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Kurzantwort: Hunde dürfen an vielen Ostseestränden mit, aber nur an ausgewiesenen Abschnitten und meistens angeleint. Welche Strände das sind, legt die jeweilige Gemeinde fest. In Naturschutzgebieten und im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gilt ganzjährige Leinenpflicht. In der Nebensaison öffnen viele Orte weitere Strandabschnitte für Hunde.
Die Ostsee ist für Hunde ein gutes Reiseziel. Kein Salzwasserschwall wie an der Nordsee, kaum Gezeiten und viele Ferienunterkünfte, die Tiere aufnehmen.
Die Regeln sind trotzdem kleinteilig. Sie unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde und ändern sich zwischen Haupt- und Nebensaison.
Hier steht, wo Hunde hindürfen, welche Schutzgebiete du meidest, was die Anreise kostet und was in den Rucksack gehört.
Wo Hunde an den Strand dürfen
Fast jeder Ostseeort weist eigene Hundestrände aus. Sie sind beschildert und liegen häufig am Rand der Hauptbadestrände.
Ob dein Hund dort frei laufen darf, entscheidet die Gemeinde. Viele Orte schreiben auch am Hundestrand die Leine vor, besonders in der Hauptsaison.
Auf Rügen und Usedom öffnen in der Nebensaison viele weitere Abschnitte. Als Faustregel gilt der Zeitraum von Oktober bis April, verbindlich ist aber allein die Ortssatzung.
Die aktuelle Lage bekommst du bei der Tourist-Information des Ortes. Ein Anruf vor der Buchung erspart die Diskussion am Strandaufgang.
Rechne damit, dass Hundestrände oft am äußeren Ende des Ortes liegen. Vom Parkplatz sind es dann schnell zwanzig Minuten Fußweg durch die Dünen.
Manche Gemeinden verlangen am Strandaufgang einen Nachweis über Haftpflichtversicherung und Impfstatus. Nimm die Unterlagen deshalb mit an den Strand statt in die Ferienwohnung zu legen.
Kontrolliert wird vor allem im Juli und August. Bußgelder für nicht angeleinte Hunde legt die jeweilige Gemeinde fest.
Nationalpark und Naturschutzgebiete
Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft umfasst 78.600 Hektar und wurde am 1. Oktober 1990 gegründet. Dazu gehören Darß, Zingst, Hiddensee, ein Streifen von Rügen und die Boddengewässer.
Dort gilt Leinenpflicht ohne Ausnahme. Der Grund sind Brut- und Rastvögel, die auf ungestörte Flächen angewiesen sind.
Zwischen September und November rasten rund 60.000 Kraniche in dem Gebiet. In dieser Zeit sind zusätzliche Bereiche gesperrt.
Auch außerhalb von Schutzgebieten schützt § 39 Bundesnaturschutzgesetz wild lebende Tiere vor Störungen. Ein Hund, der Vögel aus dem Gelege treibt, ist keine Bagatelle.
Urlaub Ostsee mit Hund: die Anreise
Mit dem Auto ist ein Hund im Fahrzeug Ladung im Sinne der Straßenverkehrsordnung. Er muss gesichert sein, über Box, Trenngitter oder Sicherheitsgurt.
Plan alle zwei Stunden eine Pause ein. Lass den Hund nie allein im Auto zurück, weil sich der Innenraum auch bei Bewölkung schnell aufheizt.
In der Bahn fahren kleine Hunde in einer geeigneten Transportbox kostenlos mit. Für größere Hunde zahlst du die Hälfte des normalen Fahrpreises.
Große Hunde müssen im Zug angeleint sein und einen Maulkorb tragen. Assistenzhunde sind davon ausgenommen, und im Nahverkehr gelten teilweise abweichende Verbundregeln.
Unterkunft finden
Filter nach hundefreundlichen Unterkünften sind ein Anfang, mehr nicht. Frag konkret nach, ob der Hund allein in der Wohnung bleiben darf.
Kläre die Zusatzkosten vorher. Viele Vermieter berechnen eine Pauschale pro Aufenthalt oder pro Nacht für die Endreinigung.
Ein eingezäunter Garten steht selten im Text, ist aber die wichtigste Frage bei jungen Hunden. Frag nach Zaunhöhe und Toranschlag.
Kläre auch die Zahl der erlaubten Hunde. Viele Vermieter nehmen genau einen auf, und ein zweiter Hund führt bei der Ankunft zu unangenehmen Gesprächen.
Erdgeschosswohnungen mit eigenem Zugang ersparen dir nächtliche Treppenhausrunden. Bei alten Hunden ist das mehr wert als der Meerblick.
Manche Orte erheben eine Kurabgabe auch für Hunde. Die Sätze stehen in der Kurabgabesatzung der Gemeinde und sind dort nachlesbar.
Baden, Quallen und Blaualgen
Die Ostsee ist deutlich salzärmer als die Nordsee. Für Hunde ist das ein Vorteil, weil verschlucktes Wasser seltener zu Durchfall führt.
Ganz harmlos ist es trotzdem nicht. Größere Mengen Salzwasser belasten den Magen, deshalb sollte immer Süßwasser dabei sein.
Ohrenquallen sind ungefährlich, Feuerquallen können brennen. Sie treiben im Spätsommer häufiger an und liegen dann auch am Spülsaum.
Ernster sind Blaualgen. Bei warmem, windstillem Wetter bilden sie Teppiche an der Wasseroberfläche, und ihre Gifte können für Hunde gefährlich werden.
Sieht das Wasser grünlich trüb aus wie verdünnte Farbe, geht der Hund nicht hinein. Die Gesundheitsämter der Landkreise veröffentlichen die aktuelle Badewasserqualität.
Was in den Rucksack gehört
Süßwasser zum Trinken und zum Abspülen. Ostseewasser ist zwar salzärmer als Nordseewasser, trocknet Fell und Haut aber trotzdem aus.
Eine Schleppleine gibt Bewegungsfreiheit, ohne gegen die Leinenpflicht zu verstoßen. Fünf bis zehn Meter reichen am Strand aus.
Schatten ist am Strand knapp. Ein Sonnensegel oder ein Platz hinter der Düne verhindert Überhitzung, besonders bei kurznasigen Rassen.
Nimm Zeckenschutz und die Impfunterlagen mit. Für einen Abstecher nach Polen oder Dänemark brauchst du den EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung.
Notier dir vor der Abreise eine Tierklinik in der Region. Am Wochenende ist der nächste Bereitschaftsdienst an der Küste manchmal vierzig Kilometer entfernt.
Häufige Fragen
Dürfen Hunde an jeden Ostseestrand?
Nein. Erlaubt sind ausgewiesene Hundestrände, und welche das sind, legt die Gemeinde fest.
Gilt an der Ostsee Leinenpflicht?
In Naturschutzgebieten und im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ganzjährig. An vielen Hundestränden zusätzlich in der Hauptsaison.
Wann darf mein Hund frei laufen?
Vor allem in der Nebensaison und nur dort, wo die Ortssatzung es zulässt. Frag bei der Tourist-Information nach.
Was kostet der Hund in der Bahn?
Kleine Hunde in einer Transportbox fahren kostenlos. Für größere Hunde zahlst du den halben Fahrpreis, Leine und Maulkorb sind Pflicht.
Muss der Hund im Auto gesichert werden?
Ja. Ein ungesicherter Hund gilt als Ladung und muss über Box, Gitter oder Gurt gesichert sein.
Was gilt bei einem Abstecher nach Polen?
Du brauchst den EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung.
Quellen
- Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft – Wikipedia
- § 39 Bundesnaturschutzgesetz – Gesetze im Internet
- Deutsche Bahn
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Geschrieben von Lena, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reisen, Düfte und Entspannung.







