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Kurzantwort: Im November unterscheiden sich europäische Städteziele deutlich im Klima: Lissabon bleibt mit rund 17,8 Grad tagsüber und 11,2 Grad nachts das mildeste der großen Ziele, Wien kommt auf etwa 9,5 Grad, Prag nur noch auf rund 6,0 Grad. Alle drei Städte bringen im November mehr Regentage als im Sommer, Lissabon sogar mit rund 114 Millimetern Niederschlag den nassesten Monat des Jahres. Dafür sind Flüge und Hotels in der Nebensaison zwischen Herbst- und Weihnachtsferien günstiger, und die Sehenswürdigkeiten deutlich leerer als im restlichen Jahr.
Der November gilt touristisch als einer der schwächsten Reisemonate – zu kalt für Strand, zu früh für Weihnachtsmärkte, zu grau für viele Spaziergänge. Für Städtereisende ist genau das ein Vorteil: Museen, Kaffeehäuser und Sehenswürdigkeiten lassen sich ohne Gedränge erleben.
Welches Ziel sich lohnt, hängt wieder vor allem davon ab, wie viel Kälte man in Kauf nehmen will.
Lissabon: mildester November unter den großen Städten
Laut Klimadaten liegt die durchschnittliche Höchsttemperatur in Lissabon im November bei 17,8 Grad, nachts kühlt es auf 11,2 Grad ab. Damit ist der November in Lissabon sogar geringfügig wärmer als der Februar mit seinen 15,6 Grad – allerdings mit deutlich mehr Regen: 114 statt 111 Millimeter, bei nur noch 5,2 Sonnenstunden täglich. Wer trockenes Wetter sucht, hat also auch in Lissabon im November keine Garantie, profitiert aber von den mit Abstand mildesten Temperaturen unter den großen europäischen Städtezielen.
Sevilla: noch wärmer als Lissabon
Wer es noch milder mag, findet in Sevilla laut Klimadaten die wärmste Option unter den gängigen Novemberzielen: 20,2 Grad tagsüber, 10,0 Grad nachts, dazu 6,0 Sonnenstunden täglich – mehr Sonne als in Lissabon zur selben Jahreszeit. Andalusien liegt damit klimatisch näher am Spätsommer als am Winter, was die Stadt zu einer der wenigen Optionen macht, in denen ein Spaziergang im November noch ohne dicke Jacke möglich ist. Die Alcázar-Gärten, die Kathedrale und die engen Gassen des Barrio Santa Cruz lassen sich bei diesen Temperaturen ganztägig zu Fuß erkunden, ohne dass Kälte die Pause im Café erzwingt.
Wien: herbstlich kühl, aber trockener als Lissabon
Wien kommt im November laut Klimadaten auf rund 9,5 Grad tagsüber und 5,0 Grad nachts – kühler als Lissabon, aber wärmer als noch im Februar mit seinen 6,5 Grad. Die Niederschlagsmenge liegt bei 40,9 Millimetern im Monat, die Sonnenscheindauer bei mageren 2,3 Stunden täglich. Das macht die Stadt zum klassischen Innenraum-Ziel: Museen, das Kunsthistorische Museum, die Kaffeehäuser und ab den letzten Novembertagen die ersten Weihnachtsmarktstände.

Prag: die kühlste Option
Prag fällt im November auf durchschnittlich 6,0 Grad tagsüber und 0,2 Grad nachts – der Übergang zum Winter ist hier bereits spürbar. Wer die Stadt trotzdem im November besucht, bekommt dafür die Prager Burg, die Karlsbrücke und die Altstadt praktisch ohne die Touristenmassen des Sommers zu sehen. Warme Kleidung ist in diesem Fall keine Option, sondern Voraussetzung für einen angenehmen Aufenthalt. Innenräume wie das Nationalmuseum oder die zahlreichen Bierkeller der Stadt gewinnen bei diesen Temperaturen automatisch an Attraktivität gegenüber langen Fußwegen durch die Stadt.
Warum die Nebensaison günstiger ist
Zwischen den Herbstferien Ende Oktober und den Weihnachtsferien Mitte Dezember liegt eine Phase mit spürbar geringerer Reisenachfrage. Fluggesellschaften und Hotels reagieren mit niedrigeren Preisen, gerade unter der Woche. Wer den ersten Adventswochenenden mit Weihnachtsmarktbetrieb ausweichen will, findet in den ersten drei Novemberwochen die ruhigste und günstigste Zeit des gesamten Winterhalbjahres.

Erste Weihnachtsmärkte zum Novemberende
In vielen mitteleuropäischen Städten öffnen die ersten Weihnachtsmarktstände traditionell zum Beginn der Adventszeit, die je nach Kalenderjahr Ende November oder Anfang Dezember beginnt. Wer eine Städtereise in die letzten Novembertage legt, kann damit Nebensaisonpreise und die ersten Glühweinstände miteinander verbinden, bevor der eigentliche Weihnachtsmarkttrubel im Dezember einsetzt. Wer diesen Zeitpunkt bewusst wählt, bekommt beides: noch die ruhigeren, günstigeren Novemberpreise und schon die ersten festlich beleuchteten Plätze.
Packliste für graue Tage
Ein Regenschirm oder eine wasserdichte Jacke gehört bei allen drei Zielen ins Gepäck, in Prag zusätzlich Handschuhe und eine warme Mütze für Temperaturen um den Gefrierpunkt. Wasserfeste Schuhe zahlen sich auf den nassen Kopfsteinpflasterstraßen historischer Altstädte mehr aus als bei jeder anderen Jahreszeit. Eine zusätzliche Schicht zum An- und Ausziehen hilft, weil sich der Temperaturunterschied zwischen einer beheizten Kirche und einer windigen Aussichtsplattform im November stärker bemerkbar macht als im Sommer.
Flugzeiten ab Deutschland
Lissabon und Sevilla sind von den meisten deutschen Flughäfen aus in etwa drei Stunden erreichbar, Wien und Prag liegen mit rund eineinhalb bis zwei Stunden Flugzeit noch näher. Wer die Anreisezeit gering halten will, findet also gerade bei den kühleren Zielen die kürzesten Verbindungen – ein Ausgleich dafür, dass dort auch das Wetter am wenigsten mitspielt. Bei Sevilla und Lissabon lohnt sich dagegen ein Blick auf Direktverbindungen, weil ein Umstieg bei diesen Zielen die kurze Flugzeit sonst wieder relativiert.
Fazit: Welches Ziel zu wem passt
Wer noch spürbar milde Temperaturen sucht, findet sie im November nur in Lissabon – muss dafür aber mit dem meisten Regen des Jahres rechnen. Wien und Prag bieten dagegen echtes Herbst- und Vorwinterwetter, kombiniert mit Museen, Kaffeehauskultur und bald den ersten Weihnachtsmarktständen. Sevilla schließlich eignet sich für alle, die im November noch möglichst viel Zeit draußen statt in Innenräumen verbringen wollen.
Quellen
- Wikipedia: Lissabon – Klimatabelle
- Wikipedia: Wien – Klimatabelle
- Wikipedia: Prag – Klimatabelle
- Wikipedia: Sevilla – Klimatabelle
Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.








