Blick über die Altstadt von Lissabon mit bunten Häusern

Städtereisen im Oktober: Mildes Klima und leere Gassen in Europa

Kurzantwort: Der Oktober eignet sich gut für Städtereisen in Europa, weil sich die Sommerhitze verabschiedet hat und die Städte spürbar leerer sind. In Lissabon und Porto bleibt es mild, allerdings beginnt dort auch die regenreichste Zeit des Jahres. Rom zeigt im Oktober angenehme 21 Grad tagsüber, ist aber ausgerechnet in diesem Monat am regenreichsten. Krakau kühlt im Oktober bereits deutlich ab und eignet sich eher für alle, die klare Herbstluft und historische Altstädte einer letzten sommerlichen Wärme vorziehen.

Wer im Hochsommer schon einmal in einer überfüllten Altstadt in der prallen Sonne angestanden hat, weiß, warum sich der Oktober für Städtereisen lohnt. Die großen Touristenströme sind abgezogen, die Preise für Flüge und Hotels sinken, und viele Städte zeigen sich in einem Licht, das im August schlicht nicht möglich ist.

Trotzdem unterscheidet sich der Oktober von Stadt zu Stadt deutlich. Wer weiß, wo gerade die Regenzeit beginnt und wo der Herbst noch mild bleibt, kann gezielter planen als mit einem pauschalen Blick auf den Kalender.

Warum der Oktober für Städtereisen ein guter Kompromiss ist

Der Oktober liegt zwischen der Reisewelle des Sommers und der Kälte des Winters und gilt deshalb in vielen europäischen Städten als klassische Nebensaison. Museen und Sehenswürdigkeiten sind weniger überlaufen, Restaurants nehmen wieder ohne Wochen Vorlauf Reservierungen an, und Unterkünfte kosten häufig deutlich weniger als in den Sommerferien. Klimatisch ist der Monat allerdings kein einheitliches Bild: In manchen Städten ist er noch mild und trocken, in anderen bringt er bereits den meisten Regen des Jahres.

Lissabon und Porto: Mild, aber die Regenzeit beginnt

Lissabon hat ein maritimes, subtropisches Klima mit milden Wintern und moderaten Sommern. Die Tagestemperaturen liegen im Oktober meist noch im angenehmen zweistelligen Bereich, nachts kühlt es auf 8 bis 9 Grad ab. Der Haken: Ausgerechnet die Monate Oktober bis März bringen die höchsten Niederschlagswerte des Jahres, während der Sommer die trockenste Zeit ist. Wer Lissabon oder Porto im Oktober besucht, sollte also einen Schirm einpacken, kann sich aber auf milde Temperaturen und den charakteristischen Küstennebel verlassen, der die Stadt oft morgens noch in weiches Licht taucht. Für Tage mit Regen bieten sich die vielen Miradouros mit überdachten Cafés und die Markthallen an, die auch bei Schauern ihren Reiz behalten.

Historischer Marktplatz in der Altstadt von Krakau
Foto: archer10 (Dennis), CC BY-SA 4.0

Rom: Warme Tage, aber der regenreichste Monat des Jahres

Rom hat ein typisch mediterranes Klima mit trockenem Sommer und feuchtem Winter. Im Oktober liegen die Tageshöchstwerte im Schnitt bei 21,5 Grad und die Tiefstwerte bei rund 13 Grad – deutlich angenehmer als die Hitze des römischen Sommers, in dem die Temperaturen im Juli auf durchschnittlich über 30 Grad steigen. Gleichzeitig ist der Oktober mit rund 128 Millimetern Niederschlag einer der regenreichsten Monate des Jahres in Rom, vergleichbar mit November. Wer die Stadt im Oktober besucht, sollte also nicht auf durchgehend blauen Himmel setzen, dafür aber auf deutlich weniger Hitzestau in den engen Gassen der Altstadt.

Krakau: Frische Herbstluft und historische Altstadt

Wer statt milder Küstenluft eher klare, kühle Herbsttage mag, ist in Krakau besser aufgehoben. Die polnische Stadt liegt klimatisch an der Schwelle vom atlantischen See- zum Kontinentalklima. Während der September dort mit rund 19,5 Grad tagsüber noch spätsommerlich wirkt, kühlt der Oktober bereits deutlich ab: Die Tageshöchstwerte liegen dann nur noch bei etwa 13 Grad, nachts sinken die Temperaturen auf rund 5 Grad. Für Städtetouren durch die Altstadt und den historischen Marktplatz reicht eine warme Jacke, dafür zeigt sich Krakau im Oktober oft mit klarer Luft und goldenem Herbstlaub in den Parkanlagen.

Warum der Oktober generell günstiger ist als der Sommer

Unabhängig vom Klima gilt für fast alle europäischen Städte: Im Oktober enden die Schulferien der meisten Bundesländer und Nachbarländer, wodurch die Nachfrage nach Flügen und Unterkünften spürbar sinkt. Fluggesellschaften und Hotels reagieren mit niedrigeren Preisen, um Kapazitäten auszulasten. Wer flexibel bei der Anreise ist und unter der Woche statt am Wochenende fliegt, findet im Oktober häufig die besten Kombinationen aus Preis und Wetter im gesamten Jahr.

Praktische Tipps für die Planung

Wer eine Städtereise im Oktober plant, sollte in jedem Fall Kleidung für wechselhaftes Wetter einpacken, selbst in klassisch sonnigen Zielen wie Lissabon oder Rom. Ein Blick auf die Klimastatistik der jeweiligen Stadt zeigt schnell, ob der Monat dort eher zur Trocken- oder zur Regenzeit zählt, und hilft auch bei der Wahl zwischen festem Schuhwerk für Kopfsteinpflaster im Regen und leichten Schuhen für trockene, warme Tage. Für alle, die Sonne priorisieren, lohnt sich außerdem ein Blick auf Städte im äußersten Süden Europas, etwa auf Sizilien oder Zypern, wo der Sommer klimatisch länger nachwirkt als weiter nördlich.

Sevilla: Nach der Sommerhitze endlich wieder angenehm

Sevilla zählt mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 18,6 Grad zu den wärmsten Städten Europas, im Sommer klettern die Tageshöchstwerte dort regelmäßig auf über 36 Grad, die höchste je gemessene Temperatur liegt bei 46,6 Grad. Für Städtereisen ist dieser andalusische Hochsommer kaum zu empfehlen. Im Oktober sieht das anders aus: Die Tageshöchstwerte sinken auf rund 26 Grad, nachts kühlt es auf etwa 14 Grad ab. Gleichzeitig beginnt mit dem Oktober die Regenperiode, die bis in den April hineinreicht, wobei der Dezember mit rund 99 Millimetern der niederschlagsreichste Monat ist. Für Besichtigungen der Altstadt und des Alcázar ist der Oktober damit ein guter Mittelweg zwischen erträglichen Temperaturen und noch überschaubarem Regenrisiko. Mit rund 2.917 Sonnenstunden im Jahr gehört Sevilla ohnehin zu den sonnenreichsten Städten Europas, sodass auch ein paar Regentage im Oktober die Gesamtbilanz kaum trüben.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.

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