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Kurzantwort: Der Dezember ist die Hochsaison für Städtereisen zu Weihnachtsmärkten. Nürnberg richtet mit dem Christkindlesmarkt einen der bekanntesten Märkte Deutschlands aus, dessen Tradition bis 1628 zurückreicht. Köln zieht mit rund fünf Millionen Besuchern die meisten Gäste an, während Wien mit der urkundlich belegten Genehmigung eines Dezembermarkts im Jahr 1296 die längste dokumentierte Tradition unter den großen Städten vorweisen kann. Wer im Dezember reist, sollte Kälte und Gedränge einplanen, wird dafür aber mit stimmungsvoller Atmosphäre belohnt.
Kaum ein anderer Monat verwandelt europäische Innenstädte so sichtbar wie der Dezember. Historische Marktplätze füllen sich mit Holzbuden, Lichterketten und dem Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln – eine Kulisse, die es so nur wenige Wochen im Jahr gibt.
Wer eine Städtereise für die Adventszeit plant, hat die Wahl zwischen unzähligen Märkten in ganz Europa. Diese Übersicht stellt drei Städte vor, die sich durch Tradition, Größe oder Atmosphäre besonders abheben.
Warum der Dezember die Hochsaison für Städtereisen ist
Der europäische Weihnachtsmarkt geht auf spätmittelalterliche Verkaufsmessen zurück, die Bürgerinnen und Bürger vor dem Winter mit Vorräten versorgten. Aus diesen ursprünglich praktischen Märkten wurde im Lauf der Jahrhunderte ein festes Element des vorweihnachtlichen Brauchtums. Allein in Deutschland zählte der Deutsche Schaustellerbund 2017 mehr als 2.500 Weihnachtsmärkte, davon rund 1.500 größere Veranstaltungen. Die meisten Märkte öffnen Ende November mit dem ersten Advent und schließen zwischen dem 23. und 24. Dezember, manche laufen als Markt „zwischen den Jahren“ bis Silvester weiter. Fast jede größere europäische Stadt richtet inzwischen einen eigenen Markt aus, sodass sich eine Städtereise im Dezember gut mit dem Besuch von Museen, Kirchen und historischen Altstädten verbinden lässt, ohne dass der Weihnachtsmarkt allein das Reiseziel rechtfertigen muss.
Nürnberg: Der berühmteste Christkindlesmarkt Deutschlands
Der Nürnberger Christkindlesmarkt zählt zu den bekanntesten Weihnachtsmärkten Deutschlands und ist seit 1628 dokumentiert. Jährlich zieht er rund 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher in die historische Altstadt, wo sich rund um die Frauenkirche Buden mit Nürnberger Lebkuchen, Glühwein und Spielzeug aus der Region aneinanderreihen. Die Eröffnung durch das Christkind am Freitag vor dem ersten Advent gehört zu den festen Ritualen der Stadt. Wer Nürnberg im Dezember besucht, kann den Markt gut mit einem Rundgang durch die mittelalterliche Kaiserburg verbinden, die von den Marktbuden aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar ist. Auch das historische Handwerkerhof-Viertel direkt am Königstor lohnt einen Abstecher, weil dort ganzjährig kleine Werkstätten mit lokalem Kunsthandwerk zu finden sind.

Köln: Der meistbesuchte Weihnachtsmarkt des Landes
Der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom zieht mit schätzungsweise fünf Millionen Besuchern mehr Menschen an als jeder andere Markt in Deutschland und führt damit die bundesweite Rangliste an. Die Kulisse aus gotischem Dom und beleuchteten Buden macht den Markt zu einem der fotogensten des Landes, gleichzeitig sorgt die hohe Besucherzahl für entsprechendes Gedränge, besonders an den Adventswochenenden. Wer Ruhe sucht, weicht in Köln auf einen der kleineren Märkte in der Altstadt oder am Rudolfplatz aus, die mit eigenem Thema und weniger Andrang punkten, ohne auf die stimmungsvolle Dekoration verzichten zu müssen. Der Markt am Rhein bei den Tanzbrunnen richtet sich zudem eher an Familien, während der Markt am Neumarkt mit einer großen Eisbahn zusätzliche Programmpunkte bietet.
Wien: Die längste Tradition unter den Weihnachtsmärkten
Wien erhielt bereits 1296 die Genehmigung für einen „Dezembermarkt“ und gilt damit als eine der Städte mit der am längsten belegten Weihnachtsmarkt-Tradition in Europa. Der bekannteste Markt findet heute vor dem Wiener Rathaus statt, umgeben von der neogotischen Fassade und einer großen Eislaufbahn im angrenzenden Park. Daneben haben sich in Wien mehrere kleinere, kunsthandwerklich geprägte Märkte etabliert, etwa vor dem Schloss Schönbrunn oder auf dem Spittelberg, die sich gut mit einem Besuch der kaiserlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt kombinieren lassen. Am Spittelberg dominieren handgefertigte Unikate statt Massenware, was den Markt gerade für alle interessant macht, die persönliche Geschenke abseits des Souvenirregals suchen.
Dresden: Der älteste dokumentierte Weihnachtsmarkt Deutschlands
Der Dresdner Striezelmarkt geht auf ein Privileg des sächsischen Kurfürsten Friedrich II. aus dem Jahr 1434 zurück und gilt damit als der am längsten dokumentierte Weihnachtsmarkt Deutschlands. Namensgebend war ursprünglich der Dresdner Stollen, der schon um 1500 auf dem Markt belegt ist. Heute lockt der Striezelmarkt jährlich rund zwei Millionen Besucherinnen und Besucher auf den Altmarkt, wo unter anderem die größte begehbare Schwibbogen-Lichterbogen-Konstruktion des Erzgebirges sowie eine Weihnachtspyramide von über 14 Metern Höhe stehen, die als größte ihrer Art im Guinness-Buch der Rekorde geführt wird. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg fand der Markt erst 1977 wieder an seinen angestammten Platz auf dem Altmarkt zurück. Wer Dresden besucht, sollte sich außerdem Zeit für die benachbarte Frauenkirche und die Brühlsche Terrasse an der Elbe nehmen, die im winterlichen Licht der Adventszeit einen besonderen Reiz entfalten.
Praktische Tipps für die Adventszeit
Wer eine Weihnachtsmarkt-Städtereise plant, sollte warme, wasserfeste Kleidung einpacken und mit Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt rechnen, besonders in den Abendstunden. Die größten Märkte wie in Köln oder Nürnberg sind an Wochenenden und in der Woche vor Heiligabend am vollsten, wer Gedränge vermeiden möchte, besucht sie besser unter der Woche am frühen Abend, wenn die Buden zwar schon geöffnet, die Menschenmassen aber noch überschaubar sind. Unterkünfte in der Nähe der historischen Altstädte sind während der Adventszeit gefragt und sollten frühzeitig gebucht werden, da viele Städte in diesem Zeitraum ausgebucht sind. Wer die Anreise per Zug statt per Flugzeug plant, umgeht zudem häufig winterbedingte Verspätungen und kommt meist direkt in der Innenstadt an, oft nur wenige Gehminuten von den Marktständen entfernt.
Quellen
- Wikipedia: Weihnachtsmarkt
- Wikipedia: Nürnberger Christkindlesmarkt
- Wikipedia: Wien
- Wikipedia: Striezelmarkt (Dresden)
Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.







