Küstenort am Mittelmeer mit Booten und blauem Wasser im Sommer

Beste Reiseziele im Juni: Sonne ohne Hochsaisonpreise

Kurzantwort: Der Juni ist der Monat vor dem Ansturm. Am Mittelmeer liegt das Wasser bereits bei 22 bis 24 Grad, die Hitze bleibt erträglich, und die deutschen Sommerferien beginnen in den meisten Bundesländern erst später. Im hohen Norden geht die Sonne gar nicht unter, in den Alpen öffnen die Hütten. Meiden solltest du die Karibik, Südostasien und Florida.

Der Juni hat einen Vorteil, den kein anderer Sommermonat hat: Das Wetter ist schon sommerlich, die Preise sind es noch nicht. Der Grund liegt im Ferienkalender. Die Sommerferien starten in Deutschland gestaffelt, die ersten Bundesländer meist ab Ende Juni.

Dazu kommt die Sonnenwende am 21. Juni. Die Tage sind das ganze Monatsende über so lang wie nie wieder im Jahr — brauchbar für alle, die viel sehen und wenig im Dunkeln stehen wollen.

Das Mittelmeer im Juni

Das Meer hinkt der Luft hinterher. Es speichert Wärme über Wochen und erreicht seinen Höchststand erst im August und September. Im Juni liegt es je nach Becken bei 22 bis 24 Grad, im östlichen Mittelmeer auch darüber. Zum Baden reicht das für die meisten, ohne dass an Land bereits die Hitze des Hochsommers steht.

Griechenland, Zypern, die Türkei und Süditalien liegen im Juni bei 28 bis 31 Grad Luft. Spaniens Costas und die Balearen bleiben mit 26 bis 28 Grad etwas darunter. Kroatien und Montenegro sind mit 25 bis 27 Grad die kühlere Variante, das Wasser der Adria erwärmt sich langsamer als das der Ägäis.

Für Besichtigungen ist der Juni der bessere Monat als Juli und August. In Rom, Athen oder Sevilla wird es im Hochsommer regelmäßig zu heiß, um mittags draußen zu sein.

Nordeuropa und die Mitternachtssonne

Mitternachtssonne über einer Küstenlandschaft in Nordnorwegen
Nördlich des Polarkreises geht die Sonne im Juni wochenlang nicht unter. Foto: m.prinke, CC BY-SA 4.0

Nördlich des Polarkreises geht die Sonne rund um die Sonnenwende wochenlang nicht unter. Auf den Lofoten dauert dieser Abschnitt etwa von Ende Mai bis Mitte Juli, am Nordkap länger. Wandern um Mitternacht ist dort keine Metapher.

Island hat im Juni seinen hellsten Monat, das Hochland ist allerdings oft erst ab Ende Juni oder Anfang Juli befahrbar, weil die Schotterpisten nach der Schneeschmelze freigegeben werden müssen. Schottland und Irland zeigen sich im Juni von der trockeneren Seite, die Mücken in den Highlands legen erst später los.

In Schweden und Finnland fällt das Mittsommerfest auf das Wochenende um den 21. Juni. Viele Betriebe und Geschäfte schließen dann für zwei bis drei Tage — wer in dieser Zeit reist, plant Einkäufe besser vorher.

Berge: der Monat der Schneeschmelze

In den Alpen beginnt die Wandersaison im Juni, aber gestaffelt nach Höhe. Bis etwa 1.800 Meter ist meist alles frei, höhere Übergänge und Klettersteige können bis Ende des Monats Altschnee tragen. Die bewirtschafteten Hütten öffnen überwiegend ab Mitte Juni.

Dafür bekommt man etwas, das im August fehlt: volle Bäche, blühende Almwiesen und wenig Betrieb auf den Wegen. Gewitter bilden sich im Juni bereits am Nachmittag, ein früher Start bleibt Pflicht.

Fernziele mit Juni-Saison

Namibia, Botswana und Südafrika stehen mitten in der Trockenzeit. Das Wild sammelt sich an den Wasserstellen, die Nächte sind kalt, die Tage klar. Für Safaris ist der Juni eine der besten Zeiten des Jahres.

Auch Kanada und Alaska passen: Die Bären sind aktiv, die Nationalparks noch nicht überfüllt, und die Sommerferien in Nordamerika beginnen erst später. Japan liegt dagegen in der Regenzeit, die auf Honshu meist von Anfang Juni bis Mitte Juli dauert.

Peru und Bolivien sind im Juni in der Trockenzeit, ebenso Nordindien im Himalaya-Vorland, während das Tiefland im Monsun versinkt.

Wo der Juni nicht funktioniert

Die atlantische Hurrikansaison beginnt offiziell am 1. Juni und läuft bis zum 30. November. Statistisch ist der Juni ein ruhiger Monat, das Risiko steigt erst später. Wer trotzdem in die Karibik will, sollte die Vorhersagen im Blick behalten.

In Südostasien läuft ab Juni der Südwestmonsun. Thailands Andamanenküste, Myanmar, Sri Lankas Westen und die Malediven werden feuchter. Die thailändische Golfküste mit Koh Samui bleibt eine Ausnahme, dort regnet es im Juni vergleichsweise wenig.

Kalifornien hat im Juni die Küstennebel, die dort June Gloom heißen: Eine Meeresnebelschicht hält sich am Vormittag über den Stränden und löst sich erst im Lauf des Tages auf.

Städte, die im Juni besser sind als im Juli

Sevilla, Córdoba und Palermo erreichen im Hochsommer regelmäßig 38 Grad und mehr. Im Juni bleibt es dort meist unter dieser Schwelle, und Innenhöfe, Kathedralen und Märkte lassen sich am Tag besichtigen statt nur am Abend.

Dasselbe gilt für Lissabon, Rom und Athen. Wer im Juni reist, bekommt außerdem die längsten Tage des Jahres dazu: In Südeuropa wird es erst gegen 21:30 Uhr dunkel, in Mittel- und Nordeuropa noch später.

Preise und Buchung

Die günstigste Woche des Sommers liegt fast immer in der ersten Junihälfte. Ab der letzten Juniwoche ziehen die Preise an, weil die ersten Bundesländer in die Ferien gehen. Wer flexibel ist, legt die Reise in die Tage vor dem Ferienbeginn des eigenen Bundeslandes.

Pfingsten kann in den Juni fallen und wirkt dann wie eine kleine Hochsaison. Der Termin verschiebt sich jährlich, weil er an Ostern hängt.

Häufige Fragen

Ist das Mittelmeer im Juni warm genug zum Baden?

In der Regel ja. 22 bis 24 Grad reichen den meisten. An der Adria und im westlichen Mittelmeer kann es Anfang Juni noch frisch sein, in der Ägäis und vor Zypern ist es deutlich wärmer.

Wo ist es im Juni schon richtig heiß?

Am Roten Meer, in Dubai und in Südspaniens Binnenland. Dort sind 35 Grad und mehr üblich, was den Aufenthalt tagsüber einschränkt.

Lohnt sich Skandinavien im Juni?

Ja, wegen des Lichts. Die Temperaturen liegen an der norwegischen Küste bei 14 bis 18 Grad, im schwedischen Binnenland höher. Regenkleidung gehört trotzdem ins Gepäck.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.


Nach oben scrollen