist eine Voranmeldung nötig. Viele Seilbahnen befördern Hunde nur mit Maulkorb, manche gar nicht. Beides klärst du vorab, sonst steht die Abstiegsvariante im Regen.

Für Reisen innerhalb der EU brauchst du den EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung. Die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor der Einreise erfolgt sein. Einzelne Länder verlangen zusätzlich eine Behandlung gegen den Fuchsbandwurm oder haben Rasselisten mit Maulkorb- und Leinenpflicht.

Plane das früh. Wer den Ausweis erst zwei Wochen vor der Abfahrt besorgt, hat die Wartefrist nach der Tollwutimpfung nicht mehr im Griff und steht an der Grenze ohne gültige Papiere da.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser braucht ein Hund unterwegs?

Mehr, als die meisten mitnehmen. Biete alle 30 bis 45 Minuten Wasser an, statt zu warten, bis er hechelt. Bei Wärme und Anstieg entsprechend häufiger.

Darf mein Hund im Wald frei laufen?

Das hängt vom Bundesland, vom Schutzstatus des Gebiets und von der Jahreszeit ab. Verlässlich ist nur die Auskunft der zuständigen Naturschutzbehörde oder Forstverwaltung.

Ab welchem Alter sind Bergtouren möglich?

Erst nach Abschluss des Wachstums, je nach Größe zwischen zwölf und achtzehn Monaten. Vorher lieber viele kurze Wege als eine lange Tour.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.

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