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Urlaub auf dem Bauernhof: Angebote, Siegel, Kosten und Regionen

Aktualisiert am 29.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurzantwort: Urlaub auf dem Bauernhof bieten in Deutschland über 10.000 Betriebe mit rund 140.000 Betten an, drei Viertel davon mit aktiver Landwirtschaft. 2022 zählte die Branche 16 Millionen Übernachtungen und rund 900 Millionen Euro Umsatz, rechnerisch etwa 56 Euro pro Übernachtung inklusive Verpflegung. Orientierung geben die Sterne des Deutschen Tourismusverbands und die Qualitätszeichen der Bundesarbeitsgemeinschaft. Die meisten Höfe liegen in Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Kühe füttern, Eier holen, auf dem Heuboden schlafen: Für Kinder ist ein Bauernhof das Gegenteil von Langeweile. Für die Eltern ist er eine bezahlbare Unterkunft mit Auslauf vor der Tür. Die Urlaubsform hat in Deutschland eine lange Tradition und heute klare Strukturen, Verbände und Siegel.

Hier findest du die Zahlen zur Branche, die Angebotsformen, die Siegel, die Kostenfrage und die Regionen. Die Daten stammen vom Informationsportal der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung mit Stand Dezember 2023, von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus und aus der Wikipedia, abgerufen am 10.09.2026.

Die Branche in Zahlen

Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bieten über 10.000 Betriebe in Deutschland Urlaub auf dem Bauernhof an, mit steigender Tendenz. Rund 140.000 Betten stehen in Ferienwohnungen und Ferienhäusern bereit. 2022 wurden 16 Millionen Übernachtungen gezählt, 2023 gaben 10,12 Millionen Menschen an, diese Urlaubsform zu bevorzugen, ein Plus von 13,3 Prozent gegenüber 2020. Der jährliche Bruttoumsatz liegt bei rund 900 Millionen Euro. 75 Prozent der Betriebe führen aktiv Landwirtschaft, der Rest sind ehemalige Höfe oder Landhäuser.

Zwei Drittel der Übernachtungen entfallen auf vier Bundesländer: Bayern liegt vorn, dahinter Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft ordnet Bauernhof- und Landurlaub rund sechs Prozent aller Inlandsreisen zu.

Angebotsformen

Die Ferienwohnung auf dem Hof ist die häufigste Form: eigene Küche, eigenes Bad, Frühstück selbst gemacht mit Eiern und Milch vom Betrieb. Daneben gibt es Ferienhäuser, Zimmer mit Frühstück, Heuhotels, Stellplätze für Wohnmobile und Zelte sowie Ferienhöfe mit Halbpension. Manche Betriebe haben Ponys und Reitunterricht, andere Hofläden, Streuobstwiesen oder Fischteiche.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft unterscheidet nach Hoftyp: Bauernhof, Winzerhof, Reiterhof, Obsthof, Fischerhof, Erlebnisbauernhof, Kinderbauernhof und Landurlaub ohne aktive Landwirtschaft. Wer die Tiere sehen will, sucht gezielt nach „aktiver Landwirtschaft“ oder dem Qualitätszeichen für Bauernhöfe.

Siegel und Sterne

Zwei Systeme helfen bei der Auswahl. Die Sterne des Deutschen Tourismusverbands von eins bis fünf bewerten die Ausstattung der Unterkunft, etwa Größe, Bad, Küche und Service. Sie sagen nichts über den Hof. Dafür gibt es die Qualitätszeichen der Bundesarbeitsgemeinschaft. Laut Bundesanstalt sind es acht spezifische Zeichen, die über 1.000 Ferienhöfe tragen. Sie prüfen den Hofcharakter: Gibt es Tiere, dürfen Gäste mit anpacken, ist der Betrieb aktiv? Zusätzlich vergibt die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft ein eigenes Gütezeichen.

Ein Betrieb ohne Siegel ist nicht automatisch schlecht. Viele kleine Höfe sparen sich die Prüfung. Dann hilft die Beschreibung: Wie viele Tiere, welche, dürfen Kinder in den Stall, wie weit ist der nächste Ort?

Was es kostet

Eine bundesweite Preisstatistik für Bauernhofurlaub gibt es nicht. Aus den Zahlen der Bundesanstalt lässt sich ein Orientierungswert ableiten: 900 Millionen Euro Umsatz bei 16 Millionen Übernachtungen ergeben rechnerisch rund 56 Euro pro Übernachtung, darin enthalten sind Verpflegung und Zusatzangebote. Eine Ferienwohnung für vier Personen liegt in der Regel deutlich unter dem Preis von zwei Hotelzimmern. Die Spanne ist groß: Ein einfaches Zimmer in der Nebensaison kostet wenig, ein Ferienhaus mit Sauna am Alpenrand in den Sommerferien viel.

Zur Unterkunft kommen je nach Gemeinde eine Kurtaxe, Bettwäsche und Endreinigung als Pauschale sowie Extras wie Reitstunden oder Hofführungen. Frag vorher, was im Preis steckt. Viele Höfe verlangen in den Sommerferien eine Mindestaufenthaltsdauer von einer Woche, außerhalb der Ferien sind auch drei oder vier Nächte üblich. Wer flexibel ist, spart in der Nebensaison spürbar.

Regionen und Anreise

Bayern hat die meisten Höfe, vor allem im Allgäu, im Chiemgau und im Bayerischen Wald. Baden-Württemberg punktet mit Schwarzwald und Bodensee, Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit Küstennähe. Im Osten wächst das Angebot in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Wer keine Berge braucht, findet in Norddeutschland oft günstigere Preise und größere Höfe.

Die meisten Höfe liegen abseits von Bahnhöfen. Für die Anreise ist ein Auto die Regel, manche Gastgeber holen Bahnreisende am nächsten Bahnhof ab. Frag danach, das Angebot ist nicht selbstverständlich.

Regeln für einen Hof mit Kindern

Ein Bauernhof ist ein Betrieb mit Maschinen, Tieren und Güllegruben. Die Gastgeber erklären bei der Ankunft, wohin Kinder dürfen und wohin nicht. Halte dich daran: keine Kinder allein im Stall, nicht hinter Pferde treten, Hände nach dem Tierkontakt waschen, rohe Milch nicht ohne Rücksprache trinken. Hunde sind auf vielen Höfen willkommen, aber nur an der Leine und nie bei den Weidetieren.

Häufige Fragen

Was kostet Urlaub auf dem Bauernhof?

Rechnerisch rund 56 Euro pro Übernachtung inklusive Verpflegung nach den Branchenzahlen von 2022. Eine Ferienwohnung für eine Familie ist meist günstiger als ein Hotel.

Woran erkenne ich einen echten Bauernhof?

Am Qualitätszeichen der Bundesarbeitsgemeinschaft oder an der Angabe „aktive Landwirtschaft“. 75 Prozent der Anbieter bewirtschaften ihren Hof.

Wo gibt es die meisten Angebote?

In Bayern, dann Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Diese vier Länder stellen zwei Drittel der Übernachtungen.

Dürfen Kinder bei der Arbeit helfen?

Auf vielen Höfen ja, unter Aufsicht. Füttern, Eier sammeln und Traktor mitfahren sind typisch, Maschinen bleiben tabu.

Wann sollte ich buchen?

Für Sommerferien und Pfingsten früh im Jahr, Familienferienwohnungen sind zuerst weg. Nebensaison geht oft kurzfristig.

Gibt es Bauernhofurlaub auch in Österreich und Südtirol?

Ja. In Österreich bieten rund 9.000 Betriebe mit 4,6 Millionen Nächtigungen an, in Südtirol läuft das Angebot unter dem Zeichen des Bauernbunds.

Quellen

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Von Isabel, Redaktion aromohola.de. Empfehlungen entstehen ohne Gegenleistung von Anbietern.


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