Mautgebühr in Italien: Preise und Bezahlung auf der Autobahn

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Die Mautgebühr in Italien richtet sich nach gefahrener Strecke und Fahrzeugklasse. Autofahrer ziehen an der Auffahrt ein Ticket und zahlen an der Ausfahrt. Für einen normalen Pkw fallen im Schnitt etwa 7 bis 9 Euro pro 100 Kilometer an. Bezahlt wird bar, mit Kredit- oder Bankkarte oder elektronisch per Telepass.

Das Wichtigste in Kürze

  • Keine Vignette: Italien berechnet die Maut nach Kilometern.
  • Pkw zahlen grob 7 bis 9 Euro je 100 km.
  • Telepass-Spuren sind gelb markiert und nur mit Gerät nutzbar.
  • Offene Mautforderungen lassen sich innerhalb von 15 Tagen begleichen.

So funktioniert die Maut in Italien

Italien kennt zwei Systeme. Auf den meisten Autobahnen gilt das geschlossene System. Auf einigen kurzen Strecken gilt ein offenes System mit festen Beträgen.

  • Geschlossenes System: An der Auffahrt ein Ticket ziehen, an der Ausfahrt bezahlen. Der Preis ergibt sich aus der Strecke.
  • Offenes System: An einer Mautstation wird ein fester Betrag fällig, etwa auf der A9 zwischen Como und Mailand oder der A8 zwischen Varese und Mailand.
  • Free Flow: Auf der A36 Pedemontana Lombarda gibt es keine Schranken. Kameras erfassen das Kennzeichen.

Kurzantwort: In Italien zahlt man die Maut nach Kilometern. Ticket an der Auffahrt ziehen und an der Ausfahrt bezahlen.

Fahrzeugklassen

Die Klasse hängt von Achsen und Höhe ab. Der ADAC beschreibt die Einteilung so:

Klasse Fahrzeuge
A 2 Achsen, Höhe an der Vorderachse bis 1,3 m, also Pkw und Motorräder
B 2 Achsen, höher als 1,3 m, etwa größere Transporter und Wohnmobile
3 bis 5 nach Zahl der Achsen, zum Beispiel Gespanne und Lkw

Ein Pkw mit Wohnwagen fällt wegen der zusätzlichen Achse in eine höhere Klasse. Das macht die Fahrt spürbar teurer.

Mautgebühr Italien: Beispielpreise

Die Preise unterscheiden sich je nach Betreiber. Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte für einen Pkw der Klasse A laut ERGO-Reiseblog und ADAC.

Strecke Maut ca.
Brenner nach Verona 15 Euro
Mailand nach Venedig 25 Euro
Mailand nach Florenz 20 Euro
Bologna nach Florenz 10 Euro
Bologna nach Rimini 8 Euro
Fréjus-Tunnel, Frankreich nach Italien, einfach 55,50 Euro
Mont-Blanc-Tunnel, Frankreich nach Italien, einfach 55,50 Euro

Wer über den Brenner anreist, zahlt zusätzlich auf österreichischer Seite. Die Brennerautobahn von Innsbruck bis zum Brennerpass kostet laut ADAC 12,50 Euro für Pkw. Dazu kommt die österreichische Vignette.

Rechenbeispiel: München zum Gardasee

Die Strecke von München an den Gardasee ist rund 380 Kilometer lang. Der ERGO-Reiseblog nennt für die Maut rund 20 bis 25 Euro. Wer über den Brenner fährt, plant zusätzlich 12,50 Euro für die Brennerautobahn und die österreichische Vignette ein. Hin und zurück kommen so schnell mehr als 70 Euro zusammen. Die Kosten lassen sich mit Routenplanern vorab grob berechnen. Wer Zeit hat, kann auf mautfreie Staatsstraßen ausweichen, braucht dafür aber deutlich länger.

Bezahlung an der Mautstation

An den Stationen gibt es getrennte Spuren. Die Beschilderung zeigt, welche Zahlungsart wo möglich ist.

  • Bargeld: Münzen und Scheine an bedienten oder automatischen Schaltern.
  • Karte: Die gängigen Kreditkarten und Bankkarten mit Maestro- oder V-Pay-Symbol.
  • Telepass: Elektronisches Gerät hinter der Windschutzscheibe. Die Schranke öffnet sich automatisch in den gelb markierten Spuren.
  • Mautboxen: Anbieter wie der ADAC bieten Boxen, die in mehreren Ländern funktionieren.
  • Viacard: Seit Ende 2024 nicht mehr erhältlich, aber bis Ende 2029 noch einsetzbar.

Telepass lohnt sich vor allem für Vielfahrer. Für eine einzelne Urlaubsreise reicht meist die Karte.

Kurzantwort: Bezahlt wird bar, mit Kredit- oder Bankkarte oder per Telepass. Die gelben Telepass-Spuren sind nur mit Gerät nutzbar.

Ticket verloren oder nicht bezahlt

Ohne Ticket berechnet die Station den höchstmöglichen Betrag ab der Ausfahrt plus eine Strafgebühr. Das Ticket deshalb sicher verwahren.

Klappt die Zahlung nicht, gibt es einen Beleg über die offene Forderung. Laut ADAC bleibt dann Zeit, den Betrag innerhalb von 15 Tagen per EU-Standardüberweisung zu zahlen. Wer das versäumt, bekommt später Post von Inkassobüros. Auch auf der Free-Flow-Strecke A36 gilt eine Frist von 15 Tagen. Gezahlt wird online, per App oder über ein Kennzeichenkonto.

Tipps für die Fahrt

  • Immer ein Ticket ziehen, auch wenn die Schranke offen steht.
  • Vor der Station auf die richtige Spur achten, Rückwärtsfahren ist verboten.
  • Etwas Bargeld dabeihaben, falls ein Kartenleser streikt.
  • Zufahrtsbeschränkte Zonen in Altstädten beachten. Hotels können befristete Genehmigungen ausstellen.
  • Umweltzonen in Mailand, Rom und Florenz vorab prüfen.

Wer den Urlaub mit dem Auto plant, findet weitere Hinweise im Beitrag zum Italien-Urlaub mit dem Auto. Ein beliebtes Ziel nur wenige Stunden hinter der Grenze ist der Gardasee.

Fazit

Die Mautgebühr in Italien fällt pro Kilometer an und liegt für Pkw grob bei 7 bis 9 Euro je 100 Kilometer. Das Ticketsystem ist einfach: ziehen, fahren, an der Ausfahrt zahlen. Karte oder Bargeld reichen für Urlauber. Offene Beträge sollten innerhalb von 15 Tagen bezahlt werden.

FAQ – Häufige Fragen

Braucht man in Italien eine Vignette?

Nein. Italien berechnet die Autobahnmaut nach gefahrener Strecke.

Wie viel kostet die Maut pro Kilometer?

Für Pkw grob 7 bis 9 Euro pro 100 Kilometer, je nach Betreiber.

Kann man die Maut mit EC-Karte zahlen?

Ja, mit Bankkarten mit Maestro- oder V-Pay-Symbol sowie mit gängigen Kreditkarten.

Was kostet die Strecke Brenner bis Verona?

Laut ERGO-Reiseblog rund 15 Euro für einen Pkw.

Was passiert, wenn man das Ticket verliert?

Es wird der höchstmögliche Betrag ab der Ausfahrt berechnet, dazu eine Strafgebühr.

Wie lange hat man Zeit, offene Maut zu zahlen?

Laut ADAC 15 Tage, per EU-Standardüberweisung.

Lohnt sich Telepass für Urlauber?

Meist nicht. Er rechnet sich vor allem für Vielfahrer.

Welche Klasse hat ein Wohnmobil?

Wohnmobile über 1,3 Meter Höhe an der Vorderachse fallen meist in Klasse B.

Was ist Free Flow auf der A36?

Eine Strecke ohne Schranken. Kameras erfassen das Kennzeichen, bezahlt wird danach online oder per App.

Gilt die Viacard noch?

Sie wird seit Ende 2024 nicht mehr verkauft, kann aber bis Ende 2029 genutzt werden.

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Quellen

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