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Kurzantwort: Für Wandern und lange Tage sind Juni bis August die beste Zeit auf den Lofoten: Die Mitternachtssonne scheint auf Höhe von Svolvær etwa vom 25. Mai bis zum 18. Juli. Für Nordlichter eignen sich September bis März, weil dann die Nächte dunkel sind; die Polarnacht dauert etwa vom 7. Dezember bis zum 5. Januar. Der Golfstrom hält das Klima trotz der Lage nördlich des Polarkreises mild.
Die Lofoten liegen etwa 100 bis 300 Kilometer nördlich des Polarkreises im Atlantik, zwischen dem 67. und 68. Breitengrad in der norwegischen Provinz Nordland.
Rund 24.000 Menschen leben auf etwa 80 Inseln mit einer Fläche von 1.227 Quadratkilometern. Größter Ort ist Svolvær mit 4.686 Einwohnern, gefolgt von Leknes mit 3.620.
Die Frage nach der besten Reisezeit hat auf diesen Breiten eine klare Antwort: Sie hängt davon ab, ob Sie Licht suchen oder Dunkelheit.
Licht bestimmt den Kalender
Auf Höhe von Svolvær, ungefähr in der Mitte der Inselgruppe, geht die Sonne etwa vom 25. Mai bis zum 18. Juli nicht unter. In dieser Zeit lässt sich rund um die Uhr wandern, fotografieren und aufs Wasser fahren.
Im Gegenzug steigt die Sonne etwa vom 7. Dezember bis zum 5. Januar nicht über den Horizont. Ganz dunkel ist es dann nicht, aber das Tageslicht bleibt auf eine blaue Dämmerung um die Mittagszeit beschränkt.
Zwischen diesen Extremen liegen Frühjahr und Herbst mit normalem Tag-Nacht-Wechsel, was für viele die praktischste Zeit ist. Wer beides erleben will, reist Ende August oder Anfang September, wenn die Wege noch offen sind und die Nächte bereits dunkel werden.
Juni bis August: Wandern und Mitternachtssonne
Die Sommermonate sind die verlässlichste Zeit für Bergtouren, Kajakfahrten und Übernachtungen im Zelt. Die Wege sind schneefrei, Fährverbindungen fahren nach vollem Plan, und die Unterkünfte haben geöffnet.
Warm im mitteleuropäischen Sinn wird es trotzdem nicht. Der Atlantik hält die Temperaturen gedämpft, und ein Tag kann mit Sonne beginnen und mit Sturm enden.
Der Hochsommer ist zugleich die Zeit mit den meisten Gästen. Wer Ruhe sucht, weicht auf die kleineren Inseln aus oder verschiebt die Reise auf Ende August.
Für Bergtouren ist die durchgehende Helligkeit ein echter Vorteil. Eine Tour lässt sich am Abend beginnen, wenn die Tagesgäste weg sind, ohne dass eine Stirnlampe nötig wird.

September bis März: Nordlicht
Das Aurora-Oval kreuzt die Lofoten, weshalb Nordlichter dort regelmäßig zu sehen sind. Voraussetzung sind dunkle Nächte und ein klarer Himmel.
Damit beginnt die Saison im September, sobald die Nächte wieder dunkel werden, und reicht bis in den März. Der Vorteil des Herbstes: Straßen und Wanderwege sind noch offen.
Das Winterklima gilt für diese Breite als vergleichsweise mild, weil der Golfstrom warmes Wasser heranführt. Sturm und Regen sind dennoch häufig, und die Zahl der klaren Nächte entscheidet über den Erfolg.
Wer wegen des Nordlichts anreist, plant deshalb mehrere Nächte ein. Eine einzelne Nacht ist auf den Lofoten eine Wette.
Regen und Wetterlagen
Der Niederschlag verteilt sich ungleich über das Jahr. Der trockenste Monat ist der Mai mit rund 39 Millimetern, der nasseste der Oktober mit rund 117 Millimetern.
Für die Reiseplanung heißt das: Das Frühjahr ist statistisch die trockenste Phase, der Herbst die feuchteste. Wetterfeste Kleidung gehört jedoch in jedem Monat ins Gepäck.
Der Wind ist dabei oft entscheidender als der Regen. An der Küste kann eine an sich milde Temperatur durch Böen deutlich kälter wirken, weshalb eine winddichte Schicht wichtiger ist als eine dicke.
Anreise
Seit Dezember 2007 besteht mit der Straßenverbindung Lofast eine feste Anbindung an das Festland. Damit sind die Inseln durchgehend mit dem Auto erreichbar.
Alternativ verkehren Fähren von Bodø und Skutvik. Für die Anreise mit dem Flugzeug stehen drei Flugplätze auf den Inseln zur Verfügung, meist mit Umstieg in Bodø oder Oslo.
Wege und Orte auf den Inseln
Die Inselgruppe zieht sich über rund 1.227 Quadratkilometer und etwa 80 Inseln. Svolvær ist mit 4.686 Einwohnern der größte Ort, Leknes folgt mit 3.620 Einwohnern.
Die Hauptstraße verbindet die bewohnten Inseln über Brücken und Tunnel. Sie ist schmal, kurvig und im Sommer stark befahren, weshalb Fahrzeiten regelmäßig länger ausfallen als die Kilometerzahl vermuten lässt.
Ein Mietwagen ist praktisch die Voraussetzung für eigenständiges Reisen. Busse verkehren, aber selten, und die Ausgangspunkte vieler Wanderungen liegen abseits der Haltestellen.
Unterkünfte sind knapp und früh ausgebucht, besonders die umgebauten Fischerhütten. Für Juli und August lohnt eine Buchung mehrere Monate im Voraus.
Was wann sinnvoll ist
Für eine erste Reise mit Wandern, Fotografie und Inselrundfahrt sind Juni bis August die sichere Wahl. Ende August und September verbinden offene Wege mit ersten dunklen Nächten.
Für Nordlicht, Wintersport und leere Orte eignen sich Januar bis März besser als der Dezember, weil dann wieder Tageslicht für Ausflüge zur Verfügung steht.
Der Dezember lohnt sich für alle, die die Polarnacht selbst erleben möchten. Man sollte dann wissen, worauf man sich einlässt: wenige Stunden Dämmerung und ein Programm, das überwiegend im Dunkeln stattfindet.
Häufige Fragen
Wann scheint die Mitternachtssonne auf den Lofoten?
Auf Höhe von Svolvær etwa vom 25. Mai bis zum 18. Juli.
Wann ist Polarnacht?
Ungefähr vom 7. Dezember bis zum 5. Januar steigt die Sonne nicht über den Horizont.
Wann sieht man Nordlichter?
Von September bis März, wenn die Nächte dunkel und der Himmel klar ist.
Wie kalt wird es im Winter?
Für diese Breite vergleichsweise mild, weil der Golfstrom warmes Wasser heranführt. Sturm und Niederschlag prägen den Winter stärker als Frost.
Quellen
Leonie Arp plant fuer aromohola.de Routen und nennt auch, was sich nicht lohnt.

Leonie reist am liebsten mit dem Zug und schreibt über Städte, Küsten und Ausflüge, die ohne Auto funktionieren.






