Straßenbahn in einer Altstadtgasse in Lissabon im Frühling

Städtereisen im März: Wohin es sich jetzt schon lohnt

Kurzantwort: Städte im Süden Europas wie Lissabon, Sevilla oder Valletta auf Malta profitieren im März bereits von milderem Klima, während die große Reisesaison dort erst später im Frühjahr beginnt. Nordeuropäische Städte bleiben im März dagegen noch kühl, eignen sich aber wegen geringerer Besucherzahlen für ruhige Kurztrips.

Der März markiert in weiten Teilen Europas den Übergang vom Winter zum Frühling, allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden. Während nördliche Städte oft noch grau und kühl bleiben, wärmen sich südliche Ziele bereits spürbar auf.

Diese Übersicht zeigt, welche Städte im März schon angenehm bereisbar sind und wo sich eine Reise eher wegen der Ruhe als wegen des Wetters lohnt.

Wer die Wahl nicht allein vom Wetter abhängig machen will, kann den März auch als bewusste Alternative zur überlaufenen Hauptsaison verstehen: kürzere Warteschlangen, mehr verfügbare Unterkünfte und ein entspannteres Stadtbild, selbst wenn die Temperaturen noch nicht sommerlich ausfallen.

Warum sich der März für Südeuropa eignet

In Südeuropa liegt der März bereits außerhalb der kältesten Wintermonate, während die touristische Hauptsaison meist erst im April oder Mai beginnt. Diese Lücke sorgt für spürbar mildere Temperaturen bei gleichzeitig geringerem Andrang an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten – ein Zeitfenster, das erfahrene Städtereisende gezielt nutzen.

Viele Fluggesellschaften bedienen diese Ziele ganzjährig direkt ab großen deutschen Flughäfen, sodass sich ein Kurztrip im März auch kurzfristig planen lässt, ohne auf saisonale Sonderflüge angewiesen zu sein.

Straßenbahn in einer Altstadtgasse in Lissabon im Frühling
Foto: Oneterry AKA Terry Kearney, CC0

Lissabon: mildes Atlantikklima schon im Frühjahr

Lissabon liegt an der portugiesischen Atlantikküste und profitiert von einem milden, ozeanisch geprägten Klima, das ausgeprägte Kälteperioden im Winter verhindert. Im März zeigt sich die Stadt bereits mit deutlich mehr Sonnenstunden als im Hochwinter, während die Sommerhitze noch fern ist. Die hügelige Altstadt mit ihren Aussichtspunkten lässt sich bei diesen milden Temperaturen deutlich entspannter erkunden als im heißen Hochsommer, wenn die Steigungen bei über 30 Grad zur echten Anstrengung werden.

Die berühmte Straßenbahnlinie 28 führt durch die steilen Gassen der Altstadtviertel Alfama und Graça und gilt als beliebter Weg, um die Hügel der Stadt ohne eigene Anstrengung zu überwinden. Aussichtspunkte wie die Terrasse Senhora do Monte bieten einen Blick über die Dächer und sind im März meist ohne lange Wartezeiten zugänglich.

Sevilla: Andalusien vor der Sommerhitze

Sevilla im Süden Spaniens gehört zu den heißesten Großstädten Europas im Sommer, was den März zu einem besonders angenehmen Reisemonat macht. Die andalusische Hauptstadt zeigt sich zu dieser Zeit mit milden Temperaturen und ohne die extreme Hitze, die von Juni bis August viele Innenstadtbesuche zur Herausforderung macht. Sehenswürdigkeiten wie der Real Alcázar oder die Kathedrale lassen sich im März ohne die langen Schlangen besuchen, die zur touristischen Hochsaison im Sommer üblich sind.

Das Viertel Triana auf der anderen Seite des Guadalquivir ist für seine Keramikwerkstätten und Tapas-Bars bekannt und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Wer die Kathedrale besuchen möchte, sollte auf bedeckte Schultern und Knie achten, wie es in vielen andalusischen Kirchen üblich ist.

Malta: Inselklima mit milden Wintern

Die Inselrepublik Malta im Mittelmeer hat ein typisches Mittelmeerklima mit milden, niederschlagsreicheren Wintern und trockenen, heißen Sommern. Im März sind die kältesten Wochen des Jahres bereits vorbei, während sich die Hauptstadt Valletta und die historischen Städte der Insel noch ohne sommerliche Besuchermassen erkunden lassen. Die kompakte Größe der Insel erlaubt es zudem, mehrere historische Orte an einem Tag zu besichtigen, ohne lange Fahrzeiten einplanen zu müssen.

Die frühere Hauptstadt Mdina, wegen ihrer Ruhe auch „Stille Stadt“ genannt, liegt im Landesinneren und ist von Valletta aus mit dem Bus erreichbar. Für die engen Gassen mit ihrem unebenen Kopfsteinpflaster lohnt sich festes Schuhwerk, unabhängig vom gewählten Ort auf der Insel.

Rom: milde Frühlingstemperaturen zwischen den Sehenswürdigkeiten

Auch Rom profitiert im März bereits von einem milden Mittelmeerklima, das ausgeprägte Kälteperioden verhindert. Die italienische Hauptstadt zählt ganzjährig zu den meistbesuchten Städten Europas, weshalb der März gegenüber der Hochsaison im Sommer spürbar kürzere Warteschlangen an Kolosseum und Vatikanischen Museen bringt, bei gleichzeitig deutlich angenehmeren Temperaturen für lange Fußwege zwischen den Sehenswürdigkeiten.

Für Kolosseum und Vatikanische Museen lassen sich Tickets bereits im Vorfeld online reservieren, was die im März ohnehin kürzeren Warteschlangen zusätzlich verkürzt. Auch der Spaziergang von der Spanischen Treppe zum Trevi-Brunnen fällt bei milden Frühlingstemperaturen deutlich leichter als in der Sommerhitze.

Nordeuropa im März: noch kühl, aber ruhig bereisbar

Städte wie Stockholm, Kopenhagen oder Edinburgh bleiben im März noch spürbar kühl und teils wechselhaft. Wer trotzdem in dieser Zeit reist, profitiert von deutlich niedrigeren Übernachtungspreisen und kürzeren Wartezeiten an Museen und Attraktionen, die im Sommer stark überlaufen sind. Museen und Innenräume gewinnen im nordeuropäischen März automatisch an Bedeutung, da längere Aufenthalte im Freien wetterbedingt seltener möglich sind als in den südeuropäischen Alternativen.

In Stockholm bietet sich bei kühlerem Wetter ein Besuch der Altstadt Gamla Stan an, deren enge Gassen und historische Bauten auch an Regentagen einen guten Eindruck der Hansezeit vermitteln.

Was den März von der eigentlichen Hauptsaison unterscheidet

In den meisten südeuropäischen Städten beginnt die touristische Hauptsaison erst im April oder Mai, wenn sowohl Schulferien in mehreren Ländern als auch stabileres Wetter zusammenfallen. Der März liegt damit in einer Übergangsphase, in der Unterkünfte und Flüge häufig noch zu Nebensaison-Preisen buchbar sind, während das Wetter in den genannten Städten bereits deutlich freundlicher ausfällt als im Hochwinter.

Da der Ostertermin je nach Jahr Ende März oder erst im April liegt, kann die Reisezeit in machen Jahren bereits mit den ersten Osterferien-Reisenden zusammenfallen, was Preise und Auslastung kurzfristig verändern kann.

Zypern und der östliche Mittelmeerraum

Auch Zypern profitiert im März bereits von seinem Mittelmeerklima mit milden, niederschlagsarmen Frühjahrsmonaten. Städte wie Nikosia oder Limassol lassen sich zu dieser Zeit ohne Sommerhitze erkunden, während die Insel insgesamt deutlich weniger besucht ist als in den Sommermonaten Juli und August, wenn Temperaturen und Touristenzahlen gleichermaßen ihren Höhepunkt erreichen.

Die Hafenstadt Larnaka mit ihrer Strandpromenade und die Ruinenstätte Kourion nahe Limassol lassen sich im März bei milden Temperaturen besichtigen, ohne dass sommerliche Hitze längere Fußwege erschwert.

Packliste und Reisetipps für den März

Für südeuropäische Ziele reicht im März meist eine leichte Jacke für Abende, während in Nordeuropa weiterhin winterfeste Kleidung sinnvoll bleibt. Wetterlagen können im März innerhalb weniger Tage wechseln, weshalb sich ein Blick auf die kurzfristige Vorhersage kurz vor Abreise in jedem Fall lohnt, unabhängig vom gewählten Ziel. Wer zwischen Süd- und Nordeuropa unentschlossen ist, sollte die eigene Priorität klären: mildes Wetter und erste Frühlingssonne im Süden oder Ruhe und niedrige Preise im Norden. Ein wasserfester Schuh gehört unabhängig vom Ziel in jede März-Packliste, da vereinzelte Schauer in beiden Regionen zu dieser Jahreszeit noch keine Ausnahme sind.

Wer zwischen den genannten Mittelmeerzielen wechselt, muss sich um Wechselkurse ohnehin keine Gedanken machen: Sowohl Malta als auch Zypern zahlen mit dem Euro, sodass allein Reisen nach Nordeuropa je nach Land eine andere Landeswährung erfordern.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.

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