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Kurzantwort: Für keinen Duft gibt es einen wissenschaftlichen Nachweis, dass er Wespen zuverlässig vertreibt. Der NABU nennt ein mit Nelkenöl beträufeltes Tuch und Räucherstäbchen mit Zitronen- oder Lavendelduft als Hausmittel, die sich in der Praxis oft bewährt haben. Kupfermünzen oder verbrannter Kaffee sind Mythen. Sicher wirken nur Abdecken von Essen und Getränken, Ruhe bewahren und Abstand zum Nest. Wespen töten ist nach § 39 BNatSchG ohne vernünftigen Grund verboten.
Ab Juli sitzen sie auf dem Kuchen, im August im Glas. Verantwortlich sind nur zwei Arten: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Sie bilden Völker von bis zu 7.000 Tieren und holen sich im Spätsommer Zucker, wo sie ihn finden. Alle anderen heimischen Wespenarten sind für Menschen harmlos und interessieren sich nicht für Marmelade.
Die Frage nach dem richtigen Duft ist verständlich, weil sie eine friedliche Lösung verspricht. Ehrlich beantwortet ist sie ernüchternd. Hier findest du, was der NABU als Hausmittel empfiehlt, was als Mythos gilt, was das Naturschutzrecht verbietet und was am Kaffeetisch wirklich funktioniert.
Welcher Duft vertreibt Wespen laut NABU
Der Naturschutzbund nennt zwei Hausmittel, die sich nach seinen Angaben oft bewährt haben: ein Taschentuch mit ein paar Tropfen Nelkenöl auf dem Tisch und Räucherstäbchen, die nach Zitrone oder Lavendel duften. Beides sind Erfahrungswerte, keine Studienergebnisse. Eine kontrollierte Untersuchung, die die Wirkung von Nelkenöl auf Deutsche oder Gemeine Wespen im Freien misst, ist uns nicht bekannt.
In Ratgebern kursieren weitere Varianten: eine halbierte Zitrone mit Gewürznelken gespickt, Basilikum oder Tomatenpflanzen auf dem Tisch, Teebaumöl, Weihrauch. Auch das sind Hausmittel. Sie schaden nicht, du solltest sie aber als Versuch betrachten und nicht als Garantie.
Mythen ohne Wirkung
Kupfermünzen auf dem Tisch sollen Wespen vertreiben. Es gibt keinen Mechanismus und keinen Beleg dafür. Gemahlener Kaffee, in einer Schale angezündet, gehört in dieselbe Kategorie. Der Rauch vertreibt Menschen zuverlässiger als Wespen. Wespennest-Attrappen aus Papier sollen fremde Völker abschrecken. Die beiden lästigen Arten reagieren darauf nicht nachweisbar.
Gefährlich ist der Tipp, nach Wespen zu schlagen oder sie anzupusten. Kohlendioxid in der Atemluft ist laut NABU ein Alarmsignal für die Tiere. Hektische Bewegungen und Schläge lösen genau das Verhalten aus, das du vermeiden willst.
Was laut NABU sicher funktioniert
Speisen und Getränke abdecken, vor allem Süßes, Fleisch und Fruchtsaft. Aus Flaschen und Dosen nur mit Strohhalm trinken, Gläser abdecken. Kindern nach dem Essen Mund und Hände abwischen. Ruhig bleiben und die Tiere nicht wegschlagen. Zum Nest zwei bis vier Meter Abstand halten, die Flugbahn nicht verstellen, das Nest nicht erschüttern und nachts nicht anleuchten.
Ein häufig genannter Trick ist die Ablenkfütterung: eine Schale mit überreifen Weintrauben in einigen Metern Entfernung vom Tisch. Das Prinzip ist plausibel, eine Wirkungsmessung gibt es nicht. Wer es probiert, sollte die Schale früh aufstellen, bevor die Tiere den Tisch entdeckt haben.
Das sagt das Naturschutzrecht
Nach § 39 Absatz 1 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Das gilt für alle Wespen. Hornissen stehen zusätzlich unter besonderem Artenschutz. Ihr Nest darf nur mit Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde umgesiedelt oder entfernt werden. Die Höhe der Bußgelder legen die Bundesländer fest.
Ein vernünftiger Grund liegt vor, wenn ein Nest direkt am Kinderzimmerfenster hängt oder eine Allergie besteht. Auch dann ist der richtige Weg der Fachbetrieb oder die Feuerwehr, nicht die Sprühdose aus dem Baumarkt.
Warum das Problem sich von selbst löst
Ein Wespenvolk lebt nur einen Sommer. Die Königin gründet das Nest im Frühjahr allein, im Hochsommer ist das Volk am größten, mit den ersten Frösten stirbt es ab. Nur die jungen Königinnen überwintern. Alte Nester werden nicht wieder besiedelt. Wer im August ein Nest entdeckt, muss meist nur noch wenige Wochen Abstand halten.
Im Frühsommer fressen die Arbeiterinnen vor allem Eiweiß, also Fleisch, Wurst und andere Insekten. Erst im Spätsommer, wenn die Brut versorgt ist, gehen sie an Zucker. Deshalb ist der Kaffeetisch im Juni ruhig und im August umlagert.
Wer im Garten Fallobst liegen lässt, lädt die Tiere zusätzlich ein. Aufsammeln hilft mehr als jede Duftschale. Dasselbe gilt für offene Biotonnen und Saftreste in Pfandflaschen auf dem Balkon.
Wenn eine Wespe im Glas sitzt
Nicht aus der Dose trinken, ohne hineinzuschauen. Ein Stich im Mund oder Rachen kann die Atemwege anschwellen lassen. In dem Fall Eiswürfel lutschen und den Notruf 112 wählen. Bei bekannter Insektengiftallergie gehört das Notfallset in die Picknicktasche. Für alle anderen gilt: kühlen, Ruhe bewahren, der Schmerz vergeht. Schwillt die Stelle stark an oder kommen Atemnot, Schwindel oder Übelkeit dazu, ist das ein Notfall, auch ohne bekannte Allergie.
Häufige Fragen
Welcher Duft vertreibt Wespen am besten?
Der NABU nennt Nelkenöl und Räucherstäbchen mit Zitrone oder Lavendel als Hausmittel mit guten Erfahrungen. Wissenschaftlich belegt ist keine Duftwirkung.
Helfen Kupfermünzen gegen Wespen?
Nein. Es gibt weder einen Mechanismus noch einen Beleg.
Darf ich Wespen töten?
Ohne vernünftigen Grund nicht, § 39 BNatSchG. Einzelne Tiere am Tisch zu erschlagen ist rechtlich heikel und praktisch kontraproduktiv, weil Alarmstoffe frei werden.
Was tun bei einem Nest am Balkon?
Abstand halten, Flugbahn freihalten, bis zum Herbst warten. Bei Gefahr für Allergiker oder Kinder die Untere Naturschutzbehörde oder einen Fachbetrieb einschalten.
Zieht Parfüm Wespen an?
Süße, fruchtige Düfte können Wespen im Spätsommer anlocken. Belegt ist das nicht, es passt aber zu ihrer Vorliebe für Zucker.
Wie lange dauert die Wespenzeit?
Lästig werden die Tiere ab Juli, mit den ersten Frösten im Oktober oder November ist es vorbei.
Quellen
- NABU: Keine Panik – Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen
- NABU Brandenburg: Tipps zu Wespen und Hornissen
- § 39 Bundesnaturschutzgesetz – Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen
- Wikipedia: Wespen
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Robert plant Reisen mit Tabellenkalkulation und schreibt über Reisezeiten, Kosten und Routen. Trocken, aber verlässlich.






