Montenegro Urlaub: Küste, Berge und was man wissen sollte

Kurz gesagt: Montenegro bietet auf der Fläche von Schleswig-Holstein Adriaküste und Hochgebirge. Die beste Reisezeit für Badeurlaub ist Juni bis September, für Wandern Mai bis Juni und September bis Oktober. Bezahlt wird mit Euro, obwohl das Land nicht in der EU ist.

Von der Bucht von Kotor bis auf 2.000 Meter Höhe sind es keine zwei Stunden Fahrt.

Die Küste

Bucht von Kotor. Der landschaftliche Höhepunkt – ein tief eingeschnittener Meeresarm zwischen steilen Bergen. Die Altstadt von Kotor gehört zum UNESCO-Welterbe.

Budva. Das touristische Zentrum mit Stränden, Altstadt und Nachtleben. Im Hochsommer voll.

Sveti Stefan. Die Felseninsel mit dem historischen Ort, eines der meistfotografierten Motive des Landes.

Ulcinj. Im Süden, mit dem längsten Sandstrand des Landes.

Die Berge

Durmitor-Nationalpark. Hochgebirge mit Gletscherseen und der Tara-Schlucht – einer der tiefsten Canyons Europas. Wandern, Rafting, im Winter Ski.

Lovćen-Nationalpark. Direkt über der Bucht von Kotor, mit dem Mausoleum auf dem Gipfel und einer Serpentinenstraße mit spektakulärem Blick.

Skadar-See. Der größte See des Balkans, zur Hälfte in Albanien. Vogelreich, mit Bootstouren und Weinbau am Ufer.

Die beste Reisezeit

Juni bis September für Badeurlaub, mit Höchstwerten im Juli und August und entsprechend vollen Stränden.

Mai, Juni, September, Oktober für Wandern und Rundreisen – angenehme Temperaturen, weniger Betrieb.

In den Bergen liegt bis in den Frühsommer Schnee; Hochtouren sind erst ab Juni sinnvoll.

Anreise und Praktisches

Flughäfen sind Tivat und Podgorica; im Sommer gibt es Direktflüge ab Deutschland. Viele reisen auch über Dubrovnik in Kroatien an – von dort sind es rund zwei Stunden mit Grenzübertritt.

Montenegro ist nicht in der EU, verwendet aber den Euro. Für die Einreise genügt für deutsche Staatsangehörige der Personalausweis.

Wer mit dem eigenen Auto kommt, braucht die Grüne Versicherungskarte. Die Straßen sind teils eng und kurvig; für die Bucht von Kotor sollte man Zeit einplanen.

Kosten

Günstiger als Kroatien oder Italien, aber nicht mehr billig – besonders an der Küste im Hochsommer. Im Landesinneren sind Unterkunft und Essen deutlich preiswerter.

Unterkunft und Verpflegung

An der Küste reicht das Angebot von Apartments in Privathäusern über Familienpensionen bis zu großen Hotelanlagen, wobei Privatzimmer deutlich günstiger sind als in Kroatien. In Kotor und Budva ziehen die Preise in der Hochsaison stark an, wenige Kilometer landeinwärts fallen sie spürbar. Wer flexibel ist, wohnt außerhalb und fährt an den Strand.

In den Bergen gibt es Berghütten, Katuns genannte einfache Almhütten und wachsende Zahl kleiner Gästehäuser, vor allem im Durmitor- und Prokletije-Gebiet. Die Ausstattung ist einfach, die Preise entsprechend niedrig. Reservierung ist außerhalb der Hauptsaison meist nicht nötig.

Gegessen wird in Konobas, kleinen Gasthäusern mit regionaler Küche: an der Küste Fisch und Meeresfrüchte, im Landesinneren Lamm, Käse und Kajmak. Die Portionen sind groß, die Preise deutlich unter westeuropäischem Niveau. Trinkgeld von etwa zehn Prozent ist üblich.

Unterwegs im Land

Ein Mietwagen ist die praktischste Lösung, weil Busse zwar günstig sind, aber die Bergregionen nur eingeschränkt erschließen. Die Straßen sind überwiegend gut, in den Bergen jedoch schmal, kurvig und ohne Leitplanken. Nachtfahrten auf Bergstrecken sind für Ungeübte nicht zu empfehlen.

Die Fähre über die Bucht von Kotor bei Kamenari spart im Sommer erhebliche Zeit gegenüber der Umfahrung. Sie fährt häufig und kostet wenig. An heißen Wochenenden können sich trotzdem Wartezeiten bilden.

Für Nationalparks wird eine Eintrittsgebühr erhoben, ebenso für einzelne Straßen wie die Panoramaroute im Durmitor. Die Beträge sind gering. Bar zahlen ist dort verbreiteter als Karte.

Was viele unterschätzen

Montenegro ist klein, aber wegen der Topografie sind Fahrzeiten deutlich länger als die Kilometer vermuten lassen. Von der Küste in den Durmitor sind es Luftlinie wenig, auf der Straße jedoch mehrere Stunden. Wer Küste und Berge verbinden will, sollte zwei Standorte planen.

Im Hochsommer ist die Küste sehr voll, während die Bergregionen angenehm bleiben. Juni und September bieten das beste Verhältnis aus Wetter und Andrang. Im Winter sind Teile der Bergstraßen gesperrt.

Die Währung ist der Euro, obwohl Montenegro nicht der Eurozone angehört. Karten werden in Städten akzeptiert, in kleinen Orten und bei Privatunterkünften ist Bargeld nötig. Geldautomaten gibt es in allen größeren Orten.

Die Bucht von Kotor

Die Bucht ist kein Fjord, auch wenn sie oft so genannt wird, sondern ein überflutetes Flusstal — geologisch eine Ria. Sie steht seit 1979 als Kulturlandschaft auf der Welterbeliste der UNESCO. Kotor, Perast und Risan liegen an ihrem Ufer.

Die Altstadt von Kotor ist von einer Stadtmauer umgeben, die bis zur Festung San Giovanni hinaufführt. Der Aufstieg umfasst rund 1.350 Stufen und dauert etwa anderthalb Stunden, im Sommer besser früh am Morgen. Oben ist der Blick über die gesamte Bucht frei.

Vor Perast liegen zwei kleine Inseln, von denen eine künstlich aufgeschüttet wurde und eine Wallfahrtskirche trägt. Boote fahren dorthin im Minutentakt. Die Überfahrt kostet wenige Euro.

Wann es voll wird

Kreuzfahrtschiffe legen in Kotor direkt an der Altstadt an, was an manchen Tagen mehrere tausend Besucher gleichzeitig bringt. Die Anlaufpläne der Häfen sind online einsehbar. Wer sie prüft, kann den Besuch entsprechend legen.

Ähnlich verhält es sich mit Budva, dessen Altstadt klein ist und im August überlaufen. Ein Besuch am frühen Vormittag oder am Abend ist deutlich angenehmer. Tagsüber weichen viele auf die Strände außerhalb aus.

Ruhiger bleiben die Berge, die Region um den Skadar-See und der Osten des Landes. Dort ist auch im Hochsommer wenig los. Das Verhältnis von Aufwand und Ruhe ist dort das beste im Land.

Häufige Fragen

Braucht man ein Visum?

Für deutsche Staatsangehörige nein.

Welche Währung gilt?

Der Euro.

Wie sind die Straßen?

Hauptstrecken gut, Bergstraßen eng und kurvenreich. Nachts fahren erfordert Erfahrung.

Lohnt sich ein Mietwagen?

Ja – ohne Auto sind Berge und Landesinneres schwer erreichbar.

Braucht man einen Mietwagen?

Für die Bergregionen praktisch ja.

Welche Währung gilt?

Der Euro, obwohl das Land nicht der Eurozone angehört.

Wann ist es am angenehmsten?

Im Juni und September.

Ist die Bucht von Kotor ein Fjord?

Nein, ein überflutetes Flusstal.

Wann ist es in Kotor voll?

An Tagen mit Kreuzfahrtanläufen.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.


Nach oben scrollen