Inhalt
Kurzantwort: Im Nationalpark Sächsische Schweiz herrscht Leinenpflicht für Hunde, ausnahmslos und unabhängig von Rasse oder Gehorsam. In den Kernzonen, die nach Angaben der Nationalparkverwaltung 23 Prozent der Fläche ausmachen, gilt zusätzlich Wegegebot: Betreten ist nur auf markierten Wanderwegen erlaubt. Der bekannte Malerweg lässt sich mit Hund über weite Strecken laufen, einzelne Etappen mit Eisenleitern oder engen Felsspalten – etwa die Wolfsschlucht oder das Nadelöhr am Pfaffenstein – müssen über ausgeschilderte Alternativrouten umgangen werden. In Bus und Bahn sind Hunde nur mit Maulkorb und Leine erlaubt.
Das Elbsandsteingebirge zählt zu den beliebtesten Wandergebieten Deutschlands – schroffe Felsen, Tafelberge und tief eingeschnittene Schluchten auf engem Raum. Für Hundehalter kommt eine Besonderheit dazu: Ein Teil der Region ist Nationalpark, und dort gelten strengere Regeln als im umliegenden Landschaftsschutzgebiet.
Wer das vorher kennt, kann die Tour entsprechend planen, statt vor Ort vor einer Eisenleiter zu stehen, die der eigene Hund nicht erklimmen kann.
Leinenpflicht ohne Ausnahme
Im gesamten Nationalpark Sächsische Schweiz gilt laut der offiziellen Tourismusseite der Region Leinenpflicht für Hunde. Der Hund muss demnach ausnahmslos und zu jeder Zeit angeleint bleiben – unabhängig davon, wie gut er gehorcht oder welcher Rasse er angehört. Begründet wird die Regel mit dem Schutz der im Wald lebenden Tiere und mit der Rücksicht auf andere Besucherinnen und Besucher, die auf den teils schmalen Pfaden aufeinandertreffen.
Kernzonen: zusätzliches Wegegebot
Der Nationalpark gliedert sich in Zonen mit unterschiedlich strengen Regeln. In der Kernzone, die rund 23 Prozent der Nationalparkfläche einnimmt, gilt zusätzlich zur Leinenpflicht ein Wegegebot: Betreten ist ausschließlich auf den markierten Wander- und Bergpfaden erlaubt, ein Abweichen davon ist nicht gestattet. Der Grund ist derselbe wie bei der Leinenpflicht – Tieren und Pflanzen sollen Rückzugsräume bleiben, in denen sie ungestört Nahrung suchen oder Nachwuchs aufziehen können.

Der Malerweg mit Hund: Etappe für Etappe
Der Malerweg ist mit acht Etappen und rund 112 Kilometern der bekannteste Weitwanderweg der Region. Nach Angaben der Tourismusseite der Sächsischen Schweiz lassen sich die Etappen 1, 3 und 5 ohne größere Hindernisse mit Hund laufen. Bei den übrigen Etappen braucht es Umwege: Auf Etappe 2 empfiehlt sich eine Umgehung der Wolfsschlucht über den Hohnsteiner Lehrpfad, auf Etappe 4 ein Ausweichen über die Route bei der Ostrauer Mühle statt des steilen Jägersteigs. Etappe 6 lässt sich unter Umgehung der Eisenleitern am Gohrisch laufen, auf Etappe 7 wird das enge „Nadelöhr“ am Pfaffenstein umgangen – dafür liegt die barrierearme Diebeshöhle auf der Alternativroute. Etappe 8 lässt den Rauenstein über Forstwege umgehen.
Hindernisse erkennen: Leitern, Spalten, Stufen
Was für Menschen ein spannendes Kletterelement ist, wird für einen Hund schnell zum echten Problem: schmale Eisenleitern, enge Felsspalten oder ausgesetzte Stufen ohne Geländer. Wer eine Tour plant, sollte vorab prüfen, ob eine Etappe solche Abschnitte enthält, und notfalls die vorgeschlagenen Alternativrouten nutzen, statt den Hund an einer Leiter tragen zu müssen.

Praktische Tipps: Verkehrsmittel und Verpflegung
Wer die Rückfahrt zum Ausgangspunkt mit Bus oder Bahn plant, muss den Hund dort zusätzlich zur Leine mit Maulkorb sichern. Das betrifft vor allem die S-Bahn-Verbindungen entlang der Elbe und die Wanderbusse, die viele Ausgangspunkte der Malerweg-Etappen miteinander verbinden. Ein Ersatzmaulkorb im Rucksack lohnt sich, falls der gewohnte beim Wandern verloren geht oder beschädigt wird.
Nicht jede Route führt an Bachläufen oder Tränken vorbei, an denen der Hund trinken kann, gerade auf den felsigen Plateauwegen fehlt Wasser oft über weite Strecken. Wer mehrstündige Etappen plant, sollte deshalb ausreichend Wasser und Futter für den Hund selbst mitführen, statt sich auf natürliche Wasserstellen entlang des Weges zu verlassen. Eine faltbare Trinkschale spart dabei Gewicht gegenüber einem starren Napf.
Alternativen abseits des Nationalparks
Nicht die gesamte Sächsische Schweiz ist Nationalpark – ein großer Teil liegt im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet, wo die Regeln lockerer sind und Hunde unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Leine laufen dürfen. Zwei Wanderführer mit ausgewiesenen Hundetouren – „Fred & Otto unterwegs in der Sächsischen Schweiz“ mit 30 Routen und ein Rother-Wanderführer mit 38 hundetauglichen Strecken – helfen bei der Auswahl abseits der Nationalparkgrenzen.
Beste Jahreszeit für Touren mit Hund
Der Sandstein der Region speichert im Sommer Wärme und gibt sie über den Tag ab, was Pfoten auf ausgesetzten Felsplateaus zusätzlich belastet. Frühling und Herbst sind deshalb angenehmer als die heißen Sommermonate, zumal die Wege dann weniger überlaufen sind als in der Hochsaison zwischen Juli und August, wenn sich an beliebten Aussichtspunkten wie der Bastei lange Besucherschlangen bilden. Im Winter können vereiste Stufen und Leitern zusätzliche Vorsicht verlangen, gerade an den Passagen, die ohnehin schon als schwierig gelten.
Anreise und Ausgangspunkte
Viele Startpunkte der Malerweg-Etappen liegen an Bahnhöfen der S-Bahn-Linie entlang der Elbe zwischen Dresden und der tschechischen Grenze, etwa in Pirna, Rathen oder Bad Schandau. Das erlaubt es, ohne eigenes Auto anzureisen und nach der Wanderung mit Bus oder Bahn zum Ausgangspunkt zurückzukehren – vorausgesetzt, der Hund trägt dabei wie vorgeschrieben einen Maulkorb.
Häufige Fragen
Muss der Hund im gesamten Elbsandsteingebirge an der Leine bleiben?
Verbindliche Leinenpflicht gilt im Nationalpark. Im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet gelten teils lockerere Regeln, die sich von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden können.
Welche Malerweg-Etappen sind am einfachsten mit Hund?
Die Etappen 1, 3 und 5 gelten nach Angaben der Tourismusseite als unproblematisch, alle anderen benötigen ausgeschilderte Alternativrouten um Leitern oder enge Passagen.
Quellen
- Sächsische Schweiz Tourismus: Wandern mit Hund
- Sächsische Schweiz Tourismus: Nationalpark Sächsische Schweiz
Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.







