Sandstrand mit türkisem Wasser auf den Kapverdischen Inseln

Kap Verde Reisezeit: Wetter, Wind und Wasser im Jahr

Kurzantwort: Die beste Reisezeit für die Kapverden liegt zwischen November und Juni. Dann ist es trocken, die Temperaturen liegen bei 23 bis 28 Grad, und der Nordostpassat kühlt. Von August bis Oktober fällt der wenige Regen des Jahres, dafür ist das Meer mit rund 26 Grad am wärmsten. Zum Baden taugt das ganze Jahr.

Die Kapverden liegen rund 570 Kilometer westlich der Küste Senegals, auf der Höhe des südlichen Sahel. Das erklärt fast alles am Klima: heiß, trocken, windig, und mit einer Regenzeit, die anderswo nicht als solche durchgehen würde.

Der Archipel besteht aus zehn Hauptinseln, und zwischen ihnen liegen Welten. Wer nur die Werte für Sal liest, plant an Santo Antão vorbei. Deshalb hier erst der Jahresverlauf, dann die Unterschiede zwischen den Inseln.

Das Klima in einem Absatz

Bergstraße auf der Insel Santo Antão
Santo Antão ist die grüne Ausnahme im Archipel — dort fällt in den Höhenlagen ein Vielfaches der Niederschläge von Sal. Foto: Patrick Savalle, CC BY-SA 3.0

Auf den Kapverden herrscht ein trockenes, ozeanisch gemildertes Tropenklima. Die Lufttemperatur schwankt über das Jahr kaum: Im Februar liegen die Höchstwerte bei etwa 24 Grad, im September bei rund 29. Nachts kühlt es selten unter 19 Grad ab. Frieren wirst du hier nie.

Der große Unterschied zwischen den Jahreszeiten ist nicht die Wärme, sondern der Wind und das bisschen Wasser, das vom Himmel kommt. Portugiesisch heißen die beiden Hälften des Jahres tempo das brisas, die Zeit der Brisen, und tempo das águas, die Zeit der Wasser.

November bis Juni: die Trockenzeit

In diesen Monaten fällt praktisch kein Niederschlag. Der Nordostpassat weht beständig und macht die Hitze angenehm, weil er die gefühlte Temperatur um mehrere Grad senkt. Die Sonne scheint verlässlich, das Meer ist ruhiger als im Herbst nur an den windgeschützten Küsten.

Zwischen Dezember und Februar kann der Harmattan Saharastaub über die Inseln tragen. Die Kapverdier nennen das Phänomen Calima. Der Himmel wird dann milchig, die Sicht sinkt, und Flüge zwischen den Inseln fallen gelegentlich aus. Es dauert meist nur wenige Tage.

Wer wandern will, reist zwischen Dezember und April. Die Temperaturen liegen dann im Bereich, in dem sich Anstiege in Santo Antãos Tälern auch mittags noch machen lassen.

Ein Nebeneffekt der Trockenzeit: Sie fällt mit dem europäischen Winter zusammen. Das ist der Grund, warum die Hauptsaison der Kapverden zwischen Weihnachten und Ostern liegt und die Preise dann am höchsten sind. Die Wochen im November und die zweite Junihälfte bieten dasselbe Wetter zu deutlich niedrigeren Sätzen.

August bis Oktober: die Regenzeit

Regenzeit bedeutet auf Sal oder Boa Vista: ein paar kurze, kräftige Schauer am Nachmittag, verteilt über wenige Tage. Der Jahresniederschlag der flachen Ostinseln liegt im Bereich von unter hundert Millimetern — weniger als in vielen deutschen Monaten.

Auf den bergigen Inseln sieht es anders aus. Santo Antão, Santiago und Fogo fangen mit ihren Höhenlagen Feuchtigkeit ab. Dort werden Hänge grün, Bäche führen Wasser, und Wanderwege können rutschig oder ausgewaschen sein. Für Fotos ist das die schönste Zeit, für lange Touren die anstrengendste.

Diese Monate sind zugleich die heißesten und schwülsten. Dafür ist das Meer am wärmsten, der Wind am schwächsten, und die Preise liegen niedriger als im europäischen Winter.

Wind: warum Kitesurfer im Winter kommen

Der Passat weht von November bis Juni am kräftigsten und trifft die Ostinseln Sal und Boa Vista fast ungebremst. Genau deshalb haben sich dort Kite- und Windsurfreviere entwickelt, und deshalb liegt die Hauptsaison für diesen Sport im europäischen Winter.

Wer ausschließlich am Strand liegen will, empfindet denselben Wind als lästig. Hier hilft die Wahl der Küste: An den windabgewandten Süd- und Westseiten der Inseln ist es deutlich ruhiger als am Nordostufer.

Wassertemperatur und Baden

Der Atlantik erreicht im Februar und März seinen Tiefpunkt bei etwa 22 Grad und im September und Oktober seinen Höchstwert bei rund 26 bis 27 Grad. Baden geht damit ganzjährig, im Frühjahr allerdings mit einem kurzen Moment der Überwindung.

Unterschätze die Strömungen nicht. Der offene Atlantik erzeugt an vielen Stränden kräftige Brandung und Rückströmungen. Bewachte Abschnitte und die Hinweise der Hotels sind hier keine Formalität.

Für Taucher und Schnorchler ist der Spätsommer die beste Phase, weil das Wasser dann am wärmsten und am ruhigsten ist. Auch die Meeresschildkröten richten sich nach diesem Kalender: Die unechte Karettschildkröte legt zwischen Juni und Oktober ihre Eier an den Stränden von Boa Vista und Sal ab, die zu den bedeutendsten Nistplätzen der Art weltweit zählen. Beobachtungen sind nur geführt und unter Auflagen erlaubt.

Welche Insel wann

Sal und Boa Vista funktionieren das ganze Jahr für Strandurlaub und Wassersport, mit Wind im Winter und Wärme im Herbst. Santo Antão ist ein Wanderziel und zeigt sich zwischen November und April am zugänglichsten, im Oktober am grünsten.

Fogo lockt mit dem Vulkan Pico do Fogo, dessen Besteigung in der Trockenzeit sicherer ist. São Vicente lebt von Mindelo, seiner Musikszene und dem Karneval im Februar. Santiago bietet mit Cidade Velha das älteste europäische Kolonialstädtchen der Tropen und gehört zum Unesco-Welterbe.

Häufige Fragen

Gibt es auf den Kapverden Hurrikane?

In der Region östlich des Archipels entstehen im Spätsommer tropische Wirbelstürme, die dann westwärts über den Atlantik ziehen. Direkte Treffer der Inseln sind sehr selten; der Hurrikan Fred im Jahr 2015 war ein solcher Ausnahmefall.

Wie lange dauert der Flug?

Von Deutschland aus liegt die reine Flugzeit bei etwa sechs Stunden. Die Zeitzone ist UTC−1, die Umstellung fällt also klein aus, und eine Sommerzeit gibt es nicht.

Was brauche ich für die Einreise?

Für Aufenthalte bis 30 Tage brauchen deutsche Staatsangehörige kein Visum, aber eine vorab online zu zahlende Flughafensicherheitsgebühr. Die aktuellen Bedingungen stehen in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.


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