Plaza de España in Sevilla im milden Winterlicht

Städtereisen im Januar: Günstige Ziele in der Nebensaison

Kurzantwort: Der Januar zählt zur klassischen Nebensaison für Städtereisen, weil die Weihnachtsferien vorbei sind und die Nachfrage nach Flügen und Hotels deutlich sinkt. Lissabon, Sevilla und Malta bieten dabei ein für die Jahreszeit vergleichsweise mildes Klima: Lissabon kommt nachts selten unter den Gefrierpunkt, Malta liegt im Januar im Schnitt bei 12,6 Grad, und auch Sevilla zeigt sich deutlich milder als Mitteleuropa, allerdings mit mehr Regen als im Sommer. Wer im Januar reist, profitiert von niedrigeren Preisen und leereren Sehenswürdigkeiten, sollte aber Kleidung für wechselhaftes Wetter einpacken.

Der Januar gilt touristisch als einer der ruhigsten Monate des Jahres: Die Weihnachtsferien sind vorbei, die große Reisewelle des Frühlings hat noch nicht begonnen. Für Städtereisende bedeutet das leerere Sehenswürdigkeiten und spürbar niedrigere Preise bei Flügen und Unterkünften, gerade im Vergleich zu den überlaufenen Wochen rund um Weihnachten und Silvester.

Klimatisch eignet sich der Januar allerdings nicht für jedes Ziel gleich gut. Diese Übersicht zeigt vier südeuropäische Ziele, die auch im tiefsten Winter noch vergleichsweise mild bleiben.

Warum der Januar für Städtereisen unterschätzt wird

Nach dem Ende der Weihnachtsferien sinkt die Nachfrage nach Städtereisen in den meisten europäischen Zielen merklich, was sich direkt auf die Preise für Flüge und Hotels auswirkt. Gleichzeitig sind viele Sehenswürdigkeiten, die im Sommer von Warteschlangen geprägt sind, im Januar deutlich leichter zugänglich. Der Haken: In weiten Teilen Mitteleuropas ist der Januar der kälteste Monat des Jahres, weshalb sich für milderes Winterwetter ein Blick nach Südeuropa lohnt, wo einzelne Regionen trotz Winterzeit noch zweistellige Tageshöchstwerte erreichen.

Lissabon: Mildes Atlantikklima auch im tiefsten Winter

Lissabon profitiert von seiner Lage am Atlantik und einem maritimen, subtropischen Klima, das die Temperaturen auch im Winter selten unter den Gefrierpunkt fallen lässt. Die nächtlichen Tiefstwerte liegen im Januar bei etwa 8 bis 9 Grad, tagsüber werden meist 14 bis 16 Grad erreicht. Allerdings zählt der Januar auch zu den regenreicheren Monaten der Stadt, weil die höchsten Niederschlagswerte zwischen Oktober und März auftreten. Wer trotzdem reist, kann Regentage gut mit den zahlreichen Markthallen, Fado-Lokalen und der historischen Straßenbahnlinie 28 überbrücken, die auch bei schlechtem Wetter durch die steilen Gassen der Altstadtviertel Alfama und Bairro Alto fährt.

Hafen und Altstadt von Valletta auf Malta
Foto: Shadowgate, CC BY 4.0

Sevilla: Sonnig, aber mit Regenrisiko

Sevilla gehört zu den wärmsten Städten Europas, mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 18,6 Grad. Im Januar liegt die Stadt deutlich unter ihren sommerlichen Extremwerten von über 40 Grad, bewegt sich aber immer noch in einem für die Jahreszeit angenehmen Bereich. Die Kehrseite: Die Niederschläge konzentrieren sich auf die Monate Oktober bis April, wobei der Dezember mit rund 99 Millimetern der regenreichste Monat des Jahres ist. Mit rund 2.917 Sonnenstunden im Jahr bleibt Sevilla dennoch eine der sonnenreichsten Städte Europas, sodass sich Regentage meist mit sonnigen Abschnitten abwechseln und ein Rundgang durch das maurisch geprägte Altstadtviertel Santa Cruz mit seinen engen, verwinkelten Gassen auch im Januar selten komplett ins Wasser fällt.

Malta: Subtropisches Mittelmeerklima im Kleinformat

Malta hat ein subtropisches, trockenes Mittelmeerklima mit milden, feuchten Wintern und trockenen, warmen Sommern. Im Januar liegt die Durchschnittstemperatur bei 12,6 Grad, mit Tageshöchstwerten von 15,7 Grad und nächtlichen Tiefstwerten von 9,5 Grad. Damit ist Malta im Winter spürbar milder als die meisten Ziele auf dem europäischen Festland, gleichzeitig fällt auch hier der Großteil der jährlich rund 620 Millimeter Niederschlag in den Wintermonaten, während die Sommermonate Juni und Juli fast völlig trocken bleiben. Die kompakte Hauptstadt Valletta mit ihrer barocken Bausubstanz lässt sich dabei an ein bis zwei Tagen zu Fuß gut erkunden, was Malta auch für einen kurzen Winterkurztrip attraktiv macht.

Las Palmas: Die trockene Alternative auf den Kanaren

Wer dem Regenrisiko der drei genannten Städte ganz aus dem Weg gehen möchte, findet mit Las Palmas de Gran Canaria eine Alternative auf den Kanarischen Inseln. Dank Kanarenstrom und Nordostpassat bleiben die Temperaturen dort ganzjährig in einem engen Rahmen, im Winter liegen die Werte an der Küste im Schnitt bei rund 18 Grad. Anders als in Lissabon, Sevilla oder Valletta konzentriert sich der Regen auf den Kanaren nicht so stark auf den Winter, sodass Las Palmas auch im Januar meist trocken bleibt. Die Stadt selbst punktet mit einer der längsten Stadtstrände Europas direkt im Zentrum, was sie von den übrigen Zielen dieser Liste deutlich unterscheidet. Wer eine reine Städtereise mit dem Wunsch nach Strandtagen verbinden möchte, findet in Las Palmas damit eine Kombination, die Lissabon, Sevilla und Malta im Januar klimatisch nicht in gleichem Maß bieten können, auch wenn die Anreise mit vier bis fünf Flugstunden etwas länger ausfällt als zu den übrigen Zielen dieser Liste.

Praktische Tipps für die Nebensaison im Januar

Wer im Januar eine Städtereise plant, sollte trotz milder Durchschnittstemperaturen wasserfeste Kleidung einpacken, da Lissabon, Sevilla und Malta ihre Hauptniederschläge in den Wintermonaten haben. Nur wer diesem Regenrisiko konsequent ausweichen möchte, ist mit Las Palmas auf den Kanaren besser bedient. Für die Buchung lohnt sich ein Blick auf Wochentage abseits des Wochenendes, weil Fluggesellschaften und Hotels in der Nebensaison ihre Preise noch stärker nach Auslastung staffeln als im Sommer. Wer Flexibilität bei den Reisedaten hat, findet oft schon wenige Tage nach den Weihnachtsferien deutlich günstigere Angebote als in der ersten Januarwoche, wenn viele Reisende die freien Tage rund um Neujahr noch verlängern. Ein Preisvergleich über mehrere Reiseportale hinweg lohnt sich in dieser Zeit besonders, weil die Schwankungen zwischen einzelnen Wochentagen im Januar oft größer ausfallen als in der Hauptreisezeit.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.

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