Inhalt
Kurz gesagt: Südspanien bedeutet in der Regel Andalusien. Die beste Reisezeit ist April bis Juni und September bis Oktober. Im Juli und August erreicht das Landesinnere regelmäßig über 40 Grad – für Städtereisen nach Sevilla oder Córdoba dann ungeeignet.
Sevilla im August ist kein Urlaub. Es ist Ausharren im klimatisierten Raum.
Die Städte
Sevilla. Kathedrale mit dem Giralda-Turm, der Alcázar-Palast, das Viertel Santa Cruz. Die Stadt des Flamenco.
Granada. Die Alhambra – die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Spaniens. Tickets müssen Wochen bis Monate im Voraus gebucht werden; vor Ort ist meist nichts mehr zu bekommen.
Córdoba. Die Mezquita, eine Moschee mit hineingebauter Kathedrale. Im Mai findet das Fest der Patios statt, bei dem private Innenhöfe geöffnet werden.
Málaga. Hafenstadt mit Picasso-Museum, gutem Flughafen und Zugang zur Küste.
Ronda. Auf einer Schlucht gebaut, mit der berühmten Brücke – ein typisches Tagesziel.
Die Küsten
Costa del Sol. Von Málaga bis Marbella, stark ausgebaut, viele Hotels, sicheres Badewetter.
Costa de la Luz. Am Atlantik zwischen Cádiz und Tarifa: breite Sandstrände, kühleres Wasser, viel Wind – ein Zentrum für Kite- und Windsurfen.
Der Unterschied ist spürbar: Mittelmeer ruhig und wärmer, Atlantik rauer und windiger.
Die beste Reisezeit
April bis Juni. Angenehme Temperaturen, blühende Landschaft, gut für Städte und Wandern.
September bis Oktober. Warmes Meer, weniger Betrieb.
Juli und August. Für Städtereisen zu heiß; an der Küste erträglich, aber voll und teuer.
Winter. Mild mit 15 bis 18 Grad, gut für Städte und Wandern, zu kühl zum Baden.
Planung
Andalusien lässt sich gut mit dem Mietwagen bereisen; die Entfernungen zwischen den Städten liegen bei ein bis drei Stunden.
Zwischen Sevilla, Córdoba und Málaga fahren zudem schnelle Züge.
Was man einplanen sollte: Alhambra-Tickets vorab, Siesta-Zeiten am Nachmittag, und dass in vielen Restaurants erst ab 21 Uhr zu Abend gegessen wird.
Anreise und Fortbewegung
Die wichtigsten Flughäfen sind Malaga, Sevilla, Almeria und Jerez, wobei Malaga die meisten Direktverbindungen aus Deutschland bietet. Von dort erschließt ein Mietwagen die Region am besten. Die Autobahnen sind gut ausgebaut, einzelne Abschnitte sind mautpflichtig.
Zwischen den großen Städten verkehren Hochgeschwindigkeitszüge, die Sevilla, Cordoba und Malaga in unter zwei Stunden verbinden. Für eine Städtereise ist das die bequemste Lösung. Tickets sind früh gebucht deutlich günstiger.
In den Altstädten von Sevilla, Cordoba und Granada ist das Auto eher hinderlich, weil viele Gassen gesperrt sind und Parken teuer ist. Unterkünfte mit Parkplatz sind dort ein echter Vorteil. Innerhalb der Städte geht alles zu Fuß.
Was die Hitze bedeutet
Im Juli und August steigen die Temperaturen im Landesinneren regelmäßig über vierzig Grad, in Sevilla und Cordoba gehören solche Werte zum Sommer. Besichtigungen sind dann nur am frühen Morgen und am Abend sinnvoll. Die Mittagszeit gehört dem Schatten.
An der Küste mildert der Wind die Hitze spürbar, weshalb Strandurlaub auch im Hochsommer angenehm bleibt. Wer Städte sehen will, reist besser im Frühjahr oder Herbst. April, Mai, September und Oktober gelten als beste Monate.
Im Winter bleibt es an der Costa del Sol mild mit Tageswerten um die achtzehn Grad, während es in den Bergen der Sierra Nevada schneit. Skifahren und Strand am selben Tag ist dort tatsächlich möglich. Das ist eine Besonderheit der Region.
Essen und Tagesrhythmus
Gegessen wird spät: Mittagessen zwischen zwei und vier, Abendessen ab neun. Viele Küchen öffnen vorher gar nicht. Wer sich darauf einstellt, isst dort, wo auch Einheimische sitzen.
In Granada gibt es zu jedem Getränk traditionell eine kostenlose Tapa, in anderen Städten wird sie berechnet. Diese Unterschiede sind regional gewachsen. Nachfragen ist üblich und unproblematisch.
Typisch für die Region sind Gazpacho, Salmorejo, frittierter Fisch und Jamon Iberico. In Küstenorten lohnen die Chiringuitos, einfache Strandlokale mit gegrilltem Fisch. Sardinen am Spieß sind dort die Spezialität.
Die Alhambra und andere Höhepunkte
Die Alhambra in Granada gehört zu den meistbesuchten Bauwerken Europas, und Tickets sind regelmäßig Wochen im Voraus ausverkauft. Der Zugang zu den Nasridenpalästen erfolgt zu einer festen Uhrzeit, die auf dem Ticket steht und eingehalten werden muss. Wer sie verpasst, kommt nicht mehr hinein.
Ähnlich stark nachgefragt sind die Mezquita in Cordoba und der Alcazar in Sevilla. Auch dort lohnt die Vorabbuchung, besonders im Frühjahr und Herbst. Frühe Zeitfenster sind angenehmer, weil die Hitze und der Andrang geringer sind.
Weniger überlaufen, aber ebenso lohnend sind die Medina Azahara bei Cordoba, die Kathedrale von Jaen und die Renaissancestädte Ubeda und Baeza. Sie stehen ebenfalls auf der Welterbeliste. Für sie genügt meist ein Ticket vor Ort.
Die weißen Dörfer
Die Pueblos Blancos in den Bergen zwischen Ronda und Cadiz sind kalkweiß getünchte Ortschaften, deren Bauweise auf die Hitze und die maurische Zeit zurückgeht. Bekannt sind Ronda mit seiner Schlucht, Zahara de la Sierra, Grazalema und Setenil de las Bodegas, dessen Häuser unter Felsüberhänge gebaut sind. Eine Rundfahrt lässt sich gut an einem Tag machen.
Die Straßen dorthin sind schmal und kurvig, Parken innerorts ist häufig schwierig. Meist gibt es Parkplätze am Ortsrand mit kurzem Fußweg. Die Ortskerne sind ohnehin nur zu Fuß zu erleben.
Grazalema liegt in einem Naturpark, der zu den niederschlagsreichsten Gebieten Spaniens gehört — ein Gegensatz zum trockenen Bild Andalusiens. Für Wanderungen sind dort teils Genehmigungen nötig. Sie sind kostenfrei und online erhältlich.
Häufige Fragen
Wie heiß wird es im Sommer?
Im Landesinneren regelmäßig über 40 Grad.
Wie lange braucht man für eine Rundreise?
Für Sevilla, Córdoba und Granada mindestens eine Woche, besser zehn Tage.
Muss man die Alhambra vorbuchen?
Ja, unbedingt – oft Wochen im Voraus.
Wann ist das Meer warm genug?
Am Mittelmeer von Juni bis Oktober, am Atlantik kürzer und kühler.
Welcher Flughafen ist am besten?
Malaga hat die meisten Direktverbindungen.
Wann sollte man reisen?
Im Frühjahr oder Herbst, im Hochsommer wird es sehr heiß.
Wann wird gegessen?
Mittags ab zwei, abends ab neun.
Braucht man Tickets für die Alhambra vorab?
Ja, sie sind oft Wochen im Voraus ausverkauft.
Was sind die weißen Dörfer?
Weiß getünchte Bergorte zwischen Ronda und Cadiz.
Quellen
Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.






