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Kurzantwort: Drei europäische Routen eignen sich besonders gut für eine Wohnmobil-Tour: die norwegische Atlantikstraße mit acht Brücken über das offene Meer, die österreichische Großglockner-Hochalpenstraße mit 47,8 Kilometern und einem höchsten Punkt von 2.504 Metern, sowie die kroatische Jadranska Magistrala, die sich über rund 600 Kilometer entlang der Adriaküste zieht. Alle drei Strecken sind saisonal geprägt: Die Hochalpenstraße ist von Ende Oktober bis Anfang Mai gesperrt, während die Atlantikstraße und die Adriaküste ganzjährig befahrbar sind, aber im Sommer am meisten Verkehr haben.
Ein Wohnmobil gibt bei der Routenplanung eine Freiheit, die eine klassische Flugreise nicht bietet: kein festes Hotel, keine Rückreisebindung an einen einzelnen Flughafen, dafür Tempo, Route und Zwischenstopps ganz nach eigenem Ermessen und Wetterlage.
Diese Übersicht stellt drei Routen vor, die sich durch Landschaft, Bauwerke und Streckenführung deutlich voneinander unterscheiden – von der Küste bis ins Hochgebirge.
Was eine gute Wohnmobil-Route ausmacht
Die besten Wohnmobil-Strecken verbinden landschaftliche Abwechslung mit einer ausreichenden Dichte an Stellplätzen und Versorgungsmöglichkeiten. Gerade auf touristisch stark frequentierten Routen wie den drei hier vorgestellten ist die Infrastruktur meist gut ausgebaut, was die Planung erleichtert, gleichzeitig aber auch bedeutet, dass beliebte Stellplätze in der Hochsaison schnell belegt sind und eine frühzeitige Reservierung oder eine flexible Ankunftszeit am Nachmittag oft den Unterschied macht.
Norwegische Atlantikstraße: Über Brücken durchs offene Meer
Die Atlantikstraße verbindet auf rund 8,3 Kilometern die Orte Vevang und Kårvåg über acht Brücken, die sich über mehrere kleine Inseln spannen, darunter die 260 Meter lange Storseisund-Brücke, die aus bestimmten Blickwinkeln wie eine abbrechende Rampe wirkt und als markantestes Bauwerk der Strecke gilt. Gebaut zwischen 1983 und 1989, ersetzte die Straße eine frühere Fährverbindung und wurde 2005 in einer norwegischen Umfrage zum „Bauwerk des Jahrhunderts“ gewählt. Die Strecke zählt zu den offiziellen Norwegischen Landschafts-Routen und ist bekannt für ihre teils dramatischen Wetterlagen: An der Fjordmündung entstehen bei Gezeitenwechseln starke Strömungen, weshalb Aussichts- und Angelplätze mit Sicherheitsgeländern gesichert sind. Für Wohnmobilreisende bietet die kurze Strecke einen eindrucksvollen Ausschnitt einer längeren Norwegen-Rundreise entlang der Westküste und eignet sich gut als Zwischenstopp auf dem Weg zu den Fjorden weiter nördlich, etwa dem Geirangerfjord oder dem Trollstigen.

Großglockner-Hochalpenstraße: Alpenpanorama auf 2.504 Metern
Die Großglockner-Hochalpenstraße verbindet auf 47,8 Kilometern Bruck an der Großglocknerstraße mit Heiligenblut und überquert dabei den Alpenhauptkamm über das Hochtor auf 2.504 Metern, dem höchsten Punkt der höchstgelegenen befestigten Passstraße Österreichs. Gebaut zwischen 1930 und 1935, führt die mautpflichtige Strecke zusätzlich zu Abzweigen wie der Edelweißspitze und der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit direktem Blick auf den Großglockner und den Pasterze-Gletscher. Rund 270.000 Fahrzeuge nutzen die Straße jährlich, was etwa einer Million Besucherinnen und Besuchern entspricht. Wegen der Höhenlage ist die Strecke von Ende Oktober bis Anfang Mai gesperrt, im Jahr 1953 wurden dort sogar 21 Meter Schnee gemessen. Für Wohnmobile mit Höhenbeschränkung lohnt sich vorab ein Blick auf die Tunnelmaße am Hochtor.
Jadranska Magistrala: Rund 600 Kilometer Adriaküste
Die Jadranska Magistrala verläuft entlang der gesamten östlichen Adriaküste von der Nähe Triests bis ins montenegrinische Ulcinj und ist Teil der Europastraße 65. Allein der kroatische Abschnitt zwischen Rijeka und Dubrovnik erstreckt sich über etwa 600 Kilometer und führt an Städten wie Zadar, Šibenik und Split vorbei. Gebaut in den 1960er- und 1970er-Jahren, gilt die kurvenreiche Küstenstraße als eine der landschaftlich eindrucksvollsten Strecken Europas, mit Ausblicken auf vorgelagerte Inseln und historische Badeorte wie Opatija. Für eine Wohnmobil-Tour eignet sich die Strecke besonders gut in Kombination mit Stopps an den zahlreichen Buchten, sollte aber wegen ihrer engen Kurven und teils schmalen Fahrbahn nicht unterschätzt werden. Größere Wohnmobile sind auf einzelnen Abschnitten zwischen Split und Dubrovnik gut beraten, die Ankunftszeit an gefragten Stellplätzen früh in den Nachmittag zu legen, weil sich der Platz an der schmalen Küstenstraße in der Hochsaison schnell füllt.
Führerschein und Tempolimit: Was für Wohnmobile in Europa gilt
Für die Planung einer Wohnmobil-Tour lohnt sich vorab ein Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen. Mit dem Führerschein der Klasse B dürfen seit der EU-weiten Harmonisierung im Jahr 1999 nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse gefahren werden, ältere deutsche Führerscheine der Klasse 3 erlauben dagegen bis zu 7,5 Tonnen. Wohnmobile bis 3,5 Tonnen unterliegen in Deutschland wie Pkw keiner generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen, was sich aber von Land zu Land unterscheiden kann, weshalb sich ein Blick auf die jeweils geltenden Tempolimits vor der Grenzüberquerung lohnt. Wichtig für die Zuladung: Hersteller bauen zunehmend Fahrzeuge nah an der 3,5-Tonnen-Grenze mit wenig Reserve, sodass volle Wassertanks, Gasflaschen und Gepäck schneller zur Überladung führen können, als viele Halterinnen und Halter erwarten. Ein Besuch auf der Waage vor Reiseantritt schafft hier schnell Klarheit und verhindert Bußgelder oder Probleme bei einer Verkehrskontrolle im Ausland.
Praktische Hinweise zur Routenplanung
Wer eine dieser Routen mit dem Wohnmobil plant, sollte die jeweilige Saison berücksichtigen: Die Hochalpenstraße ist außerhalb der Sommermonate schlicht nicht befahrbar, während Atlantikstraße und Adriaküste ganzjährig offen sind, aber im Juli und August die höchste Verkehrsdichte und die vollsten Stellplätze haben. Für alle drei Strecken lohnt sich außerdem ein Blick auf die Fahrzeugmaße, da enge Kurven, Tunnel und Brücken je nach Route unterschiedliche Einschränkungen mit sich bringen. Wer mehrere Routen zu einer längeren Rundreise verbinden möchte, kann beispielsweise die norwegische Küste mit einer Fährüberfahrt Richtung Süden verlassen und über Mitteleuropa in Richtung Alpen weiterfahren, bevor die Reise an der Adriaküste ausklingt – eine Streckenführung, die je nach Tempo mehrere Wochen in Anspruch nimmt.
Quellen
- Wikipedia: Atlantikstraße
- Wikipedia: Großglockner-Hochalpenstraße
- Wikipedia: Jadranska Magistrala
- Wikipedia: Wohnmobil – Führerschein und Recht
Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.








