Bergwiese vor einer Bergkette

Bestes Reiseziel im Mai: Auswahl nach Wetter und Andrang

Kurzantwort: Im Mai sind Zypern, die türkische Riviera und Kreta die stärksten Ziele am Mittelmeer, weil Luft und Wasser bereits warm sind und der Andrang noch fehlt. Für Wanderungen und Städtereisen sind Madeira, Mallorca, Andalusien, Portugal und Süditalien ideal. Weltweit passen Japan, Jordanien und das südliche Afrika, während in Südostasien und auf den Malediven der Südwestmonsun einsetzt.

Der Mai bekommt in Reiseratgebern selten den ersten Platz, verdient ihn aber häufig. Er verbindet lange Tage mit gemäßigten Temperaturen und Preisen, die noch nicht auf Hauptsaison stehen.

Wer zwischen Feiertagen und Brückentagen geschickt plant, bekommt aus wenigen Urlaubstagen eine lange Reise.

Der Überblick geht nach Reisearten vor: erst Baden, dann Städte, dann Natur und zuletzt die Fernziele.

Warum der Mai ein starker Reisemonat ist

Drei Dinge treffen im Mai zusammen: Die Tage sind fast so lang wie im Juni, die Mittelmeerländer haben ihre Saison geöffnet, und die Schulferien der meisten Bundesländer liegen noch vor oder hinter dem Monat.

Dazu kommt die Vegetation. In Südeuropa blüht im Mai, was im Juli längst verdorrt ist, und in den Alpen sind die Täler grün, während oben noch Schnee liegt.

Der Nachteil betrifft das Wasser. Das Mittelmeer braucht bis in den Juni, um wirklich warm zu werden.

Baden im Mai: der Osten führt

Zypern liegt vorn. In Larnaka erreicht die Luft im Mai im Mittel 26,1 Grad, das Meer 21 Grad. An der türkischen Riviera sind es in Antalya 26,4 Grad Luft und ebenfalls 21 Grad Wasser.

Kreta hinkt etwas hinterher: Iraklio kommt auf 23,5 Grad Luft und 19 Grad Wassertemperatur. Zum Schwimmen ist das für die meisten zu frisch, für Wanderungen und Ausgrabungsstätten dagegen ideal.

Deutlich wärmer ist das Rote Meer. Hurghada meldet im Mai 33 Grad am Tag und 26 Grad Wasser, allerdings mit dem Sommer bereits im Anmarsch.

Gasse in der Altstadt von Rhodos
Städtereisen in den Süden sind im Mai angenehmer als im Hochsommer. Foto: Luc Coekaerts, CC0

Städte: Süden vor Norden

Rom, Sevilla, Lissabon, Neapel und Istanbul sind im Mai auf ihrem besten Stand. Sehenswürdigkeiten lassen sich am Nachmittag besuchen, ohne dass die Hitze den Tag halbiert.

Auch Nordeuropa lohnt sich: In Kopenhagen, Stockholm und Edinburgh sind die Tage bereits lang, die Preise aber niedriger als im Juli. Regen gehört dort zum Programm, unabhängig vom Monat.

Ein Sonderfall sind die großen Kulturhauptstädte des Südens. Wer Rom, Florenz oder Barcelona besucht, sollte Eintrittskarten für die bekannten Häuser vorab buchen, weil im Mai die Klassenfahrten und die ersten Kreuzfahrtgruppen zusammenkommen.

Für Kurzreisen mit der Bahn ist der Mai ebenfalls günstig. Nachtzüge nach Wien, Zürich und Mailand sind noch nicht ausgebucht, und die Fahrt durch die Alpen zeigt zu dieser Jahreszeit Schnee und Frühling in einem Bild.

Wandern und Natur

Auf Madeira liegt die mittlere Tageshöchsttemperatur im Mai bei 20,9 Grad, ein guter Wert für Levada-Wege und Bergpfade. Mallorcas Tramuntana zeigt im Mai dasselbe Bild: warm genug, aber nicht heiß.

In den Alpen und Dolomiten sind die Höhenwege im Mai oft noch gesperrt. Die Talrouten, die Seen und die Vorberge funktionieren dagegen bereits, ebenso die Küstenwege Liguriens und der Cinque Terre.

Die Azoren und Nordspanien starten im Mai in ihre beste Zeit, ebenso Schottland, wo die Mücken erst später im Sommer zum Problem werden.

In Deutschland selbst ist der Mai der Monat der Flusstäler. Mosel, Ahr, Altmühl und Werra sind grün, die Radwege trocken, und die Übernachtungspreise liegen noch unter dem Sommerniveau. Die Nord- und Ostseeküste ist windig, aber leer.

Was den Mai unangenehm machen kann

Zwei Risiken gehören zur Planung. Erstens das Wetter in Mitteleuropa, das im Mai zwischen 25 Grad und Dauerregen alles bereithält. Zweitens die Schneelage in den Bergen, die Wanderungen oberhalb von etwa 1.800 Metern häufig noch verhindert.

In beiden Fällen hilft ein Ziel mit Alternativprogramm. Eine Region mit Museen, Thermen oder einer Stadt in der Nähe fängt einen verregneten Tag ab, eine reine Wanderdestination nicht.

Bei Flügen lohnt außerdem der Blick auf den Reiseveranstalter. Manche Häuser öffnen erst Mitte Mai, und ein Hotel in der Anlaufphase arbeitet selten schon auf vollem Niveau.

Fernziele im Mai

Japan liegt nach der Golden Week Anfang Mai günstig: mildes Wetter, wenig Regen, moderate Preise. Jordanien und der Oman sind noch begehbar, bevor der Hochsommer kommt.

Im südlichen Afrika beginnt die Trockenzeit. Namibia, Botswana und der Norden Südafrikas sind ab Mai gut für Wildbeobachtung geeignet, weil das Gras niedrig steht und sich die Tiere an Wasserstellen sammeln.

Zurückhaltung ist bei den Malediven angebracht. Dort beginnt im Mai der Südwestmonsun, der bis Oktober läuft und in Juni und Juli Wind und intensivere Niederschläge bringt.

Feiertage, Brückentage und Preise

Der 1. Mai, Christi Himmelfahrt und Pfingsten fallen in den Monat. Um diese Termine herum ziehen die Preise für Flüge und Ferienwohnungen spürbar an, ebenso an den Zielen selbst.

Wer flexibel ist, legt die Reise in die Wochen dazwischen. Der Unterschied zwischen einer Pfingstwoche und der Woche davor beträgt bei Flügen häufig ein Vielfaches.

Häufige Fragen

Kann man im Mai schon im Mittelmeer baden?

Im östlichen Mittelmeer eher als im westlichen. Zypern und Antalya liegen bei rund 21 Grad Wassertemperatur, Kreta bei 19 Grad.

Wo ist es im Mai zuverlässig warm?

Am Roten Meer. Hurghada kommt im Mai auf 33 Grad Luft und 26 Grad Wasser.

Welche Ziele sollte man im Mai meiden?

Die Malediven und weite Teile Südostasiens, weil dort die feuchte Monsunphase beginnt.

Ist der Mai günstiger als der Juni?

Außerhalb von Pfingsten meist ja. Die Preise ziehen erst mit den ersten Sommerferien deutlich an.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.

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