Der Glockenturm Giralda an der Kathedrale von Sevilla

Bestes Reiseziel im März: eine Empfehlung mit Gründen

Kurzantwort: Wenn es ein Ziel für den März sein soll, ist Andalusien die stärkste Wahl: rund 21 Grad am Tag, drei Flugstunden, wenig Regen, und Städte, Berge und Küste liegen zwei Autostunden auseinander. Wer Wärme zum Baden braucht, fliegt stattdessen ans Rote Meer. Wer weiter will, nach Japan zur Kirschblüte.

Der März stellt Reisende vor eine Entscheidung: Man kann in Europa bleiben und Frühling bekommen, oder man fliegt weit und bekommt Sommer. Beides gleichzeitig gibt es in diesem Monat nirgendwo in vier Flugstunden Entfernung.

Unten steht erst die Empfehlung mit ihren Zahlen, danach die Alternativen für die Fälle, in denen sie nicht passt.

Die Empfehlung: Andalusien

Orangenbäume im Patio de los Naranjos an der Kathedrale von Sevilla
Die Bitterorangen der Stadt blühen im März und Anfang April. Foto: Jebulon, CC0

Sevilla, Córdoba, Granada und Málaga liegen im März bei Tageshöchstwerten um 20 bis 22 Grad und Nachtwerten um 9 bis 11 Grad. Im Hochsommer erreicht Sevilla regelmäßig über 36 Grad, und genau deshalb ist der März der bessere Monat: Man kann den ganzen Tag draußen sein.

Regen fällt vereinzelt, die Zahl der Sonnenstunden ist hoch. Die Flugzeit ab Deutschland beträgt rund drei Stunden, und Málaga wird von fast jedem größeren deutschen Flughafen direkt angeflogen.

Der entscheidende Vorteil ist die Dichte. Von Málaga aus erreichst du Granada in anderthalb Stunden, Sevilla in zweieinhalb, Córdoba in zwei, Ronda in eineinhalb. Die Sierra Nevada mit ihren Skipisten liegt eine Autostunde von der Alhambra entfernt, und der Nationalpark Doñana mit seinen Zugvögeln ist im Frühjahr auf dem Höhepunkt.

Was du in Andalusien im März konkret bekommst

Die Alhambra in Granada ist ganzjährig ausgebucht; Tickets werden Wochen vorher online vergeben und sind an Zeitfenster gebunden. Im März stehst du dafür ohne Hitze in der Warteschlange, und der Generalife-Garten beginnt zu blühen.

In Sevilla und Córdoba blühen im März die Bitterorangenbäume, die in fast jeder Altstadtstraße stehen. Córdobas Innenhöfe öffnen ihr großes Fest zwar erst im Mai, doch die Mezquita ist im März deutlich leerer.

An der Küste liegt das Wasser bei 15 bis 16 Grad. Baden ist das nicht, Wandern auf dem Caminito del Rey oder in den Bergdörfern der Axarquía dagegen sehr wohl.

Für Vogelbeobachter ist der März in Andalusien der stärkste Monat des Jahres. Über die Straße von Gibraltar zieht im Frühjahr ein großer Teil des europäischen Zugvogelaufkommens zurück nach Norden, und die Lagunen des Nationalparks Doñana, der zum Unesco-Welterbe gehört, sind Rastplatz für Flamingos, Löffler und Greifvögel.

Der Haken: Semana Santa

Die Karwoche ist in Andalusien das größte Ereignis des Jahres. Sevilla, Málaga und Granada sind dann voll, Hotelpreise vervielfachen sich, und ganze Straßenzüge sind wegen der Prozessionen gesperrt. Der Termin wandert mit Ostern; 2027 fällt der Ostersonntag auf den 28. März.

Wer die Prozessionen sehen will, bucht ein halbes Jahr vorher. Wer sie meiden will, legt die Reise auf die erste Märzhälfte. Beides ist eine legitime Entscheidung, nur treffen sollte man sie bewusst.

Fällt Ostern in den April, bleibt der ganze März ruhig, und die Preise liegen auf Nebensaisonniveau. Ein Blick auf das Osterdatum des jeweiligen Jahres ist deshalb der erste Schritt der Planung — er entscheidet über mehrere hundert Euro Unterschied bei Flug und Hotel.

Wenn du Wärme zum Baden brauchst: Ägypten

Am Roten Meer liegen Hurghada und Marsa Alam im März bei etwa 26 Grad Luft und 22 Grad Wasser. Das ist das nächstgelegene Ziel in Reichweite, an dem Baden im März wirklich funktioniert, und die Flugzeit liegt bei rund viereinhalb Stunden.

Alternativ kommen die Kanaren infrage: 22 bis 23 Grad Luft, 19 Grad Wasser. Kühler als Ägypten, dafür kürzer zu fliegen und ohne Wüstenwind.

Wer beides verbinden will, findet auf den Kapverden 25 Grad Luft und 23 Grad Wasser bei rund sechs Flugstunden. Der März liegt dort mitten in der Trockenzeit, allerdings auch in der windigsten Phase des Jahres.

Wenn du weit fliegen willst: Japan

Die japanische Kirschblüte beginnt Ende März und ist der Grund, warum viele Fernreisen in diesem Monat planen. Der genaue Termin schwankt je nach Winter um bis zu zwei Wochen und wird jedes Jahr vorhergesagt.

Rechne mit hohen Preisen und ausgebuchten Unterkünften in Kyoto und Tokio. Wer die Blüte ohne Gedränge sehen will, weicht auf kleinere Städte wie Kanazawa, Himeji oder Hirosaki aus.

Als ruhigere Fernreise-Alternative bietet sich Jordanien an. Petra und das Wadi Rum liegen im März bei 20 bis 23 Grad, die Nächte in der Wüste sind kalt, und die Wanderwege rund um Dana sind vor der Sommerhitze begehbar. Die Flugzeit beträgt etwa viereinhalb Stunden.

Wenn du Schnee willst

Im März haben die Alpen die längsten Tage der Saison. Verlässlich sind Skigebiete mit Pisten oberhalb von 2.000 Metern, etwa im Wallis, in Tirol und im Aostatal. Unterhalb von 1.500 Metern wird die Schneelage im März zur Glückssache.

Der Sonnenstand ist im März schon hoch, und der Schnee reflektiert zusätzlich. Sonnenschutz und eine gute Brille sind in diesem Monat wichtiger als im Januar. Wer beides kombinieren will, findet in der Sierra Nevada bei Granada ein Skigebiet, das eine Autostunde von der Alhambra entfernt liegt und bis in den April hinein geöffnet hat.

Häufige Fragen

Reicht eine Woche für Andalusien?

Für zwei Städte plus einen Ausflug ja. Für Sevilla, Granada, Córdoba und Küste solltest du zehn Tage einplanen, sonst wird die Reise zur Fahrerei.

Braucht man in Andalusien im März einen Mietwagen?

Nicht zwingend. Sevilla, Córdoba und Málaga verbindet der Hochgeschwindigkeitszug. Für die Bergdörfer und die Küste ist ein Auto deutlich bequemer.

Wie kalt wird es nachts?

Um die 10 Grad in den Städten, in Granada und in der Höhe darunter. Eine Jacke für abends gehört ins Gepäck.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.


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