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Kurzantwort: Die Galápagos-Inseln haben trotz ihrer Lage am Äquator ein gemäßigtes Klima, weil der kühle Humboldtstrom und aufsteigendes Tiefenwasser die Wassertemperatur um etwa 20 Grad halten. Von Januar bis Juni herrscht die warme, feuchte Saison mit einem Niederschlagshöhepunkt im April, von Juli bis Dezember die kühlere, trockenere Saison mit feinem Nieselregen in den höheren Lagen. Für warmes Wasser und ruhige See eignet sich die erste Jahreshälfte besser, für die Beobachtung nährstoffreicher, tierreicher Gewässer die zweite.
Die Galápagos-Inseln gehören zu den wenigen Orten der Welt, an denen sich tropische Lage und kühles Klima gleichzeitig erleben lassen. Verantwortlich dafür ist ein Zusammenspiel mehrerer Meeresströmungen, das die Inseln zu einem der artenreichsten Ökosysteme der Erde macht und schon Charles Darwin bei seiner Reise mit der Beagle im Jahr 1835 zu grundlegenden Beobachtungen inspirierte.
Wer eine Reise auf die Inseln plant, sollte die beiden Hauptjahreszeiten kennen, denn sie unterscheiden sich nicht nur beim Wetter, sondern auch dabei, welche Tiere und welches Verhalten in welchem Monat am ehesten zu beobachten sind.
Klima der Galápagos-Inseln im Überblick
Die Galápagos-Inseln liegen direkt am Äquator, trotzdem ist das Klima dort deutlich gemäßigter als in vergleichbaren tropischen Regionen. Der Grund liegt im Humboldtstrom und im Auftrieb von kühlem Tiefenwasser, wodurch die Wassertemperatur im Schnitt bei rund 20 Grad liegt. Dieses kalte Wasser sorgt für ungewöhnlich hohe Nährstoffkonzentrationen und trägt maßgeblich zum großen Artenreichtum der Inselgruppe bei, von Pinguinen bis zu Meeresleguanen, die eigentlich in wärmeren Gewässern nicht zu erwarten wären.
Warme, feuchte Saison von Januar bis Juni
Zwischen Januar und Juni steigt die Wassertemperatur an, gleichzeitig fällt mehr Regen, mit einem Höhepunkt im April. Die Inseln zeigen sich in dieser Zeit grüner, weil die Niederschläge das Pflanzenwachstum in den Niederungen anregen. Für Reisende bedeutet das warme, ruhige See und angenehme Lufttemperaturen, allerdings auch kurze, teils kräftige tropische Schauer, die genauso schnell wieder vorbeiziehen, wie sie gekommen sind. Diese Monate gelten als gute Zeit für Schnorchel- und Strandtage, weil das wärmere Wasser angenehmer zum Baden ist als in der kühleren zweiten Jahreshälfte.

Kühle, trockene Saison von Juli bis Dezember
Von Juli bis Dezember sinkt die Wassertemperatur, während in den höheren Lagen ein feiner Nieselregen namens „Garúa“ fällt, der die Hochlandvegetation ganzjährig grün hält, auch wenn es in den Niederungen kaum noch regnet. Diese Trockenzeit bringt kühlere, aber stabilere Bedingungen mit sich und gilt unter erfahrenen Tierbeobachtern oft als die ergiebigere Saison, weil das nährstoffreiche, kühlere Wasser mehr Meereslebewesen anzieht. Wer auf Wal- und Delfinbeobachtungen oder auf aktive Seelöwenkolonien aus ist, findet in diesen Monaten oft bessere Bedingungen als in der wärmeren ersten Jahreshälfte.
Wassertemperaturen und Tauchen nach Monat
Konkrete Messwerte von der Insel San Cristóbal zeigen die jahreszeitliche Schwankung deutlich: Zwischen Januar und März liegt die Wassertemperatur im Schnitt bei 25 bis 27 Grad, zwischen August und Oktober sinkt sie auf etwa 22 bis 23 Grad, im Jahresmittel liegt sie bei rund 24 Grad. Für Taucherinnen und Taucher bedeutet das: Wer Wert auf warmes Wasser legt, taucht besser zwischen Januar und April, wer dagegen auf große Meeresbewohner wie Hammerhaie oder Walhaie aus ist, hat in den kühleren, nährstoffreicheren Monaten oft bessere Chancen, muss dafür aber einen dickeren Neoprenanzug einpacken. Ein 5-Millimeter-Neoprenanzug reicht in den kühleren Monaten für die meisten Reisenden aus, in den wärmeren Monaten genügt oft schon ein dünnerer Shorty.
El Niño und La Niña: Wenn die Muster kippen
In sogenannten El-Niño-Jahren verändern sich die Meeresströmungen rund um die Inseln grundlegend, was die gewohnten saisonalen Muster durcheinanderbringen kann. Bleibt das kühle Tiefenwasser in solchen Jahren aus, wirkt sich das unmittelbar auf die Nahrungsgrundlage vieler Meerestiere aus, während gleichzeitig mehr Regen das Pflanzenwachstum an Land begünstigt. Im Jahr 1999 etwa führte ein solches Ereignis zu einem Rückgang der Pinguinpopulation um rund 60 Prozent. Wer eine Reise plant, sollte deshalb aktuelle Wetterberichte im Blick behalten, weil einzelne Jahre spürbar von den langjährigen Durchschnittswerten abweichen können.
Welche Saison zu welchem Reisetyp passt
Wer warmes Badewasser, ruhige See und ein günstiges Reisebudget außerhalb der nordamerikanischen und europäischen Ferienzeiten sucht, ist zwischen Januar und Juni gut aufgehoben. Wer dagegen intensive Tierbeobachtungen priorisiert und kühlere Wassertemperaturen in Kauf nimmt, profitiert von der Saison zwischen Juli und Dezember. Da die Inseln ganzjährig bereist werden können und es keine Regenzeit im klassischen Sinn gibt, hängt die Wahl vor allem davon ab, ob Baden und Sonne oder Wildtierbeobachtung im Vordergrund der Reise stehen.
Nationalpark und Naturschutz: Warum die Reisezeit auch organisatorisch zählt
Rund 97 Prozent der Landfläche der Galápagos-Inseln stehen seit 1959 unter dem Schutz des Galápagos-Nationalparks, der 1968 seinen Betrieb aufnahm. Nur die restlichen drei Prozent sind für die dauerhaft bewohnten Siedlungen auf vier der Inseln reserviert. Bereits 1978 nahm die UNESCO die Inselgruppe als eines der ersten Weltnaturerbe überhaupt in ihre Liste auf, im Jahr 2001 wurde der Schutzstatus auf das umliegende Meeresreservat ausgeweitet. Für Reisende bedeutet der Schutzstatus feste Regeln: Landgänge sind nur mit zugelassenen Guides und auf ausgewiesenen Wegen erlaubt, unabhängig davon, in welcher Saison die Reise stattfindet. Wer die Inseln per Kreuzfahrtschiff bereist, sollte außerdem bedenken, dass beliebte Routen in der nordamerikanischen und europäischen Ferienzeit deutlich früher ausgebucht sind als in den Nebenmonaten dazwischen. Seit August 2024 verlangt der Nationalpark zudem eine höhere Eintrittsgebühr von 200 US-Dollar für Erwachsene und 100 US-Dollar für Kinder unter elf Jahren, ein Betrag, der unabhängig von der Reisesaison anfällt und separat von den Kosten für Flug und Schiffsreise eingeplant werden sollte.
Quellen
- Wikipedia: Galápagos-Inseln – Klima
- Wikipedia: Galápagos National Park (englisch)
- Galapagos Conservation Trust: Entry Fee Increase 2024
Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.




