Cascade Lavender Farm, near Madras, in June, Oregon

Duft der Eukalyptus-Pflanze: Herkunft, Öl und Pflege

Kurzantwort: Der typische Duft der Eukalyptus-Pflanze stammt aus ätherischem Öl in den Blättern, dessen Hauptbestandteil 1,8-Cineol ist. Beim Blauen Eukalyptus liegt dieser Anteil zwischen 60 und 85 Prozent. Über 50 der mehr als 600 Arten werden zur Ölgewinnung genutzt. Als Zierpflanze für den Garten kommt vor allem der frostharte Eucalyptus gunnii in Frage.

Zerreib ein Eukalyptusblatt zwischen den Fingern, und der Geruch bleibt stundenlang an der Haut. Verantwortlich sind Öldrüsen, die direkt im Blattgewebe sitzen.

Die Gattung ist riesig. Je nach Zählweise werden über 600 bis über 800 Arten anerkannt, fast alle in Australien und Indonesien beheimatet.

Hier steht, woher der Duft chemisch kommt, welche Arten am kräftigsten riechen, wie du eine Pflanze durch den Winter bringst und für wen sie ungeeignet ist.

Woher der Duft kommt

Eukalypten gehören zu den Myrtengewächsen. Wie viele Vertreter dieser Familie lagern sie ätherische Öle in den Blättern ein.

Der Hauptbestandteil heißt 1,8-Cineol, auch Eucalyptol genannt. Er sorgt für den kühlen, leicht kampferartigen Eindruck beim Einatmen.

Beim Blauen Eukalyptus, Eucalyptus globulus, macht Cineol 60 bis 85 Prozent des Öls aus. Diese Art liefert deshalb den größten Teil des weltweit gehandelten Eukalyptusöls.

Der Duft ist für die Pflanze kein Zufall. Die Öle schrecken Fraßfeinde ab und verdunsten bei Hitze, was das Blatt kühlt.

Die Öle sind zudem leicht entzündlich. In australischen Wäldern trägt das zur Ausbreitung von Buschfeuern bei, die viele Arten für ihre Vermehrung sogar brauchen.

Gewonnen wird das Öl durch Wasserdampfdestillation der Blätter. Aus großen Mengen Blattmasse entsteht dabei nur wenig Öl, was den Preis erklärt.

Welche Arten wie riechen

Über 50 Eucalyptus-Arten werden zur Ölgewinnung genutzt, und ihr Öl unterscheidet sich deutlich.

Der Zitroneneukalyptus, botanisch Corymbia citriodora, enthält rund 70 Prozent Aldehyde. Er riecht zitronig statt kampferartig.

Der Pfefferminz-Eukalyptus, Eucalyptus radiata, kommt auf etwa 80 Prozent Oxide. Sein Duft wirkt weicher und weniger scharf als der von globulus.

Wer eine Pflanze für die Terrasse sucht, sollte an einem Blatt riechen, bevor er kauft. Die Unterschiede zwischen den Arten sind größer als die Etiketten vermuten lassen.

Im Handel steht oft nur „Eukalyptus“ auf dem Schild. Frag nach dem botanischen Namen, sonst weißt du weder, wie die Pflanze riecht, noch wie frosthart sie ist.

Zwei Blattformen an einer Pflanze

Eukalypten zeigen Heterophyllie. Jugendblätter und Altersblätter sehen so unterschiedlich aus, dass sie oft für zwei Arten gehalten werden.

Die Jugendblätter stehen gegenständig, sind rundlich und meist grausilbrig. Genau diese Form kennst du aus Blumensträußen.

Die adulten Blätter stehen wechselständig und sind häufig sichelförmig oder herz-eiförmig. Sie glänzen und wirken dunkler.

Für die Deko sind die Jugendblätter interessanter. Ein regelmäßiger Rückschnitt hält die Pflanze in dieser Phase.

Eucalyptus gunnii im Garten und im Kübel

Der Mostgummi-Eukalyptus stammt aus Tasmanien und wächst dort bis in Höhen von 1.100 Metern. Er ist die Art, die in Mitteleuropa am häufigsten verkauft wird.

Angaben zur Frosthärte reichen bis −14 Grad, kurzzeitig sogar bis −20 Grad. Im Freiland erfrieren in harten Wintern trotzdem oft die oberirdischen Triebe.

Sicherer ist die Kübelhaltung mit frostfreier Überwinterung. Hell bei 5 bis 10 Grad ist der beste Kompromiss, damit die Pflanze nicht vergeilt.

Der Standort im Sommer sollte sonnig sein. Als Substrat eignet sich Kübelpflanzenerde, die mit Sand oder Tongranulat durchlässiger gemacht wird.

Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Ein Abzugsloch und eine Drainageschicht aus Blähton sind wichtiger als jeder Dünger.

Im Freiland wächst Eucalyptus gunnii schnell und wird hoch. Wer ihn kompakt halten will, schneidet im Frühjahr kräftig zurück.

Zweige im Strauß und in der Dusche

Eukalyptus hält sich als Schnittgrün lange. Ein Bund in der Vase bleibt bei kühlem Standort mehrere Wochen ansehnlich.

Zum Trocknen hängst du die Zweige kopfüber an einen dunklen, luftigen Ort. Sie behalten dabei einen Teil des Duftes, verlieren aber die silbrige Frische.

Beliebt ist der Bund am Duschkopf. Der Wasserdampf löst Öl aus den Blättern, was den typischen Geruch im Bad verstärkt.

Wirksamkeitsversprechen gehören hier nicht hin. Dass ein Bund über der Wanne Erkältungen lindert, ist nicht belegt — angenehm riecht es trotzdem.

Für Allergiker und Asthmatiker kann intensiver Duft im engen Bad unangenehm sein. Lüften und ein kleinerer Bund lösen das Problem.

Vorsicht bei Katzen und kleinen Kindern

Cineolreiche Pflanzen und Öle gelten für Katzen als problematisch. Katzen bauen bestimmte Verbindungen in der Leber schlechter ab als Hunde oder Menschen.

Tierärztliche Beratungsstellen raten deshalb von ätherischen Eukalyptusölen in Haushalten mit Katzen ab. Das betrifft Duftlampen ebenso wie frische und getrocknete Zweige.

Bei kleinen Kindern gilt ein ähnlicher Vorbehalt. Cineolhaltige Präparate dürfen nicht im Gesicht angewendet werden, weil sie Atemwegskrämpfe auslösen können.

Wenn ein Tier an der Pflanze gefressen hat, ist der Tierarzt die richtige Adresse. Speicheln, Zittern und Magen-Darm-Beschwerden gelten als Warnzeichen.

Häufige Fragen

Warum riecht Eukalyptus so stark?

Wegen des ätherischen Öls in den Blättern. Sein Hauptbestandteil ist 1,8-Cineol.

Welcher Eukalyptus duftet am intensivsten?

Eucalyptus globulus, der Blaue Eukalyptus, mit 60 bis 85 Prozent Cineol im Öl.

Ist Eukalyptus winterhart?

Eucalyptus gunnii verträgt Angaben zufolge bis −14 Grad, kurzzeitig mehr. In kalten Wintern erfrieren die Triebe trotzdem häufig.

Warum hat meine Pflanze zwei Blattformen?

Das nennt sich Heterophyllie. Jugendblätter sind rund und gegenständig, adulte Blätter länglich und wechselständig.

Ist Eukalyptus für Katzen gefährlich?

Cineolhaltige Pflanzen und Öle gelten als problematisch, weil Katzen solche Stoffe schlecht abbauen. Halte Zweige und Duftlampen außer Reichweite.

Wie viele Eukalyptus-Arten gibt es?

Je nach Zählweise über 600 bis über 800 anerkannte Arten, überwiegend in Australien.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Lena, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reisen, Düfte und Entspannung.


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