Gnuherde bei der großen Tierwanderung in der Masai Mara

Fernreiseziele im Juli: Diese Regionen haben jetzt Hochsaison

Kurzantwort: Der Juli zählt für mehrere Fernziele zur Hochsaison. In Ostafrika erreichen die wandernden Gnu- und Zebraherden auf ihrem Weg nach Norden die Masai Mara, in der peruanischen Andenregion liegt der Monat mitten in der stabilsten Trockenzeit des Jahres, und im südlichen Afrika sorgt der dortige Winter für klare Sicht auf Wildtiere. Dasselbe Trockenzeit-Muster gilt auch für das benachbarte Namibia, wo sich Wildtiere im Juli bereits verstärkt an den verbliebenen Wasserstellen sammeln. Wer diese Regionen im Juli bereist, trifft auf einige der verlässlichsten Reisebedingungen im gesamten Jahr, muss aber auch mit entsprechend hoher Nachfrage und Preisen rechnen.

Während in Deutschland die Sommerferien beginnen, erreichen mehrere Naturschauspiele auf der Südhalbkugel und nahe des Äquators im Juli ihren Höhepunkt. Das liegt weniger am Zufall als an denselben großen Klimamustern, die auch den Rest des Jahres prägen.

Diese Übersicht zeigt, welche vier Fernziele im Juli besonders gut passen – und warum sich eine frühzeitige Buchung in dieser Zeit besonders lohnt.

Juli: Trockenzeit in weiten Teilen der Südhalbkugel und Ostafrikas

Der Juli liegt auf der Südhalbkugel mitten im Winter und damit in vielen Regionen in der trockensten Zeit des Jahres. Gleichzeitig endet in Ostafrika um diese Zeit die lange Regenzeit endgültig, was den Boden für die großen Wanderungen der Savannentiere freigibt. Diese Gleichzeitigkeit macht den Juli zu einem der planungssichersten Monate für Fernreisen überhaupt, weil in den genannten Regionen kaum noch mit überraschenden Wetterumschwüngen zu rechnen ist – ein Vorteil vor allem für alle, die eine Reise mit festem Datum lange im Voraus buchen möchten.

Ostafrika: Die große Tierwanderung erreicht die Masai Mara

In der Serengeti beginnt die große Wanderung von Gnus, Zebras, Thomson-Gazellen und weiteren Huftieren bereits im Mai und Juni, wenn sich die Herden von den zentralen Ebenen zum westlichen Korridor bewegen. Zwischen Juli und November setzt sich die Wanderung dann verstreuter nordwärts fort, wobei die Tiere die Grenze zur kenianischen Masai Mara überqueren, dem nördlichen Abschluss des zusammenhängenden Serengeti-Ökosystems. Der Juli markiert damit den Beginn der Phase, in der die berühmten Flussüberquerungen am Mara-Fluss zu beobachten sind, ein Schauspiel, das Safari-Anbieter regelmäßig als Höhepunkt ihrer Touren bewerben. Wer diese Wanderung sehen möchte, sollte früh buchen, da Lodges in Nordtansania und Kenia zu dieser Zeit schnell ausgebucht sind. Zu den bekanntesten Szenen zählen dabei die Überquerungen des Mara-Flusses, bei denen sich Tausende Tiere gleichzeitig durchs Wasser drängen, während Krokodile im Fluss auf sie warten – ein Naturschauspiel, das viele Safari-Reisende als Höhepunkt ihrer gesamten Reise beschreiben.

Wanderweg durch die peruanischen Anden
Foto: Emmanuel Dyan, CC BY 4.0

Peru und die Anden: Hauptsaison für Machu Picchu

In der peruanischen Andenregion dauert die Trockenzeit von Mai bis September, mit dem Juli als einem der stabilsten Monate mitten in diesem Fenster. Wanderungen zum Machu Picchu oder entlang des Inka-Trails profitieren von trockenen Wegen und guter Fernsicht, allerdings auch von deutlich mehr Mitwanderern als in der Nebensaison. In den Höhenlagen der Sierra fallen die Nächte trotz sonniger Tage kühl bis frostig aus, sodass warme Kleidung für den Abend unverzichtbar bleibt. Wer dem größten Andrang ausweichen möchte, wählt statt der Ferienmonate Juli und August eher den Mai oder September, wenn das Wetter fast genauso stabil, der Trubel aber geringer ist. Für die Anreise nach Cusco, dem Ausgangspunkt der meisten Touren, sollte außerdem eine kurze Eingewöhnungszeit eingeplant werden, weil die Höhenlage von rund 3.400 Metern viele Reisende erst nach ein bis zwei Tagen weniger spüren lässt.

Südliches Afrika: Kühler Winter mit guter Sicht auf Wildtiere

Südafrika liegt auf der Südhalbkugel, weshalb der Juli dort mitten im Winter liegt, der von Juni bis August andauert. Für Safaris im Krüger-Nationalpark und in umliegenden Reservaten ist das ein Vorteil: Die Vegetation der Regenzeit ist abgetrocknet, Wasserstellen werden knapper, und Wildtiere sind dadurch leichter zu beobachten als im dichten Grün des Sommers. Tagsüber bleibt es in weiten Teilen des Landes mild, in den frühen Morgenstunden auf Pirschfahrten und nachts kann es dagegen empfindlich kalt werden, besonders im höher gelegenen Binnenland, wo im Winter auch Schnee möglich ist.

Namibia: Trockenzeit konzentriert die Tiere an Wasserlöchern

Auch im benachbarten Namibia liegt der Juli mitten in der Trockenzeit, die dort ebenfalls dem südafrikanischen Wintermuster von Juni bis August folgt. Im Etosha-Nationalpark, einem der bekanntesten Wildtierreservate des Landes, versiegen zum Ende der Trockenzeit hin viele natürliche Wasserstellen, sodass sich die Tiere zunehmend an den verbliebenen künstlichen Wasserlöchern sammeln. Im Juli ist dieser Effekt bereits spürbar, verstärkt sich aber weiter bis in den September und Oktober hinein. Wer eine Safari mit besonders zuverlässigen Tiersichtungen an festen Beobachtungspunkten sucht, profitiert schon im Juli von dieser Konzentration, muss aber mit kühlen bis kalten Nächten in der Wüste rechnen, da die Temperaturen in der Kalahari und rund um Etosha nach Sonnenuntergang schnell in den einstelligen Bereich fallen können.

Worauf man bei einer Fernreise im Juli achten sollte

Weil der Juli in Deutschland in die Sommerferien fällt, sind Flüge und Unterkünfte in allen drei genannten Regionen entsprechend gefragt und sollten möglichst früh gebucht werden. Wer flexibel bei den Reisedaten ist, kann durch eine Reise am Rand der Sommerferien oft bessere Preise erzielen, ohne bei den klimatischen Bedingungen große Abstriche zu machen. Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für die jeweiligen Zielländer, gerade bei Safarireisen mit mehreren Grenzübertritten zwischen Tansania, Kenia und den südafrikanischen Nachbarländern. Auch die jeweils gültigen Einreise- und Visabestimmungen sollten rechtzeitig vor Abflug geprüft werden, da sie sich zwischen den Ländern deutlich unterscheiden können.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.

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