Inhalt
Kurz gesagt: Teneriffa ist ganzjährig mild – aber die Insel ist geteilt: Der Süden ist trocken und sonnig, der Norden grün und deutlich wolkiger. Wer Badewetter sucht, bucht im Süden. Der Teide ist mit 3.715 Metern der höchste Berg Spaniens und das Wahrzeichen der Insel.
Die Passatwolken stauen sich an den Bergen im Norden. Deshalb regnet es dort, während im Süden die Sonne scheint.
Nord oder Süd
Süden. Playa de las Américas, Los Cristianos, Costa Adeje. Sonnensicher, trocken, touristisch ausgebaut, viele Hotels. Die Wahl für Badeurlaub.
Norden. Puerto de la Cruz, La Orotava, Garachico. Grüner, ursprünglicher, mit Kolonialarchitektur und Bananenplantagen – aber häufiger bewölkt und kühler.
Wer beides sehen will, nimmt einen Mietwagen. Die Insel lässt sich in gut einer Stunde durchqueren.
Der Teide
Der Nationalpark rund um den Vulkan gehört zum UNESCO-Welterbe. Die Landschaft aus Lavafeldern und Kraterrändern wirkt außerirdisch.
Eine Seilbahn führt bis auf 3.555 Meter. Für die letzten Meter zum Gipfel ist eine kostenlose Genehmigung nötig, die Monate im Voraus ausgebucht sein kann – rechtzeitig beantragen.
Oben ist es deutlich kälter als an der Küste; warme Kleidung gehört dazu, auch im Sommer.
Weitere Ziele
Masca. Bergdorf in einer Schlucht, spektakuläre Anfahrt.
Anaga-Gebirge. Lorbeerwald im Nordosten, UNESCO-Biosphärenreservat, gute Wanderwege.
La Laguna. Die alte Hauptstadt, ebenfalls Welterbe.
Los Gigantes. Steilklippen im Westen, bis zu 500 Meter hoch.
Walbeobachtung. Vor der Südwestküste leben ganzjährig Grindwale und Delfine. Auf zertifizierte Anbieter mit dem Siegel für verantwortliche Beobachtung achten.
Die beste Reisezeit
Ganzjährig. Im Winter liegen die Höchstwerte im Süden bei etwa 20 bis 22 Grad, im Sommer bei 27 bis 30.
Die Wassertemperatur schwankt zwischen etwa 19 Grad im Winter und 23 Grad im Spätsommer – kühler, als viele erwarten.
Calima ist ein Wetterphänomen, bei dem Saharastaub die Insel erreicht: diesig, heiß, schlechte Sicht. Es tritt unregelmäßig auf, meist im Frühjahr.
Praktisches
Teneriffa gehört zu Spanien und zur EU, hat aber einen Sonderstatus bei der Mehrwertsteuer. Bezahlt wird mit Euro, die Zeit liegt eine Stunde hinter MEZ.
Zwei Flughäfen: Süd bei den Badeorten, Nord bei Santa Cruz.
Anreise und Mietwagen
Die Insel hat zwei Flughäfen: Teneriffa Süd bedient die meisten Urlaubsflüge, Teneriffa Nord vor allem Inlandsverbindungen. Zwischen beiden liegen rund sechzig Kilometer und eine gute Autobahn. Wer im Norden wohnt, sollte die Flughafenwahl bei der Buchung beachten.
Ein Mietwagen lohnt sich, weil die interessanten Ziele über die Insel verteilt liegen und Busse zwar günstig, aber langsam sind. Die Straßen sind gut ausgebaut, die Bergstrecken jedoch kurvig. Wer nur am Strand bleibt, braucht kein Auto.
Beim Mieten ist auf die Versicherungsbedingungen zu achten, insbesondere auf die Selbstbeteiligung und auf Ausschlüsse für Schäden an Unterboden und Reifen. Diese Schäden entstehen auf Schotterwegen häufig. Örtliche Anbieter sind oft günstiger als internationale Ketten.
Wandern auf der Insel
Neben dem Teide bietet das Anaga-Gebirge im Nordosten dichte Lorbeerwälder mit einem gut markierten Wegenetz, das als eines der schönsten Wandergebiete der Kanaren gilt. Das Teno-Gebirge im Westen ist trockener und schroffer. Beide sind gut über Wanderportale dokumentiert.
Für den Aufstieg zum Gipfel des Teide ist eine kostenlose Genehmigung erforderlich, die weit im Voraus vergeben wird. Ohne sie ist nur der Weg bis zur Bergstation der Seilbahn möglich. Die Genehmigung wird am Aufstieg kontrolliert.
Wichtig sind feste Schuhe, viel Wasser und Wetterprüfung: Auf der Insel herrschen je nach Höhe und Seite sehr unterschiedliche Bedingungen. Im Norden regnet es deutlich häufiger als im Süden. Auf über zweitausend Metern kann es empfindlich kalt sein.
Strände und Wasser
Die Strände im Süden bestehen überwiegend aus hellem, teils aufgeschüttetem Sand, während die Strände im Norden dunklen Vulkansand haben. Playa de las Teresitas bei Santa Cruz ist eine Ausnahme im Norden, ihr heller Sand wurde aus der Sahara herangeschafft. Das Wasser ist ganzjährig kühler als im Mittelmeer.
An der Nordküste ist die Brandung deutlich kräftiger, und an mehreren Stellen herrscht Strömung. Auf die Beflaggung ist zu achten: Rot bedeutet Badeverbot, Gelb Vorsicht. An unbewachten Buchten fehlt diese Kennzeichnung ganz.
Zum Schnorcheln eignen sich geschützte Buchten und die Naturpools im Norden, etwa bei Garachico oder Bajamar. Sie füllen sich mit dem Meerwasser und sind bei ruhiger See sicher. Bei Wellengang sind sie zu meiden.
Klima und Kleidung
Teneriffa wird die Insel des ewigen Frühlings genannt, weil die Temperaturen ganzjährig zwischen etwa zwanzig und achtundzwanzig Grad liegen. Der Passatwind sorgt im Norden für Wolken und Feuchtigkeit, während der Süden trocken und sonnig bleibt. Dieser Unterschied ist an einem Tag erfahrbar.
Wer auf den Teide fährt, sollte warme Kleidung mitnehmen: Auf über zweitausend Metern liegen die Temperaturen deutlich niedriger, im Winter oft unter null. Auch die Sonneneinstrahlung ist in dieser Höhe deutlich stärker. Sonnenschutz gehört ganzjährig ins Gepäck.
Für Wanderungen im Anaga-Gebirge sind Regenjacke und feste Schuhe sinnvoll, weil dort auch bei Sonne im Süden Nebel und Nieselregen herrschen können. Das Mikroklima wechselt auf wenigen Kilometern. Der Wetterbericht sollte nach Region gelesen werden.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit?
Ganzjährig; für Wandern ist der Frühling ideal.
Braucht man einen Mietwagen?
Für die Insel ja, für reinen Badeurlaub nicht.
Wie hoch ist der Teide?
3.715 Meter – der höchste Berg Spaniens.
Sind die Strände sandig?
Teils schwarzer Lavasand, teils heller Sand, der aufgeschüttet wurde.
Welchen Flughafen wählt man?
Süd für Urlaubsflüge, Nord für Inlandsverbindungen.
Braucht man für den Teide-Gipfel eine Genehmigung?
Ja, sie ist kostenlos, aber früh vergeben.
Warum ist der Sand unterschiedlich?
Im Norden Vulkansand, im Süden heller, teils aufgeschütteter Sand.
Wie kalt wird es auf dem Teide?
Im Winter oft unter null Grad.
Quellen
Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.







