Messner Mountain Museum auf dem Kronplatz

Wandern am Kronplatz: Routen, Höhe und Ausgangsorte

Kurzantwort: Der Kronplatz in Südtirol liegt auf 2.275 Metern an der Grenze der Gemeinden Bruneck, Enneberg und Olang und wird im Sommer über elf Kabinenbahnen und vier Sessellifte erschlossen. Neben markierten Wanderwegen und Mountainbike-Strecken bietet der Gipfel mit dem Messner Mountain Museum Corones und dem Fotografie-Museum Lumen zwei kulturelle Anlaufpunkte direkt an der Bergstation.

Der Kronplatz gehört zu den bekanntesten Bergen Südtirols und liegt am Rand der Pragser Dolomiten, nicht weit von Bruneck im Pustertal entfernt. Im Winter zählt er zu den meistbefahrenen Skigebieten der Alpen, im Sommer verwandelt er sich in ein Wandergebiet mit eigenem Charakter.

Wer eine Wanderung am Kronplatz plant, findet hier die wichtigsten Eckdaten zu Höhe, Aufstiegen und Ausgangsorten.

Anders als bei vielen reinen Wandergebieten profitieren Besucher am Kronplatz zusätzlich von einer touristischen Infrastruktur, die ursprünglich für den Wintersport aufgebaut wurde. Restaurants, Museen und Bergbahnen sind entsprechend gut ausgebaut, was den Berg auch für weniger geübte Wanderer zugänglich macht. Diese Doppelnutzung als Winter- und Sommerziel unterscheidet den Kronplatz von vielen reinen Sommerwandergebieten, die außerhalb der warmen Jahreszeit kaum touristische Infrastruktur bieten.

Lage und Höhe des Kronplatz

Der Kronplatz erreicht eine Höhe von 2.275 Metern und liegt an der Stelle, an der die Gemeinden Bruneck, Enneberg und Olang aneinandergrenzen. Damit ist er sowohl vom Pustertal als auch vom Gadertal aus erreichbar, was ihn zu einem zentralen Ausgangspunkt für Touren in den Pragser Dolomiten macht, die seit 2009 zum UNESCO-Welterbe zählen. Diese Lage an der Grenze mehrerer Täler erklärt auch, warum sich der Kronplatz als Rundum-Aussichtsberg vermarktet, von dem aus bei klarer Sicht mehrere Dolomitengruppen gleichzeitig zu sehen sind.

Messner Mountain Museum auf dem Kronplatz
Messner Mountain Museum auf dem Kronplatz Foto: Marco Almbauer, CC BY 4.0

Bergbahnen als Zustieg zu den Wanderwegen

Elf moderne Kabinenbahnen und vier Sessellifte erschließen den Berg von drei Seiten, ergänzt durch weitere Lifte zu den benachbarten Gipfeln Piz da Peres und Piz de Plaies. Wanderer nutzen diese Bahnen im Sommer, um Höhenmeter zu sparen und direkt auf markierten Wegen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden loszulaufen, statt den gesamten Aufstieg zu Fuß zurückzulegen. Wer stattdessen den kompletten Aufstieg selbst gehen möchte, kann die Bahnen ebenso für den Abstieg nutzen und so die Kondition gezielt für den anstrengenderen Streckenteil einteilen.

Kultur auf dem Gipfel: zwei Museen

Auf dem Kronplatz steht das von der Architektin Zaha Hadid entworfene Messner Mountain Museum Corones, das sich dem alpinen Bergsteigen widmet. Ergänzt wird es seit 2018 durch das Museum Lumen, das sich der Berg- und Naturfotografie widmet. Eine 1984 errichtete Kapelle und die Friedensglocke „Concordia 2000″ vervollständigen die Gipfelinfrastruktur. Wer eine Wanderung am Kronplatz mit einem Museumsbesuch verbinden möchte, plant dafür am besten einen eigenen Zeitblock ein, da sowohl das Messner Mountain Museum als auch Lumen für eine ausführliche Besichtigung jeweils gut eine Stunde in Anspruch nehmen. Beide Museen liegen in unmittelbarer Nähe zur Bergstation Kronplatz 2000, sodass ein Besuch auch bei kurzfristig schlechtem Wanderwetter als Alternative zur Tour infrage kommt.

Ausgangsorte im Tal

Als Basis für Wanderungen am Kronplatz bieten sich die Orte Bruneck, Olang, Kiens und das Antholzertal an, die jeweils eigene Zufahrten zu den Liftstationen besitzen. Bruneck als größter Ort der Region verfügt zusätzlich über eine historische Altstadt, die sich gut mit einem Wandertag am Berg kombinieren lässt.

Wegequalität und Almhütten

Die Wanderwege am Kronplatz reichen von breiten, familientauglichen Almwegen bis zu anspruchsvolleren Routen in Richtung der Pragser Dolomiten. Unterwegs liegen mehrere bewirtschaftete Almhütten, die regionale Südtiroler Küche anbieten und sich als Etappenziel oder Rastpunkt eignen, bevor es zur nächsten Bergstation oder zurück ins Tal geht. Für Tagesgäste ohne eigene Ausrüstung lassen sich einzelne Etappen auch als Rundwege planen, die an derselben Bergstation enden, an der die Tour begonnen hat. Beschilderung und Markierung der Wege folgen dem in Südtirol üblichen Nummerierungssystem, das sich auch ohne lokale Ortskenntnis gut nachvollziehen lässt.

Der Kronplatz im Winter als Kontrast

Im Winter zählt der Kronplatz zu den bekanntesten Skigebieten der Alpen und wurde 2018 als „Ski Resort des Jahres“ ausgezeichnet, mit 119 Kilometern präparierter Pisten. Dieselben Bergbahnen, die im Winter Skifahrer transportieren, bringen im Sommer Wanderer auf den Berg, sodass sich die Infrastruktur ganzjährig nutzen lässt, auch wenn Zielgruppe und Aktivität sich zwischen den Jahreszeiten deutlich unterscheiden.

Anreise und Lage in Südtirol

Der Kronplatz liegt im Pustertal in Südtirol, das über die Brennerautobahn und den Bahnhof Bruneck gut an das übrige Alpengebiet angebunden ist. Von München oder Innsbruck aus ist die Region in wenigen Autostunden erreichbar, was den Kronplatz auch für kürzere Wanderaufenthalte über ein verlängertes Wochenende attraktiv macht. Wer mit der Bahn anreist, erreicht Bruneck über die Pustertalbahn, von wo aus Buslinien und Taxis die letzten Kilometer zu den Talstationen der Kronplatz-Bahnen übernehmen.

Praktische Hinweise für die Planung

Die Sommersaison am Kronplatz beginnt in der Regel Anfang Juni und endet im Oktober, wobei Lifte und Museen nicht durchgehend geöffnet sind und die genauen Betriebszeiten je nach Wetter und Saison variieren. Für längere Touren in Richtung der Pragser Dolomiten empfiehlt sich festes Schuhwerk sowie ausreichend Zeit, da einzelne Wege mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Wetterumschwünge kommen im Hochgebirge auch im Sommer schnell vor, weshalb ein Blick auf die kurzfristige Vorhersage vor längeren Touren zur Grundausstattung der Planung gehört.

Mountainbike und weitere Sommeraktivitäten

Neben den Wanderwegen erschließt der Kronplatz im Sommer auch ein Netz an Mountainbike-Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die über dieselben Bahnen erreichbar sind wie die Wanderwege. Für Familien ergänzt eine Erlebniswelt mit Spielangeboten das Programm auf dem Berg, sodass sich ein Tag am Kronplatz auch mit Kindern unterschiedlichen Alters gestalten lässt, ohne dass alle Teilnehmer dieselbe Route wählen müssen. Wanderer und Mountainbiker teilen sich dabei überwiegend getrennt ausgeschilderte Wege, sodass beide Gruppen ohne größere Konflikte gleichzeitig unterwegs sein können.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.

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