Türkisfarbene Lagune von Bora Bora mit dem Berg Otemanu im Hintergrund

Bora Bora Reisezeit: die beste Zeit für Lagune und Sonne

Kurzantwort: Die beste Reisezeit für Bora Bora liegt zwischen Mai und Oktober. Dann herrscht Trockenzeit, die Luftfeuchtigkeit fällt auf 45 bis 60 Prozent, und der Passat kühlt die Tage. Von November bis April ist es schwül, es regnet deutlich mehr, und im Südpazifik läuft die Zyklonsaison. Die Temperatur selbst ändert sich kaum: Das Jahresmittel liegt bei 27,6 Grad.

Bora Bora gehört zu den Îles sous le Vent, den Leeward-Inseln im Gesellschaftsarchipel, und liegt rund 260 Kilometer nordwestlich von Tahiti. Auf der Hauptinsel und den Riffinseln leben etwa 10.600 Menschen, die meisten davon im Hauptort Vaitape.

Wer hier eine Jahreszeit im europäischen Sinn sucht, findet keine. Die Insel liegt bei 16 Grad südlicher Breite, und der Unterschied zwischen den Monaten steckt in der Luftfeuchtigkeit. Die Temperatur bleibt das ganze Jahr über nahezu gleich.

Trockenzeit und Regenzeit: der Unterschied

Überwasserbungalows auf einem Motu in Französisch-Polynesien
Die Hotels liegen überwiegend auf den Motus, den flachen Riffinseln rund um die Lagune. Foto: User: (WT-shared) Tensaibuta at wts wikivoyage, CC BY-SA 1.0

Französisch-Polynesien kennt zwei Abschnitte. Die Trockenzeit läuft etwa von Mai bis Oktober. Der Südostpassat weht beständig, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 45 bis 60 Prozent, und die Nächte kühlen spürbar ab. Polynesier nennen diese Monate hava’i, die kühle Zeit.

Von November bis April dreht das Bild. Die Luftfeuchtigkeit klettert auf 75 bis 90 Prozent und erreicht bei Schauerlagen die Sättigung. Der Jahresniederschlag von rund 1.654 Millimetern fällt zum größten Teil in diesem Halbjahr: Im Januar sind es im Mittel etwa 245 Millimeter, im Februar rund 211.

Die Werte der Klimaperiode 1991 bis 2020 zeigen, wie klein die Temperaturspanne ist: mittleres Tagesmaximum 30,2 Grad, Tagesmittel 27,6 Grad, mittleres Minimum 24,9 Grad. Der Rekordwert liegt bei 35,9 Grad, der tiefste je gemessene bei 17,8 Grad.

Die Monate im Einzelnen

Mai und Juni gelten als der ruhigste Abschnitt des Jahres. Die Regenzeit ist ausgelaufen, die Vegetation steht noch satt, und die großen Reisegruppen kommen erst später. Das Wasser der Lagune ist warm genug zum Schnorcheln, ohne dass die Luft drückt.

Juli und August sind die trockensten und zugleich vollsten Monate. Der Passat weht kräftig, was auf dem Wasser für Wellen sorgt und Ausflüge auf die offene See gelegentlich verschiebt. Preise und Auslastung liegen im Jahresvergleich am höchsten.

September und Oktober bringen die Kombination aus stabiler Witterung und nachlassendem Andrang. Der Wind schwächt sich ab, die Sicht unter Wasser ist gut, und die Hotels weichen von den Hochsaisonpreisen ab.

November bis April heißt: warme, feuchte Luft, kurze heftige Schauer, oft am Nachmittag, und dazwischen Sonne. Wer mit dieser Mischung leben kann, findet die niedrigsten Preise des Jahres und eine leere Lagune.

Wer Wale sehen will, plant anders. Buckelwale ziehen etwa von Juli bis November aus der Antarktis in die polynesischen Gewässer, um dort ihre Jungen zu bekommen; der Schwerpunkt liegt in den Monaten August bis Oktober. Beobachtungsfahrten sind in dieser Zeit möglich und streng geregelt: Die gesamte polynesische Wirtschaftszone ist seit 2002 als Schutzgebiet für Meeressäuger ausgewiesen.

Zyklonsaison im Südpazifik

Das Auswärtige Amt weist für Französisch-Polynesien und Neukaledonien auf die Wirbelsturmgefahr von November bis April hin. In diesem Zeitraum muss mit Tropenstürmen gerechnet werden. Das bedeutet nicht, dass jede Reise betroffen ist — die meisten Saisons verlaufen für die Gesellschaftsinseln glimpflich. Es bedeutet aber, dass eine Reiseversicherung mit Wetterklausel in diesen Monaten mehr wert ist als im Juli.

Heiva: Juli als kultureller Höhepunkt

Im Juli läuft in ganz Französisch-Polynesien das Heiva, ein Fest aus Tanz, Gesang, Kanurennen und traditionellen Sportarten wie Steinheben und Speerwerfen. Die Wettbewerbe finden über mehrere Wochen statt, die größten in Papeete auf Tahiti, kleinere auch auf Bora Bora. Wer ohnehin im Juli reist, sollte das einplanen.

Anreise über Tahiti

Es gibt keinen Direktflug aus Europa. Die Reise führt über Tahiti, dessen Flughafen Faa’a bei Papeete liegt. Von dort geht es weiter zum Flughafen von Bora Bora, der auf dem Motu Mute im Norden des Atolls liegt — einem ehemaligen US-Militärflugfeld aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Flug mit der Propellermaschine dauert etwa 45 Minuten. Vom Flughafen bringt ein Boot die Gäste zum Hauptort oder direkt zum Hotel.

Der Zeitunterschied ist erheblich: Französisch-Polynesien liegt zwölf Stunden hinter der mitteleuropäischen Sommerzeit, im Winter elf. Wer über Los Angeles fliegt, überquert außerdem die Datumsgrenze nicht, wohl aber auf dem Weg über Asien. Für den ersten Tag vor Ort lohnt es sich, nichts zu planen.

Übliche Umsteigepunkte aus Deutschland sind Los Angeles, San Francisco, Paris oder Tokio. Bei einer Route über die USA kommt die amerikanische Einreise ins Spiel, auch wenn du nur umsteigst.

Einreise, Impfungen, Mücken

Deutsche Staatsangehörige können mit Reisepass oder Personalausweis einreisen; das Dokument muss gültig sein. Bei einer Route über die Vereinigten Staaten gelten zusätzlich die dortigen Regeln, also elektronischer Reisepass und ESTA.

Eine Gelbfieberimpfung verlangt Französisch-Polynesien nur von Reisenden, die aus einem Gelbfiebergebiet kommen. Bei direkter Anreise aus Deutschland entfällt sie. Empfohlen wird ein Schutz gegen Hepatitis A, nach individueller Beratung auch gegen Dengue- und Chikungunyafieber.

Dengueviren überträgt eine tagaktive Mücke. Der Schutz vor Stichen gehört deshalb in die Tagesplanung, nicht nur in den Abend: lange, helle Kleidung und ein Repellent auf freien Hautstellen.

Häufige Fragen

Wann ist das Wasser in der Lagune am wärmsten?

Die Lagune ist flach und folgt der Lufttemperatur mit geringem Abstand. Im Südsommer, also von Dezember bis März, ist sie am wärmsten, in der Trockenzeit etwas frischer — badetauglich bleibt sie ganzjährig.

Regnet es in der Regenzeit den ganzen Tag?

Meist nicht. Typisch sind kräftige Schauer von kurzer Dauer, häufig am Nachmittag, gefolgt von Sonne. Länger anhaltender Landregen kommt vor, ist aber die Ausnahme.

Wie viele Tage sollte man einplanen?

Wegen der langen Anreise lohnen sich mindestens fünf bis sieben Nächte. Viele kombinieren Bora Bora mit einer zweiten Insel wie Moorea oder Taha’a, weil die Inlandsflüge kurz sind.

Quellen

Geschrieben von Isabel, Redaktion aromohola.de — sie schreibt hier über Reiseziele, Reisezeiten und Unterwegssein.


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