Sehenswürdigkeiten in Regensburg: Altstadt und Welterbe

Kurz gesagt: Regensburgs Altstadt gehört seit 2006 zum UNESCO-Welterbe – sie ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Deutschlands. Die Hauptziele sind der Dom St. Peter, die Steinerne Brücke, die Wurstkuchl und die zahlreichen Geschlechtertürme.

Regensburg blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört. Das ist der Grund für alles Weitere.

Die Steinerne Brücke

Errichtet im 12. Jahrhundert und über Jahrhunderte die einzige feste Donaubrücke weit und breit. Sie galt als technisches Meisterwerk ihrer Zeit und diente als Vorbild für spätere Brücken in ganz Europa.

Ihr Bau legte den Grundstein für den Aufstieg Regensburgs zur Handelsstadt – wer den Fluss queren wollte, kam hier vorbei und zahlte Zoll.

Heute ist sie für Fußgänger und Radfahrer freigegeben.

Der Dom St. Peter

Das Hauptwerk der Gotik in Süddeutschland, gebaut ab dem 13. Jahrhundert; die Türme wurden erst im 19. Jahrhundert vollendet.

Bemerkenswert sind die mittelalterlichen Glasfenster. Im Dom singen die Regensburger Domspatzen, einer der ältesten Knabenchöre der Welt.

Die Geschlechtertürme

Wohlhabende Kaufmannsfamilien bauten im Mittelalter hohe Türme an ihre Häuser – als Statussymbol, nicht zur Verteidigung. Wer höher baute, zeigte mehr Vermögen.

Regensburg hat davon mehr erhalten als jede andere Stadt nördlich der Alpen. Der Goldene Turm ist der höchste.

Weitere Ziele

Historische Wurstkuchl. An der Steinernen Brücke, seit dem Mittelalter in Betrieb – sie gilt als eine der ältesten durchgehend betriebenen Garküchen der Welt.

Altes Rathaus mit dem Reichssaal, in dem der Immerwährende Reichstag tagte – über 140 Jahre lang die ständige Versammlung des Heiligen Römischen Reiches.

Schloss St. Emmeram. Residenz der Fürsten von Thurn und Taxis, in Teilen zu besichtigen.

Porta Praetoria. Ein Rest des römischen Legionslagers aus dem 2. Jahrhundert – Regensburg geht auf eine römische Gründung zurück.

Walhalla. Die Ruhmeshalle in Form eines griechischen Tempels, etwa zehn Kilometer flussabwärts, per Schiff oder Bus erreichbar.

Praktisches

Die Altstadt ist kompakt und zu Fuß erschließbar; für die Walhalla lohnt eine Schifffahrt auf der Donau.

Ein Tag reicht für die Altstadt, zwei Tage mit Walhalla und Umgebung.

Das Welterbe

Die Altstadt mit Stadtamhof steht seit 2006 auf der Welterbeliste der UNESCO, weil sie als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Großstädte nördlich der Alpen gilt. Rund tausend denkmalgeschützte Gebäude stehen auf engem Raum. Der Grund für die Erhaltung ist, dass Regensburg im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise wenig zerstört wurde.

Ein Besucherzentrum am Fuß der Steinernen Brücke erklärt die Geschichte der Stadt und die Kriterien des Welterbes. Der Eintritt ist frei. Es ist ein guter Startpunkt für einen Rundgang.

Führungen durch die Altstadt werden täglich angeboten, teils thematisch zu Handel, Judentum oder Baugeschichte. Die Tourist-Information am Rathausplatz vermittelt sie. Eine Führung erschließt die Zusammenhänge deutlich besser als ein Stadtplan.

Das Reichstagsmuseum

Im Alten Rathaus tagte von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag, die Dauerversammlung des Heiligen Römischen Reiches. Der historische Reichssaal ist im Rahmen einer Führung zugänglich, ebenso die Fragstatt genannten Verhörräume im Keller. Beides gehört zum Reichstagsmuseum.

Die Führung dauert etwa fünfundvierzig Minuten und findet mehrmals täglich in mehreren Sprachen statt. Tickets gibt es vor Ort oder online. In der Hauptsaison sind die Termine früh belegt.

Für Interessierte an Reichsgeschichte ist das eine der wenigen Stätten, an denen die Verfassungsordnung des Alten Reichs anschaulich wird. Der Saal ist original erhalten. Solche Räume gibt es in Deutschland kaum ein zweites Mal.

Essen und Trinken

Die Historische Wurstkuchl an der Donau gilt als eines der ältesten durchgehend betriebenen Gasthäuser Deutschlands und serviert Bratwürste mit Sauerkraut. Sie ist klein, entsprechend gibt es fast immer Wartezeit. Der Betrieb ist auf schnelle Abfertigung ausgelegt.

Regensburg hat außerdem eine ausgeprägte Biergartenkultur, unter anderem am Donauufer und im Stadtpark. Bierspezialitäten aus der Region sind weit verbreitet. Viele Brauereien im Umland bieten Führungen.

In der Altstadt reihen sich Cafés und kleine Wirtshäuser, wobei die Preise wegen der Universität moderater sind als in vergleichbaren Welterbestädten. Studentische Lokale liegen vor allem im Osten der Altstadt. Der Kontrast zur Touristenmeile ist deutlich.

Ausflüge in die Umgebung

Die Walhalla bei Donaustauf ist ein Ruhmestempel im Stil eines griechischen Tempels, den Ludwig I. errichten ließ. Sie liegt gut zehn Kilometer flussabwärts und ist mit dem Schiff, dem Bus oder dem Rad erreichbar. Der Aufstieg über die Freitreppe ist steil, der Blick über die Donau lohnt.

Das Kloster Weltenburg liegt am Donaudurchbruch und ist mit dem Schiff ab Kelheim erreichbar, durch eine enge Felsschlucht. Die Klosterbrauerei gilt als eine der ältesten der Welt. Ein Tagesausflug lässt sich gut mit Kelheim verbinden.

Radfahrer nutzen den Donauradweg, der direkt durch Regensburg führt und in beide Richtungen gut ausgebaut ist. Leihräder gibt es in der Stadt. Für Tagestouren ist die Strecke flach und familientauglich.

Anreise und Praktisches

Regensburg liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Passau und ist mit Fernverkehr direkt erreichbar; vom Hauptbahnhof sind es zehn Minuten zu Fuß in die Altstadt. Mit dem Auto ist die Altstadt weitgehend gesperrt, Parkhäuser liegen am Rand. Das Parkleitsystem zeigt freie Plätze an.

Die Altstadt lässt sich vollständig zu Fuß erschließen, weil die Wege kurz sind. Fahrräder sind in den engen Gassen eher hinderlich. Für die Ausflugsziele außerhalb gibt es Busse und Schiffe.

Als Reisezeit eignen sich Frühjahr und Herbst, weil im Sommer viele Reisegruppen und Flusskreuzfahrten anlanden. Im Dezember prägt der Weihnachtsmarkt am Schloss Thurn und Taxis das Bild. Er gilt als einer der stimmungsvollsten in Bayern.

Häufige Fragen

Seit wann ist Regensburg Welterbe?

Seit 2006.

Wie alt ist die Steinerne Brücke?

Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Wie lange braucht man?

Ein Tag für die Altstadt, zwei mit Umgebung.

Warum ist die Altstadt so gut erhalten?

Weil die Stadt im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört wurde.

Seit wann ist Regensburg Welterbe?

Seit 2006.

Was ist der Immerwährende Reichstag?

Die Dauerversammlung des Alten Reichs von 1663 bis 1806.

Was lohnt in der Umgebung?

Die Walhalla und das Kloster Weltenburg.

Wie kommt man nach Regensburg?

Mit Fernverkehr direkt, die Altstadt ist zu Fuß erreichbar.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.


Nach oben scrollen