Inhalt
Kurzantwort: Mit Kindern unter sechs Jahren sind Ziele in vier bis fünf Stunden Anreise am entspanntesten: Ostsee, Nordsee, Bodensee, Südtirol, Gardasee. Ab dem Grundschulalter kommen Flugziele mit zwei bis drei Stunden Flugzeit dazu, etwa Mallorca, Kreta oder Rhodos. Entscheidend sind flaches Wasser, kurze Wege und ein Quartier mit Küche oder Kühlschrank.
Die Frage nach dem besten Familienziel wird meist mit einer Liste beantwortet. Hilfreicher ist die Reihenfolge: erst der Weg, dann das Alter, dann das Ziel.
Ein Ort, der für eine Familie mit einem Kleinkind ideal ist, kann für zwei Schulkinder langweilig sein. Und ein langer Flug macht auch das schönste Hotel zunichte, wenn die Ankunft nachts um zwei erfolgt.
Der folgende Überblick sortiert Ziele nach Anreisedauer und nennt, für welches Alter sie taugen.
Zuerst der Weg, dann das Ziel
Kinder erleben die Anreise als Teil des Urlaubs, nicht als Vorspiel. Eine Autofahrt von zwölf Stunden kostet zwei Urlaubstage, einen für die Hinfahrt und einen für die Erholung davon.
Als Faustregel hat sich bewährt: bis zum Kindergartenalter höchstens fünf Stunden Fahrt oder zwei Stunden Flug, im Grundschulalter das Doppelte. Ab etwa zehn Jahren spielt die Dauer kaum noch eine Rolle, dafür die Zeitverschiebung.
Wer nachts fährt, gewinnt nur scheinbar. Der Schlafrhythmus ist danach zwei bis drei Tage verschoben, und genau diese Tage fehlen am Ende.
Bis fünf Stunden Anreise: Küste, See und Berge
An der Ostsee zwischen Fehmarn, Usedom und der Lübecker Bucht fällt das Wasser flach ab, die Wellen bleiben klein, und die Strände sind breit genug für schlechtes Wetter. Für Kleinkinder ist das der einfachste Einstieg ins Reisen.
Die Nordsee hat mit dem Wattenmeer eine Attraktion, die es sonst nirgends gibt, dazu Gezeiten, die den Tag strukturieren. Der Bodensee verbindet Baden mit Schifffahrt und kurzen Radwegen ohne Steigung.
In Südtirol und am Gardasee liegen Bergbahnen, Seen und Spielplätze so dicht beieinander, dass ein Tag ohne Auto auskommt. Das Klima ist von Mai bis September verlässlich, ohne im Hochsommer unerträglich zu werden.

Zwei bis drei Flugstunden: Mittelmeer
Mallorca hat im Norden und Osten flache Buchten, kurze Transferzeiten vom Flughafen und eine Infrastruktur, die auf Familien eingestellt ist. Menorca ist ruhiger, dafür mit weniger Auswahl.
Kreta und Rhodos punkten mit langer Saison von Mai bis Oktober. In Antalya liegt die mittlere Höchsttemperatur im Mai bei rund 26 Grad und das Meer bei etwa 21 Grad, im September sind es rund 32 Grad Luft und 27 Grad Wasser. Für Familien mit Schulkindern sind das die verlässlichsten Badewerte am Mittelmeer.
Wichtig ist die Transferzeit nach der Landung. Zwei Stunden Bus nach einem Flug am Nachmittag sind mit müden Kindern der unangenehmste Teil der Reise.
Winterziele mit Sonne
Wer in den Herbst- oder Weihnachtsferien Wärme sucht, kommt an den Kanaren kaum vorbei. In Las Palmas liegt die mittlere Tageshöchsttemperatur im Dezember bei 22,2 Grad und im Februar bei 21,2 Grad.
Am Roten Meer ist es wärmer. In Hurghada erreicht das Wasser im Dezember rund 24 Grad, im Februar rund 21 Grad. Die Flugzeit liegt bei etwa viereinhalb Stunden, die Zeitverschiebung ist gering.
Madeira ist die ruhigere Alternative zu den Kanaren. In Funchal liegt die mittlere Tageshöchsttemperatur im Dezember bei 20 Grad und im Februar bei 19,1 Grad. Baden ist damit Glückssache, Wandern und Spielplätze funktionieren dagegen das ganze Jahr.
Was ein familientaugliches Quartier ausmacht
Eine Kochgelegenheit ist mit kleinen Kindern mehr wert als ein Pool. Sie erlaubt Frühstück im Schlafanzug und ein Abendessen um halb sechs, wenn das Restaurant erst um sieben öffnet.
Dazu kommen ein abgetrennter Schlafbereich, eine Waschmaschine und eine Lage, aus der man ohne Auto zum Wasser oder zum Spielplatz kommt. Ferienwohnungen erfüllen das häufiger als Hotels.
Bei Hotels lohnt der Blick auf die Zimmerkategorie. Ein Familienzimmer mit Verbindungstür kostet mehr als ein Doppelzimmer mit Zustellbett, verschafft den Eltern aber einen Abend, an dem sie nicht ab acht Uhr im Dunkeln sitzen. Ein Balkon leistet dasselbe.
Papiere: der Kinderreisepass ist Geschichte
Seit dem 1. Januar 2024 stellen deutsche Behörden keine Kinderreisepässe mehr aus und verlängern auch keine mehr. Kinder brauchen seither dieselben Dokumente wie Erwachsene, also einen Reisepass oder, wo er zur Einreise genügt, einen Personalausweis.
Bereits ausgestellte Kinderreisepässe bleiben bis zum eingetragenen Ablaufdatum gültig. Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen sind üblich, deshalb gehört der Blick in die Dokumente an den Anfang der Planung.
Die Wahl der Reisezeit
Familien mit schulpflichtigen Kindern sind an die Ferienordnung der Bundesländer gebunden. Die Sommerferien rotieren jährlich, weshalb der günstigste Reisezeitraum von Jahr zu Jahr wechselt.
Wer noch keine Schulkinder hat, sollte den Vorteil nutzen. Die zweite Junihälfte und die erste Septemberhälfte bringen am Mittelmeer nahezu dieselben Wassertemperaturen wie der Hochsommer, bei spürbar niedrigeren Preisen und leereren Stränden.
Bei Fernzielen entscheidet ohnehin die Regenzeit. Ein Ziel, das im August in der Monsunphase liegt, wird auch durch ein gutes Hotel nicht besser.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter lohnt eine Fernreise?
Zeitverschiebungen von mehr als vier Stunden sind ab dem Grundschulalter deutlich leichter zu verkraften. Davor überwiegt der Aufwand meist den Gewinn.
All-inclusive oder Ferienwohnung?
All-inclusive nimmt Organisation ab und ist bei zwei Kindern oft günstiger. Die Ferienwohnung gibt Tagesrhythmus und Essenszeiten zurück.
Welcher Monat ist der beste?
Wer nicht an Schulferien gebunden ist, reist im Juni oder in der ersten Septemberhälfte. Wasser und Wetter passen, die Preise liegen deutlich unter denen der Hauptsaison.
Was gehört ins Handgepäck?
Wechselkleidung, Medikamente, Snacks und die Reisedokumente. Alles, was den ersten Tag rettet, wenn der Koffer später ankommt.
Quellen
- Kinderreisepass – Wikipedia
- Antalya, Klimatabelle – Wikipedia
- Las Palmas de Gran Canaria, Klimatabelle – Wikipedia
- Hurghada, Klimatabelle – Wikipedia
Geschrieben von Leonie Arp fuer aromohola.de. Oeffnungszeiten und Preise werden vor Veroeffentlichung geprueft.

Leonie reist am liebsten mit dem Zug und schreibt über Städte, Küsten und Ausflüge, die ohne Auto funktionieren.







