Sehenswürdigkeiten Heidelberg: Schloss, Altstadt und mehr

Kurz gesagt: Die drei Ziele, die man gesehen haben sollte, sind das Heidelberger Schloss, die Altstadt mit der Hauptstraße und der Philosophenweg auf der anderen Neckarseite – von dort kommt der berühmte Blick auf Schloss und Alte Brücke.

Das bekannteste Foto von Heidelberg entsteht nicht am Schloss, sondern gegenüber.

Das Schloss

Die Ruine über der Stadt ist das Wahrzeichen. Zerstört wurde sie im Pfälzischen Erbfolgekrieg Ende des 17. Jahrhunderts und später durch Blitzschlag – wiederaufgebaut wurde sie bewusst nicht vollständig.

Zu sehen sind der Schlosshof, der Ottheinrichsbau als Beispiel deutscher Renaissance, das Deutsche Apothekenmuseum und das Große Fass – ein Weinfass mit über 200.000 Litern Fassungsvermögen.

Hinauf kommt man zu Fuß über den Burgweg in etwa 15 Minuten oder mit der historischen Bergbahn.

Die Altstadt

Hauptstraße. Eine der längsten Fußgängerzonen Europas, rund 1,6 Kilometer lang.

Marktplatz mit Heiliggeistkirche und Rathaus.

Alte Brücke. Die Karl-Theodor-Brücke aus dem 18. Jahrhundert mit dem Brückentor.

Universität. Gegründet 1386 – die älteste Universität Deutschlands. Sehenswert sind die Alte Aula und der Studentenkarzer, in dem Studenten bis 1914 eingesperrt wurden und die Wände bemalten.

Der Philosophenweg

Auf der gegenüberliegenden Neckarseite, am Hang des Heiligenbergs. Von dort hat man den klassischen Blick auf Schloss, Altstadt und Brücke.

Der Aufstieg über den Schlangenweg ist steil und kurz; oben verläuft der Weg fast eben. Für den Hin- und Rückweg mit Aufenthalt sollte man ein bis zwei Stunden einplanen.

Der Name geht auf die Professoren zurück, die hier spazieren gingen – nicht auf einen bestimmten Philosophen.

Was noch lohnt

Königstuhl. Der Hausberg, mit der Bergbahn erreichbar, mit Blick über den Odenwald.

Kurpfälzisches Museum. Regionalgeschichte und Kunst.

Thingstätte. Eine Freilichtbühne der 1930er-Jahre auf dem Heiligenberg – ein historisch belastetes Bauwerk, das entsprechend eingeordnet werden sollte.

Praktisches

Heidelberg ist gut zu Fuß zu erschließen; die Altstadt ist weitgehend autofrei.

Die Stadt ist ganzjährig gut besucht, im Sommer und an Wochenenden sehr voll. Die Schlossbeleuchtung mit Feuerwerk findet an mehreren Terminen im Jahr statt.

Anreise und Parken

Heidelberg liegt an der Bahnstrecke Mannheim–Stuttgart und ist mit Fernverkehr gut erreichbar; vom Hauptbahnhof fahren Straßenbahnen und Busse in die Altstadt. Mit dem Auto ist die Altstadt in weiten Teilen gesperrt oder stark eingeschränkt. Parkhäuser am Rand der Altstadt sind die praktikable Lösung.

Besonders geeignet sind die Parkhäuser P12 und P13 am Neckarufer, von denen aus die Altstadt in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar ist. An Wochenenden und in der Hauptsaison sind sie früh belegt. Park-and-ride am Stadtrand ist dann die bessere Wahl.

Die Bergbahn zum Schloss startet am Kornmarkt und fährt weiter bis zum Königstuhl. Für den unteren Abschnitt gibt es Kombitickets mit dem Schlosseintritt. Wer laufen will, erreicht das Schloss über den Burgweg in etwa fünfzehn Minuten.

Die Universität

Die Ruprecht-Karls-Universität wurde 1386 gegründet und ist damit die älteste Universität auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Das Universitätsmuseum in der Alten Universität ist zugänglich, ebenso die Alte Aula. Beide gehören zu den sehenswertesten Innenräumen der Stadt.

Eine Besonderheit ist der Studentenkarzer, in dem bis 1914 Studenten für kleinere Vergehen eingesperrt wurden. Die Wände sind mit Zeichnungen und Inschriften der Insassen bedeckt. Der Karzer ist Teil des Museumstickets.

Die Universitätsbibliothek zeigt in wechselnden Ausstellungen bedeutende Handschriften, darunter Stücke aus der Bibliotheca Palatina. Der Eintritt ist frei. Die Öffnungszeiten stehen auf der Seite der Bibliothek.

Essen und Trinken

In der Altstadt reihen sich Restaurants und Studentenkneipen, wobei die Hauptstraße die höchsten Preise verlangt. In den Seitengassen wird es günstiger und ruhiger. Traditionshäuser wie der Rote Ochsen und der Sepp’l sind bekannt für ihre Studentenkneipenatmosphäre.

Regional geprägt ist die Küche der Kurpfalz mit Gerichten wie Saumagen, Leberknödeln und Handkäs. Dazu wird Wein aus der Pfalz oder Baden getrunken. Viele Häuser bieten kleine Portionen für Kostproben an.

Der Wochenmarkt auf dem Marktplatz findet mehrmals wöchentlich statt und ist für einen Zwischenstopp gut geeignet. Im Advent liegt dort der Weihnachtsmarkt. Beides bringt die Altstadt zusätzlich zum Leben.

Wann es sich lohnt

Frühjahr und Herbst bieten das beste Verhältnis aus Wetter und Andrang, während der Sommer besonders von Reisegruppen geprägt ist. Heidelberg gehört zu den meistbesuchten Städten Deutschlands bei internationalen Gästen. Vormittags ist es in der Altstadt deutlich ruhiger.

Ein eigener Anlass ist die Schlossbeleuchtung, die dreimal im Jahr mit Feuerwerk stattfindet, jeweils an einem Samstag im Juni, Juli und September. Die Stadt ist an diesen Tagen sehr voll. Unterkünfte sind früh ausgebucht.

Im Winter ist der Weihnachtsmarkt der Hauptgrund für einen Besuch, verteilt auf mehrere Plätze der Altstadt. Er ist kleiner als in Nachbarstädten, dafür stimmungsvoll gelegen. Die Bergbahn fährt ganzjährig.

Der Neckar und die Umgebung

Vom Ufer legen Ausflugsschiffe ab, die neckaraufwärts nach Neckarsteinach mit seinen vier Burgen und weiter nach Eberbach fahren. Die Fahrt dauert je nach Ziel ein bis zwei Stunden und führt durch Schleusen. Zurück lässt sich gut mit der Bahn fahren.

Wer wandern möchte, findet mit dem Neckarsteig einen Fernwanderweg, der in Heidelberg beginnt und über neun Etappen nach Bad Wimpfen führt. Einzelne Etappen sind gut mit der Bahn erreichbar und lassen sich als Tagestour gehen. Der Weg ist durchgehend markiert.

Auch die Bergstraße mit ihren Weinorten und das Schwetzinger Schloss mit seinem Barockgarten liegen in kurzer Entfernung. Beides ist mit dem Nahverkehr erreichbar. Schwetzingen lohnt vor allem im Frühjahr zur Spargelzeit.

Häufige Fragen

Wie lange braucht man für Heidelberg?

Ein voller Tag reicht für Schloss, Altstadt und Philosophenweg.

Was kostet das Schloss?

Es gibt ein Kombiticket, das Bergbahn, Schlosshof und Fass einschließt.

Kann man zum Schloss laufen?

Ja, in etwa 15 Minuten steil bergauf.

Wo ist der beste Fotopunkt?

Auf dem Philosophenweg gegenüber der Altstadt.

Wo parkt man am besten?

In den Parkhäusern am Neckarufer, etwa P12 und P13.

Wie alt ist die Universität?

Gegründet 1386, die älteste in Deutschland.

Wann ist die Schlossbeleuchtung?

Dreimal im Jahr im Juni, Juli und September.

Was lohnt in der Umgebung?

Neckarsteinach, der Neckarsteig und Schloss Schwetzingen.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.


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