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Kurzantwort: Der September ist der beste Monat für das Mittelmeer: Das Wasser hat mit 24 bis 27 Grad seinen Jahreshöchststand, die Schulferien sind vorbei, und die Hitze lässt nach. Dazu kommen die Alpen mit stabilem Bergwetter, Nordeuropa mit den ersten Polarlichtern und Namibia am Ende der Trockenzeit. Die Karibik meidest du besser.
Es gibt Monate, in denen man Kompromisse eingeht, und es gibt den September. Fast überall in Europa ist er der Monat, in dem Wetter, Preise und Andrang gleichzeitig günstig stehen.
Der Grund ist ein Kalendereffekt: Die Schulferien der meisten Bundesländer enden im Laufe des Monats, die Natur weiß davon nichts, und das Meer schon gar nicht.
Warum das Meer im September am wärmsten ist

Wasser speichert Wärme länger als Luft. Das Mittelmeer heizt sich über den ganzen Sommer auf und erreicht seinen Höchststand deshalb erst im August und September — nicht zur Sonnenwende im Juni. Im September liegen im östlichen Becken 26 bis 27 Grad an, in der Adria und im westlichen Mittelmeer 24 bis 25.
Gleichzeitig fällt die Lufttemperatur von den Extremwerten des August auf angenehme 27 bis 30 Grad. Wer im August wegen der Hitze auf Besichtigungen verzichtet hat, kann sie im September nachholen.
Mittelmeer: die klassische Wahl
Griechenland, die Türkei, Zypern, Sizilien und Sardinien sind im September auf ihrem Höhepunkt. Die Inseln laufen noch im vollen Betrieb, Fähren fahren nach Sommerfahrplan, und die Preise fallen ab der zweiten Monatshälfte deutlich.
Kroatien und Montenegro liegen mit 25 bis 26 Grad Wasser ähnlich gut. In der Adria klart das Wasser im September zusätzlich auf, was Tauchern und Schnorchlern zugutekommt.
Spaniens Costas und die Balearen bieten 25 Grad Wasser und 27 bis 29 Grad Luft. Auf Mallorca beginnt gleichzeitig wieder die Wandersaison im Tramuntana-Gebirge, das zum Unesco-Welterbe zählt.
Atlantik und Inseln
Portugals Algarve und die Küste um Lissabon erreichen im September 26 bis 28 Grad Luft bei 20 bis 21 Grad Wasser. Für Surfer ist der Monat ideal, weil die Herbstswells einsetzen, ohne dass es schon kalt wird.
Die Kanaren liegen ganzjährig stabil, im September bei 28 Grad Luft und 23 Grad Wasser. Die Azoren haben im September ihren wärmsten Monat und sind zugleich die beste Zeit für Walbeobachtungen im Spätsommer.
Madeira liegt bei 26 Grad und ist im September trockener als im Frühjahr. Für Levada-Wanderungen ist das gut, weil die Wege nicht rutschig sind. Auf den Höhenwegen um den Pico do Arieiro bleibt es dagegen auch im September kühl und windig.
Die Kapverden sind der einzige Ort in dieser Entfernung, der im September nicht empfehlenswert ist. Dort läuft die kurze Regenzeit, es ist schwül, und auf den bergigen Inseln können Wanderwege ausgewaschen sein.
Berge und Nordeuropa
In den Alpen ist der September der verlässlichste Wandermonat. Die Luft ist klar, die Gewitterneigung geringer als im Hochsommer, und die Hütten haben in der Regel bis Mitte oder Ende des Monats geöffnet. Danach beginnt die Zwischensaison.
Schottland, Irland und Norwegen zeigen sich im September von ihrer freundlichsten Seite: Die Mücken lassen nach, das Heidekraut blüht, und die Nächte werden wieder dunkel genug für Polarlichter. Die Sonne muss dafür ausreichend tief stehen, was in Nordskandinavien ab Ende September der Fall ist. Geomagnetische Aktivität ist rund um die Tagundnachtgleiche statistisch erhöht.
Fernziele im September
Namibia und Botswana stehen am Ende der Trockenzeit. Das Wild sammelt sich an den verbliebenen Wasserstellen, die Sicht ist gut, und Malaria spielt in der Trockenzeit eine geringere Rolle als im Sommer.
Kanadas Osten und die USA-Westküste sind im September angenehm, die Laubfärbung in Neuengland beginnt erst gegen Monatsende. Japan liegt noch in der Taifunsaison, weshalb Oktober und November dort die besseren Monate sind.
Auch Peru und Bolivien passen. In den Anden endet die Trockenzeit, der Machu Picchu ist gut zugänglich, und die Nächte sind klar. In Argentinien und Chile beginnt der Frühling, allerdings ist Patagonien erst ab Oktober wirklich offen.
Für die USA gibt es einen praktischen Hinweis: Nach dem Labor Day am ersten Montag im September enden die amerikanischen Sommerferien. Nationalparks wie Yosemite, Yellowstone und Zion sind danach spürbar leerer, das Wetter bleibt aber noch wochenlang stabil.
Was du im September meidest
Die atlantische Hurrikansaison erreicht ihren statistischen Höhepunkt um den 10. September. Die Karibik, Florida und Mexikos Golfküste tragen in diesem Monat das höchste Risiko des Jahres. Aruba, Bonaire und Curaçao liegen weiter südlich und sind seltener betroffen.
In Südostasien läuft der Südwestmonsun. Thailands Andamanenküste, Myanmar, Nordindien und die Malediven sind im September feucht. Auch Ostafrika liegt zwischen zwei Regenzeiten und ist wechselhaft.
Ein weiterer Punkt betrifft Südeuropa selbst: Der September ist im Mittelmeerraum der Monat mit den heftigsten Gewittern. Warmes Meerwasser und einströmende Kaltluft ergeben in Norditalien, Kroatien und an der spanischen Ostküste gelegentlich Starkregen mit lokalen Überschwemmungen. Solche Lagen dauern meist ein bis zwei Tage und lassen sich in der Vorhersage erkennen.
Häufige Fragen
Ist es Ende September in Griechenland noch warm genug?
Ja. Die Luft liegt dann bei 26 bis 28 Grad, das Wasser bei 24 bis 25. Erst im Oktober beginnen einzelne Betriebe zu schließen.
Wann fallen die Preise?
Sobald die letzten Bundesländer aus den Sommerferien zurück sind, meist Mitte September. Die zweite Monatshälfte ist deutlich günstiger als die erste.
Kann man im September schon Polarlichter sehen?
Ab etwa der letzten Septemberwoche sind die Nächte in Nordnorwegen, Island und Lappland wieder dunkel genug. Eine Garantie gibt es nie, weil klarer Himmel dazugehört.
Quellen
- NOAA National Hurricane Center: Tropical Cyclone Climatology
- NOAA Space Weather Prediction Center: Aurora
- Wikipedia: Serra de Tramuntana
- Wikipedia: Mittelmeer
Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.








