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Kurzantwort: Die Wandersaison in den Dolomiten läuft von Ende Juni bis Anfang Oktober. Die Hütten sind meist von der zweiten Junihälfte bis Ende September bewirtschaftet und müssen vorab reserviert werden. September bietet die beste Kombination aus stabilem Wetter, klarer Sicht und weniger Andrang.
Die Dolomiten liegen in Südtirol, dem Trentino und der Provinz Belluno und gehören seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Das helle Dolomitgestein sorgt für die Farbwechsel bei Sonnenauf- und -untergang, die die Region bekannt gemacht haben.
Die Ziele im Einzelnen
Drei Zinnen

Die Umrundung der Drei Zinnen ist die bekannteste Tour der Dolomiten: rund zehn Kilometer, etwa vier Stunden, 350 Höhenmeter.
Startpunkt ist die Auronzohütte, erreichbar über eine Mautstraße mit Gebühr pro Fahrzeug.
Wer den Andrang meiden will, startet vor acht Uhr oder nimmt den Bus von Toblach.
Seceda
Der Grat der Seceda oberhalb von St. Ulrich ist eines der meistfotografierten Motive der Alpen.
Mit Seilbahn erreicht man den Gipfelbereich in wenigen Minuten, der Grat liegt danach zwanzig Gehminuten entfernt.
Wer selbst aufsteigt, plant von St. Ulrich rund vier Stunden und 1.000 Höhenmeter ein.
Pragser Wildsee
Der Rundweg um den See ist flach, gut vier Kilometer lang und in etwa 90 Minuten geschafft.
Im Sommer ist die Zufahrt zwischen 09:30 und 16:00 Uhr nur mit Vorabreservierung möglich.
Ohne Reservierung bleiben Bus, Fahrrad oder eine sehr frühe Anfahrt.
Alpe di Siusi
Die Seiser Alm ist die größte Hochalm Europas und bietet leichte Wege mit Blick auf Langkofel und Plattkofel.
Die Zufahrt mit dem Auto ist tagsüber gesperrt, es fährt eine Seilbahn ab Seis.
Für Familien ist das Gebiet der beste Einstieg in die Region.
Rosengarten
Das Massiv über dem Karerpass ist berühmt für die Alpenglühen-Färbung am Abend.
Die Runde um die Vajolettürme dauert je nach Einstieg fünf bis sieben Stunden.
Die Gartlhütte und die Vajolethütte bieten Einkehr auf halbem Weg.
Alta Via 1
Der bekannteste Höhenweg führt in acht bis elf Etappen vom Pragser Wildsee nach Belluno.
Er verläuft überwiegend auf markierten Wegen ohne Klettersteigpassagen.
Die Etappen enden an bewirtschafteten Hütten, Reservierung mehrere Monate im Voraus ist üblich.
Klettersteige
Die Dolomiten haben die höchste Dichte an Klettersteigen der Alpen, viele davon aus dem Ersten Weltkrieg.
Nötig sind Helm, Klettersteigset und Gurt, dazu Erfahrung mit ausgesetztem Gelände.
Für Einsteiger eignen sich die kurzen Steige am Lagazuoi mit Ausstieg an der Seilbahn.
Hütten reservieren

Bewirtschaftete Hütten öffnen meist ab der zweiten Junihälfte und schließen Ende September.
Reserviert wird direkt bei der Hütte, per E-Mail oder Telefon, oft mit Anzahlung.
Bei Hütten des Alpenvereins zahlen Mitglieder deutlich weniger für die Übernachtung.
Was auf die Hütte mitmuss
Hüttenschlafsack ist Pflicht, Handtuch und Ohrstöpsel sind sinnvoll.
Viele Hütten nehmen keine Karte, Bargeld ist deshalb nötig.
Steckdosen sind knapp, eine Powerbank ersetzt das Aufladen über Nacht.
Gewitter am Nachmittag
Im Hochsommer bilden sich fast täglich ab dem frühen Nachmittag Wärmegewitter.
Touren starten deshalb früh und sollten bis 14 Uhr am Ziel sein.
Auf Graten und Klettersteigen ist ein Gewitter lebensgefährlich, dort zählt der Zeitplan doppelt.
Wegmarkierungen verstehen
Die Wege sind mit rot-weißen Markierungen und Nummern versehen.
Die Schwierigkeit steht auf den Schildern: T für Wanderweg, EE für erfahrene Wanderer, EEA für Klettersteig.
Zeitangaben auf Schildern sind reine Gehzeiten ohne Pausen.
Dolomiten im Herbst und Winter
Im Oktober schließen die meisten Hütten, die Wege bleiben aber bis zum ersten Schnee begehbar.
Ab November liegt Schnee, dann beginnt die Skisaison mit dem Verbund Dolomiti Superski.
Schneeschuhtouren auf der Seiser Alm sind eine ruhige Alternative zum Skibetrieb.
Sprachen und Orientierung
In Südtirol sind Deutsch und Italienisch Amtssprachen, in den ladinischen Tälern kommt Ladinisch dazu.
Ortsnamen erscheinen doppelt, was bei Wegweisern anfangs verwirrt.
Offline-Karten helfen, weil im Gebirge häufig kein Netz verfügbar ist.
Planung und Anreise
Beste Reisezeit
Von Ende Juni bis Anfang Oktober sind die Wege weitgehend schneefrei.
Im Juli und August ist es warm, aber voll und gewitteranfällig.
September bringt stabileres Wetter, klare Fernsicht und leerere Wege.
Ausrüstung
Knöchelhohe Wanderschuhe mit Profil sind Standard, dazu Regenjacke und warme Zwischenschicht.
Selbst im August fällt die Temperatur auf 2.500 Metern nachts unter fünf Grad.
Stöcke entlasten beim Abstieg, der in den Dolomiten oft steil ausfällt.
Anreise
Von München sind es rund vier Stunden mit dem Auto nach Bozen, weiter ins Grödnertal etwa eine Stunde.
Mit der Bahn führt der Weg über Bozen oder Franzensfeste und dann per Bus.
Die Buslinien in Südtirol sind dicht getaktet und mit der Gästekarte oft inklusive.
Übernachten im Tal
Als Standorte eignen sich St. Ulrich, Wolkenstein, Cortina d’Ampezzo, Toblach und Corvara.
Cortina ist am teuersten, die Gadertaler Orte bieten das beste Verhältnis aus Preis und Lage.
Viele Unterkünfte geben eine Gästekarte für den Nahverkehr aus.
Kosten vor Ort
Eine Übernachtung im Lager einer Hütte kostet mit Halbpension meist 60 bis 80 Euro, im Zimmer mehr.
Seilbahnen schlagen mit 15 bis 30 Euro pro Fahrt zu Buche, Tageskarten lohnen ab zwei Fahrten.
Die Mautstraße zur Auronzohütte kostet pro Auto rund 30 Euro.
Vor Ort
Regeln im Naturpark
Wildcampen ist verboten, Drohnen sind in weiten Teilen der Naturparks untersagt.
Hunde müssen auf Almen angeleint sein, weil dort Weidevieh steht.
Auf Wegen bleiben schützt die Grasnarbe, die sich in dieser Höhe nur langsam erholt.
Wandern mit Kindern
Für Familien eignen sich die Seiser Alm, das Villnösstal und der Rundweg am Pragser Wildsee.
Alle drei sind über Seilbahn oder Bus erreichbar und bieten kurze Etappen mit Einkehr.
Die Höhenlage macht Kindern weniger zu schaffen als die Länge der Strecke.
Quellen
Von Robert Kienzle, Redaktion aromohola.de. Empfehlungen entstehen ohne Gegenleistung von Anbietern.

Robert plant Reisen mit Tabellenkalkulation und schreibt über Reisezeiten, Kosten und Routen. Trocken, aber verlässlich.






